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Hat sich am Staffelsee viele Feinde gemacht: der Biber.

Behörden-Chef Speer kündigt Erlaubnis für „bestimmte Bereiche“ am Staffelsee an

Landratsamt will Biber-Entnahme genehmigen

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Bisher setzte man im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen auf Baum-Schutz und verweigerte eine Biber-„Entnahme“. Nun vollzieht die Behörde eine Kehrtwende. Die Gemeinde Seehausen hat bereits einen Antrag eingereicht.

Seehausen– Der Biber hat sich Feinde gemacht, viele Feinde. Seitdem sich speziell am Brennpunkt Staffelsee die Schäden an Bäumen häufen, kochen die Emotionen bei Betroffenen hoch. Und es wird immer wieder eine Forderung laut: Zumindest ein Teil der Biber – am Staffelsee gibt es nach Hochrechnungen des Landratsamts etwa 50 Tiere – muss weg. „Entnahme“ heißt dieser Schritt im Amtsdeutsch. Das kann eine Umsiedelung der Tiere bedeuten, in der Regel jedoch eher die letztendliche Tötung.

Ein Schritt, den die zuständige Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt bisher nicht zugelassen hat – auch, weil diesem enge Grenzen gesetzt sind. Dafür muss ein Biber große Schäden anrichten, die öffentliche Sicherheit oder die Gesundheit von Menschen gefährden. Die Marktgemeinde Murnau handelte sich Ende 2015 eine Abfuhr ein, als sie den Biber im Seidlpark loswerden wollte, der aktuell wieder für Diskussionen sorgt. Die Behörde setzte bisher auf Baumschutz, auf Prophylaxe – und wähnte sich auf dem richtigen Weg. „Entnahme ist die allerletzte Möglichkeit, davon sollte eigentlich abgesehen werden“, sagt Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf und verweist auf den Biber als „EU-weit streng geschütztes Tier“. Doch man sehe „die Problematik“. Am Staffelsee spitzte sich die Situation zu, zuletzt war von „Eskalation“ die Rede. Die Bürgermeister Markus Hörmann (CSU, Seehausen), und Rupert Wintermeier (WGU, Uffing) beklagen „massive Schäden“ durch Biber.

Nun gab es offenbar ein Umdenken im Landratsamt. Scharf bestätigt auf Anfrage, dass die Möglichkeit zur Entnahme des Nagetiers per Antrag für bestimmte Bereiche am Staffelsee außerhalb des Naturschutzgebiets geschaffen werden soll. „Das ist eine Einzelfallentscheidung“, sagt Scharf. Das Zugeständnis ist auch das Ergebnis eines Runden Tischs mit Betroffenen. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) verkündete diesen Schritt vor kurzem im Rahmen der Almbauernversammlung in Garmisch-Partenkirchen: „Wir genehmigen die Entnahme des Bibers in bestimmten Bereichen“, sagte Speer – und zwar auf der Insel Wörth und am Seeufer.

Die Gemeinde Seehausen handelte längst: Sie hat nach Angaben von Bürgermeister Hörmann wie betroffene Grundeigentümer „vor rund zwei Wochen für bestimmte Gebiete“ einen Antrag auf Biber-„Entnahme“ gestellt. Hörmann zeigt sich zuversichtlich – und wäre „gerne schon einen Schritt weiter“. Er sagte gestern: „Wir warten minütlich auf die Genehmigung.“ Sein Uffinger Kollege hat bisher von einem Antrag abgesehen. „Wir sammeln gerade, was an Schäden bei uns zusammengekommen ist“, so Wintermeier. Auch in Uffing soll es einen Runden Tisch mit Betroffenen geben. Ansonsten schaut man auf den Nachbarn. „Wir haben gesagt: Wir warten ab, was in Seehausen passiert.“

Neben der „Entnahme“-Möglichkeit soll es nach Angaben Scharfs künftig zudem ein Bibermanagement geben. Ein Anprechpartner wird sich um die sensible Problematik sowie um Ausgleichszahlungen kümmern, Schäden registrieren, beraten.

Scharf geht, was Details betrifft, nicht in die Tiefe. Er will dem Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss nicht vorgreifen, der am heutigen Dienstag (14 Uhr) im Landgasthof Herzogin Anna in Schwaiganger tagt und unter anderem ebenfalls das brisante Thema behandelt. Die Politiker erfahren mehr über die Einführung des Bibermanagements und erhalten einen Lagebericht zur Ausbreitung des Tiers im Landkreis.

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