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Viele Murnauer träumen von einem Schwimmbad.

Austausch im Schulausschuss

Bierling kämpft weiter für ein Schwimmbad in Murnau

Bei der Jugendbürgerversammlung war es zuletzt Thema, genauso wie bei der Kinder- und Jugendvertretung. Aber nicht nur Heranwachsende träumen von einem Schwimmbad in Murnau, sondern auch Josef Bierling. Im Schulausschuss des Kreistags machte er es zum Thema.

Murnau – „Man schießt den Ball hin und her, dann verläuft es im Sande und irgendwann stirbt es“: Mit bildreicher Sprach hat Josef Bierling im Schulausschuss des Kreistags sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass Murnau nach breiter öffentlicher Diskussion kein Schwimmbad bekommt. Mit 20:2-Stimmen hatte der Gemeinderat es im Januar dieses Jahres abgelehnt. Bierling gehörte mit seiner CSU-Kollegin Regina Samm zu den wenigen Befürwortern des Projekts. Nach wie vor liegt es ihm am Herzen. Deshalb wollte er die besondere Schulausschuss--Sitzung, an der an der Schulleiter aus der ganzen Region teilnahmen, für einen Austausch nutzen.

„Wie sieht die Situation tatsächlich aus“, fragte der Christsoziale in die Runde. Und erfuhr, dass es für die Schulen in Garmisch-Partenkirchen keine Probleme gibt – weil sie das Alpspitz-Wellenbad nutzen können. Anders sieht es jedoch in Murnau aus. „Es gibt einfach keinen Schwimmunterricht“, erklärte Stephan Schwertl als Vertreter des Staffelsee-Gymnasiums. Dabei sei dieser im Lehrplan verankert. Außerdem erklärt Schwertl, dass Bierling ihm mit seinem Kampf für ein Schwimmbad „aus der Seele spreche“.

Realschulrektor Ralf Havelka musste ebenfalls passen: Auch für seine Schüler gibt es keinen Schwimmunterricht. „Wir sind in der gleichen Situation.“ Und er erklärte, dass es keine vernünftigen Lösungen gibt. Wenn man den Schwimm-Unterricht in einer anderen Landkreis-Gemeinde stattfinden lassen will, „muss man sehr weit fahren“. Dann braucht es noch Zeit fürs Umziehen und die Rückfahrt. Von einer Doppelstunde von 90 Minuten würde kaum mehr Zeit im Wasser übrigbleiben. „Das ist völlig unrealistisch.“

Christl Freier von den Grünen fand als gebrandmarkte Oberammergauerin – der Ort zahlt jährlich ein hohes sechsstelliges Defizit für den Wellenberg – deutliche Worte. „Ich kann nur warnen, ein Schwimmbad zu bauen.“ Auch sie weiß keine „große Lösung“ für das Murnauer Problem. Traute sich aber, über „suboptionale“ Wege nachzudenken. Deshalb schlug sie Schwimm-Projektunterricht vor, der zum Beispiel im Wellenberg stattfinden. „Man könnte Schwimmschulen einbinden“ – und bestimmte Zeiten festlegen. „Es wäre einen Versuch wert.“

Im Gremium ging niemand darauf ein, stattdessen wurde noch einmal die Frage beleuchtet, wie viel Geld der Landkreis beim Bau eines Sportbads in Murnau übernommen hätte. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) rief in Erinnerung, dass sich der Kreis mit 2,63 Millionen Euro Zuschuss am Bau – die Kosten wurden auf mindestens sieben Millionen Euro geschätzt – beteiligt hätte. Beim laufenden Betrieb hätte er nichts dazu zahlen können. „Das darf der Landkreis nicht“, verdeutlichte Regierungsdirektor Guido Kamp.

Damals hieß es im Ausschuss jedoch, dass es erst grünes Licht vom Murnauer Gemeinderat für das Schwimmbad geben muss – bevor man über einen Kreiszuschuss entscheidet. Dazu ist es nie gekommen.

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