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Beim Glasfaserausbau stockt es.

Breitbandausbau in Murnau verzögert sich

Schnelles Internet im Schneckentempo

Eigentlich hätte der Breitbandausbau in Murnau bereits Ende 2017 fertig sein sollen. Doch der Abschluss hat sich immer weiter hinausgezögert – sehr zum Ärger der Marktgemeinde Murnau. Diese hatte der Telekom den Auftrag erteilt.

Murnau – In Murnau kommt das schnelle Internet nur sehr gemächlich voran, um es vorsichtig auszudrücken. Denn die Telekom, die von der Marktgemeinde den Auftrag für den Breitbandausbau erhielt, ist massiv in Verzug. Nachdem die zugesagte Fertigstellung bis Ende Oktober 2018 erneut nicht eingehalten wurde, hat Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) Vertreter der Telekom im Dezember „zu einem Gespräch zitiert“, wie Wirtschaftsförderer und Pressesprecher Jan-Ulrich Bittlinger mitteilt. Im Nachgang habe das Unternehmen folgenden verbindlichen Zeitplan mitgeteilt: Bis Ende Januar 2019 wird der geplante FTTC-Ausbau abgeschlossen sein. Ab dem 1. Februar können dann Tarife mit einer garantierten Downloadrate von mindestens 30 Mbit/Sekunde gebucht werden. Bei FTTC (Fibre-to-the-Curb) wird die Datenverbindung im vorhandenen Kupferkabel beschleunigt. Bis spätestens Ende Juni 2019 soll dann laut Bittlinger der geplante FTTH-Ausbau (Fibre-to-the-home) abgeschlossen sein (in einigen Gebieten schon ab Ende Januar 2019). Beim FTTH-Ausbau haben Hauseigentümer die Möglichkeit, sich kostenfrei einen Glasfaserabschlusspunkt ins Haus legen zu lassen.

Bei den reinen Glasfaserausbaugebieten wie zum Beispiel Kemmelpark, Straßäcker, Kocheler Straße und Achrain wird kein FTTC-Ausbau vorgenommen. Darauf weist Bittlinger ausdrücklich hin. „In diesen Gebieten müssen sich Immobilieneigentümer einen kostenfreien Glasfaserhausanschluss durch die Telekom legen lassen, damit sie die garantierte Breitbandversorgung von mindestens 30 Mbit/Sekunde erhalten können. Die Datenrate über Kupferleitungen wird nicht verbessert.“ Bittlinger legt dabei Wert auf folgende Feststellung: „Ganz offensichtlich hat die Telekom in den reinen Glasfaserausbaugebieten die Immobilieneigentümer teilweise nicht oder nur unzureichend über das Thema Hausanschlüsse informiert.“ Dadurch drohten den Gewerbebetrieben, die sich nicht ans Glasfaser anschließen lassen, deutliche Nachteile. Damit Firmen dennoch kein Nachteil entsteht, können sich Unternehmen und Immobilieneigentümer noch bis Freitag, 11. Januar, per Email (wirtschaft@murnau.de) an Bittlinger wenden.

Telekom-Sprecher Hubertus Kischkewitz widerspricht dem Wirtschaftsfördererer: „Alle Unternehmen im FTTH-Ausbaugebiet wurden von unserem Infrastrukturvertrieb in Absprache mit der Gemeinde einzeln angeschrieben. Außerdem haben wir den Gemeinderat und die wichtigsten Gewerbetreibenden ständig über die Gemeinde beziehungsweise den Wirtschaftsförderer über die aktuelle Lage informiert.“ Dass sich der Ausbau derart verzögerte, bedauert man bei der Telekom. Der Sprecher nennt „Kapazitätsprobleme bei unseren Auftragnehmern“. Erst im Frühjahr 2018 habe man ein ortsansässiges Unternehmen verpflichten können, das „aber die Rückstände aus 2017 bei allen Anstrengungen seinerseits leider nicht aufholen konnte. Wir haben für die FTTH-Anschlüsse leider erst im Herbst 2018 einen zusätzlichen Auftragnehmer gewinnen und einsetzen können“. Zudem betont Kischkewitz, dass der Engpass vor allem im Tiefbau ein Problem der gesamten Branche sei. „Alle kämpfen mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.“

Bei der Kommune denkt man schon weiter. „Dieses Jahr werden wir einen Masterplan für ein Glasfasernetz in Murnau beauftragen“, sagt Bürgermeister Beuting. „Eine flächendeckende Glasfaserversorgung ist meiner Meinung nach Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, schon jetzt genauso wichtig wie Strom, Gas und Wasser.“ Sie sei elementar für den Wirtschaftsstandort Murnau und den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen. „Wir haben erst kürzlich unser Stromnetz zurückgekauft, deshalb ist es mir wichtig, dass wir uns bei einem Glasfasernetz nicht wieder abhängig von Großkonzernen machen.“

Roland Lory

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