30-Jähriger zu saftiger Geldstrafe verurteilt

Brettlspaß mit falschen Skipässen

Ziemlich dreist war ein 30-Jähriger aus einem Dorf bei Murnau: Er wollte mit falschen Pässen Ski fahren - und landete deswegen vor Gericht. 

Garmisch-Partenkirchen – Schlau ausgedacht hatte sich ein 30-Jähriger, der in einem Dorf bei Murnau wohnt, eine Methode, wie er zum Nulltarif ins Classic-Skigebiet gelangen konnte: Er benutzte die Skipässe der beiden Kinder seines Bruders – und schon funktionierte es. Und zwar an vier Tagen im vergangenen Winter. Doch dann flog er aufgrund der ausgefeilten Computertechnik der Zugspitzbahn auf. Darum saß er jetzt als Angeklagter vor dem Amtsrichter in Garmisch-Partenkirchen, beschuldigt des Delikts „Erschleichen von Leistungen“.

    Während der Schaden, den er mit den Kinderkarten verursachte, insgesamt lediglich 187 Euro ausmachte, ist die Strafe alles andere als niedrig: 4500 Euro (90 Tagessätze à 50 Euro) muss der gut verdienende Mann jetzt berappen.

    An vier Tagen, am 7. Januar sowie am 5., 19. und 25. Februar, habe er die auf die zwei Kinder seines Bruders ausgestellten Skipässe für das Garmisch-Partenkirchner Classic-Skigebiet benutzt, um damit nicht nur durch die Absperrung, sondern anschließend auch hinauf in den Brettl-Spaß zu gelangen, berichtete Staatsanwältin Dr. Claudia Alfons in der Anklage. Sie erklärte, dass dieser Betrug dank der Technik der Bahn, die die Kinderfotos mit den echten Gesichtern verglich, auffliegen musste.

    Das Ganze tue ihm sehr leid, sagte der Beschuldigte. Er habe es halt mal versucht, weil er bis dahin gar nicht skifahren habe können. Das habe ja wohl entdeckt werden müssen, hielt Richter Andreas Pfisterer dagegen, denn nicht ohne Grund seien die Fotos sowie die Namen der Ticket-Inhaber auf den Karten integriert. „Und Ihnen musste doch von vornherein klar gewesen sein, dass der Versuch, damit zu schwindeln, auch einen Vermögensschaden mit sich bringt – also Betrug ist.“

    Wie das Kontrollsystem funktioniert, schilderte ein Mitarbeiter der Zugspitzbahn. Kleinlaut räumte der Angeklagte seine Kartentrick-Versuche ein. Ein Problem für ihn war, dass er aufgrund eines früheren Vermögensdelikts eine offene Bewährungsstrafe im Strafregister stehen hat, was dann auch zu der hohen Geldstrafe führte, die er jetzt in monatlichen Raten von 250 Euro abstottern muss.

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa

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