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Weit gediehen: der Bau der Biologischen Station Murnauer Moos.

Projekt am Murnauer Moos kostet über 500 000 Euro

Biologische Station: Eröffnung im Spätsommer anvisiert

Die Bauarbeiten für die Biologische Station Murnauer Moos kommen voran. Die Kostenkalkulation ging bisher allerdings nicht ganz auf.

Murnau – In der kurzen Lederhosen und mit Sonnenhut auf dem Kopf griff Anton Speer (Freie Wähler) zur Schaufel. Der Landrat nahm unter anderem mit Architekt Clemens Böhmer, Mäzenin Ruth Rosner und Dr. Heiko Liebel vom Landratsamt den symbolischen Spatenstich vor. Das war im Juli 2018. Mittlerweile ist nicht nur die sommerlich-luftige Kleidung winterwarmer gewichen, auch der Murnauer Wanderparkplatz Ödanger veränderte sich in den vergangenen Monaten optisch. Der Fortschritt beim Bau der Biologischen Station Murnauer Moos wird zunehmend sichtbarer. Sogar einen groben Zeitrahmen für die Eröffnung verkündete Liebel in der Sitzung des Umweltausschusses des Kreistags: „Sie ist für Spätsommer/Herbst dieses Jahres anvisiert.“

Der Zeitplan passt: Noch vor dem Winter wurden Fenster und Türen eingebaut. Derzeit läuft der Innenausbau, schilderte der Zuständige vom Sachgebiet Umwelt und Natur bei der Kreisbehörde. Zuletzt haben bereits die Bodenlegearbeiten begonnen, als nächstes folgt die Dämmung.

„Das Gebäude ist sehr schön“, merkte Speer an. „Es hat aber auch viel gekostet.“ Damit spielte der Landrat der Freien Wähler einerseits auf die erforderlichen Mittel von 475 000 Euro für den Hochbau an, andererseits auf den zuzüglichen Eigenanteil der Marktgemeinde Murnau in Höhe von bis zu 50 000 Euro für Toiletten und Erschließung. Wie berichtet, übernimmt der Landkreis maximal 150 000 Euro, der Bayerische Naturschutzfonds höchstens 100 000 Euro. Weitere 200 000 Euro stammen von Ruth Rosner und der Rosner&Seidl-Stiftung.

Ganz ging die Kostenkalkulation bisher nicht auf. Gleich zu Beginn des Baus waren Schwierigkeiten aufgetreten. Der Bodenaushub – belastet. Mit Umweltgiften, altem Auffüllmaterial des Parkplatzes. „Keine gute Nachricht für uns“, betonte Liebel. Es seien Eisenbahnschwellen aufgetaucht, die bei den Bohrungen nicht aufgetreten waren. Die unangenehme Folge: Das Material musste zur Deponie gefahren und dort entsorgt werden. Deshalb schlugen die Erdarbeiten mit 17 000 Euro mehr als geplant zu Buche.

Einer stutzte bei den Schilderungen gewaltig: Johann Scherrer (CSU) konnte nicht nachvollziehen, warum man den Boden überhaupt ausheben musste. „Das drunter hätte man doch drin lassen können“, sagte er. Schließlich kamen so genannte Rammpfähle zum Einsatz, auf denen die Bodenplatte steht. „Das finde ich nicht richtig.“ Eine schlüssige Erklärung lieferte ihm niemand. „Wir werden den Statiker nochmal fragen“, antwortete Peter Strohwasser, Leiter des Sachgebiets Umwelt und Natur.

Weitere ungeplante Kosten ergaben sich durch den Ausfall der Parkgebühren am Ödanger. Die Marktgemeinde Murnau stellte 2175 Euro in Rechnung. „Die Gebühren hatten wir vorher nicht so auf dem Schirm“, räumte Liebel ein. Gleichzeitig gab es Einsparungen bei anderen Gewerken. Somit werden die prognostizierten Gesamtkosten von 500 000 Euro derzeit um 15 000 Euro überschritten.

Eine unerwartete Finanzspritze in Form einer zweckgebundenen Spende erhielt der Landkreis dafür von der Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen-Weilheim-Schongau des Landesbunds für Vogelschutz. Sie bezuschusst damit das Niedermoor-Diorama in der künftigen Ausstellung. Diese wird im Laufe des Sommers in den dafür vorgesehenen öffentlich zugänglichen Raum gebaut, und darüber hinaus wird die Leader-geförderte Innenausstattung besorgt. Bereits im März schafft man auf dem direkt neben der Station liegenden Parkplatz den Ausgleich für die verlorenen Stellflächen. Wie Liebel schilderte, werde im Frühjahr auch noch ein Teich – südlich angrenzend an das Gebäude – angelegt. Für die Umweltbildung, dem Sinn und Zweck der Station. Der Markt hat dem Vorhaben auf dem Grundstück bereits zugestimmt.

Manuela Schauer

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