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Ab in den Container: Die Blitzer-Attrappe, die so viel Aufmerksamkeit erregt hat, ist entsorgt. 

Marktgemeinde Murnau sagt Tempoanzeige und Ortstermin zu

Blitzer-Attrappe von Westried: Nachbarn spenden für Familienvater

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Was für ein Zeichen der Solidarität: Die Nachbarschaft stärkt dem Familienvater den Rücken, der eine Blitzer-Attrappe in Westried aufgestellt hatte und deshalb 300 Euro bezahlen musste. Sie spendete fast 260 Euro an Juraj J., der versucht hatte, für alle die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Murnau/Westried – Juraj J. wirkt emotional merklich angefasst: „Es ist berührend und ein wirklich gutes Gefühl, wie die Leute hinter einem stehen“, sagt der 38-Jährige.

Der Familienvater hat turbulente Monate hinter sich, seit er Ende Mai eine selbstgebaute Blitzer-Attrappe auf öffentlichem Grund in Murnau-Westried aufgestellt hatte, weil er wegen Rasern um das Leben der Kinder im Bereich Graf-Alban- und Moosrainer Straße fürchtet. Die Folge: Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts der Amtsanmaßung gegen ihn, die Staatsanwaltschaft München II bot an, das Verfahren gegen eine Geldauflage von 300 Euro, zu zahlen an die Verkehrswacht Weilheim, einzustellen.

J. hat den Betrag überwiesen, um einer Klage und höheren Kosten aus dem Weg zu gehen. Für seine Familie ist das viel Geld – doch sie muss die 300 Euro nicht alleine stemmen. Anwohner von Graf-Alban- sowie Moosrainer Straße haben fast 260 Euro gespendet, um ihren Beitrag zu leisten, nachdem der Westrieder sich für ihr aller Wohl eingesetzt und dafür einen juristischen Dämpfer versetzt bekommen hatte. Neben der finanziellen erhielt J. „viel moralische Unterstützung“: hier einen Brief, dort einen Anruf – Zeichen der Dankbarkeit. Er freut sich sehr über „dieses Happy End und dass ich am Schluss mit so viel positiver Energie hier rauskomme“. Er habe „Nachbarn, die sich jeder wünscht: menschlich, herzlich und hilfsbereit“, sagt er. „Hut ab!“

Nach Blitzer-Attrappe: Familienvater gibt Unterschriften im Rathaus ab

Doch bei aller Emotionalität verliert J. sein Ziel nicht aus den Augen. Er lebt mit seiner Familie an der Graf-Alban-Straße, für die Tempo 30 gilt. Das Haus steht an der Stelle, an der diese mit der Moosrainer Straße (führt Richtung Bahnhof) und der Aschauer Straße (Verbindung zur Staatsstraße 2062) zusammentrifft; nebenan verläuft der Moosrundweg. Vor allem vom Bahnhof und von der Staatsstraße kommend seien „die Leute viel zu schnell unterwegs“, beklagt J. Er wünscht sich eine Tempo-Anzeige für alle, die sich aus Richtung Bahnhof nähern, und eine 60-Stundenkilometer-Begrenzung zwischen Staats- und Graf-Alban-Straße. Aktuell sind 100 Sachen zulässig, und wer in die Graf-Alban-Straße einbiegt, muss plötzlich bis auf Tempo 30 abbremsen. J. hat „für eine sichere Graf-Alban-Straße und Moosrainer Straße“ Unterschriften bei den betroffenen Anwohnern gesammelt; die meisten wussten nach der Berichterstattung im Tagblattbereits, warum J. vor der Tür steht. „Die Leute waren alle froh und haben die Hoffnung, dass nun endlich etwas geschehen wird“, sagt J. 55 Menschen unterzeichneten – nach Angaben des 38-Jährigen sind das alle, die an den beiden Straßen leben und sich nicht gerade im Urlaub befanden. Die Listen hat er am Dienstag im Rathaus bei Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) abgegeben. „Ich habe ein gutes Gefühl, es tut sich etwas“, sagt J.

Westried: Marktgemeinde Murnau sagt Tempoanzeige und Ortstermin zu

Das bestätigt Rathaus-Sprecherin Nina Herweck-Bockhorni. Die Gemeinde werde eine Geschwindigkeitsanzeige aufstellen, zudem haben Vertreter des Ordnungsamts und Bürgermeister Beuting für Anfang August einen Ortstermin geplant. Dabei rückt insbesondere das gewünschte Tempo-Limit 60 (statt 100) in den Fokus. Für die Reduzierung sei ein darlegbarer Grund nötig, sagt Herweck-Bockhorni. Deshalb habe man den Ortstermin anberaumt. Eine verdeckte Zählung fand bereits statt.

Die Blitzer-Attrappe, die J. ein Verfahren wegen Amtsanmaßung einbrachte, hat zugleich öffentliche Aufmerksamkeit auf sein Anliegen gelenkt. Mittlerweile hat der Westrieder den ummantelten alten Schweden-Ofen fachgerecht entsorgt. Was bleibt, ist offenbar ein neues Gemeinschaftsgefühl in der Nachbarschaft. Am Freitag steht das jährliche Straßenfest an, das in der Vergangenheit nicht ausgenommen gut besucht gewesen sei. „Diesmal“, sagt Juraj J., „wollen alle kommen.“

Lesen Sie dazu auch:  Blitzer-Attrappe: Familienvater aus Westried soll 300 Euro zahlen


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