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Lösung der Eschenloher Verkehrsprobleme: die geplante Halbanschlussstelle bei Weghaus (Mitte). Der Verkehr auf der B2 aus Richtung Murnau nach Süden wird direkt auf die A95 (breite Straße) abgeleitet. Man kann die A95 in Weghaus nur von einer Richtung kommend verlassen und nur in eine Richtung auf die A95 fahren

Großprojekt zieht heftige Kritik auf sich

Bund Naturschutz: Geplanter Auerbergtunnel „eine Farce“

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Der Bund Naturschutz (BN) lehnt den vierspurigen Ausbau der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau samt Auerbergtunnel ab. Kreisvorsitzender Axel Doering tituliert das Projekt als „Farce“. Ob der BN klagen wird, bleibt offen. Seit wenigen Tagen liegen die Planunterlagen öffentlich aus.

Eschenlohe – Axel Doering geht es aktuell nicht um Details, nicht einmal um die genaue Trassenführung bei diesem Mega-Projekt. Der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bund Naturschutz stört sich vielmehr am großen Ganzen: „Hier werden Weichen völlig falsch gestellt“, kritisiert Doering. Das Paket Auerbergtunnel, der vierspurige Ausbau der B2 zwischen dem Autobahnende und Oberau-Nord, „macht aus unseren Verkehrsproblemen eine Verkehrskatastrophe. Es überlastet unser Tal völlig, das tut weder den Menschen noch der Natur gut“. Doering moniert, dass etwas entstehe, was nach der Alpenkonvention nicht entstehen dürfe: „Das ist eine neue Transitstrecke durch die Alpen.“ Dadurch werde zusätzlich Verkehr angezogen, glaubt er – und resümiert: „Die ganze Auerberg-Planung ist eine Farce. Wir lehnen sie ohne Wenn und Aber ab, werden ihr sicher nicht zustimmen.“Die Gretchenfrage aber lautet: Wird der BN auch den Klageweg beschreiten? Doering kann keine Antwort liefern, noch nicht. „Wir schauen uns die Sache grundsätzlich erst an.“ Was dann kommt, „das kann ich nicht sagen“.

Die Projekt-Unterlagen darf mittlerweile jeder einsehen: Sie liegen seit wenigen Tagen in der Gemeinde Eschenlohe, in den Verwaltungsgemeinschaften Ohlstadt, Saulgrub und Habach sowie im Oberauer Rathaus für einen Monat aus. Das Planfeststellungsverfahren für das Projekt, das die Autobahndirektion Südbayern bei der Regierung von Oberbayern als Genehmigungsbehörde beantragt hat, geht damit in die nächste Runde. Mit einem vierstreifigen Neubau soll am Ende der A95 in Richtung Süden eine leistungsfähige Straßenverbindung geschaffen werden. Die Strecke würde zunächst parallel zur bestehenden B2 verlaufen und dann nach Westen in den Auerberg münden: in einen rund 1,9 Kilometer langen, zweiröhrigen Tunnel, der nördlich von Oberau endet.

Ergänzt wurde das ursprüngliche Vorhaben aus dem Jahr 2011 um eine Halbanschlussstelle bei Gut Weghaus. Diese ersetzt die einst geplante Verlegung der B2 bei Eschenlohe. Die Gemeinde hatte sich für die Halbanschlussstelle stark gemacht. Verkehr auf der Bundesstraße 2 aus Richtung Murnau kann künftig direkt auf die A95 abgeleitet werden, ohne Eschenlohe passieren zu müssen. Das Dorf sehnt die Umsetzung herbei. Die Halbanschlussstelle macht die beiden maroden B2-Tunnel überflüssig, denen früher oder später aus Sicherheitsgründen das Aus droht. Sollte Weghaus zu diesen Zeitpunkt nicht fertig sein, würde sich deutlich mehr Verkehr durchs Dorf wälzen. „Dann haben wir den Super-Gau“, sagt Bürgermeister Anton Kölb (CSU). Deshalb soll dieser Abschnitt samt einer Gemeindeverbindungsstraße zuerst entstehen – ein Baustart 2019 gilt als einigermaßen realistisch, wenn alles glatt läuft –, bevor der ungleich teurere Auerbergtunnel folgt.

Kölbl freut sich, dass nun mit der Planauslegung der nächste Schritt folgt: „Es geht voran, das ist wichtig“ – eben weil die Tunnelschließung ständig wie ein Damoklesschwert über dem Ort schwebt. In der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 21. September, um 19.30 Uhr im Rathaus wird der Stand der Dinge beim Vorhaben B2 neu Thema sein. Zudem gilt es die Frage zu klären, ob Eschenlohe eine Info-Veranstaltung dazu anbietet. Schon jetzt seien Landwirte „eifrig dabei“, die Unterlagen einzusehen, sagt Kölbl. Mancher ist mit eigenem Grund von dem Vorhaben betroffen. Deshalb hofft Kölbl, dass „hier ein vernünftiger Ausgleich stattfindet“. Intessierte haben es nicht leicht, einen Überblick zu gewinnen: Vier Ordner mit Papieren umfasst die Planung nach Angaben Kölbls. Der Bürgermeister findet diese „persönlich gut“. Das, weiß er, „heißt aber noch nicht, dass niemand den Klageweg beschreitet“. Dann drohen Verzögerungen.

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