die Murnauer Grünen (v.l.) Bernd Weber, Thomas Stärz und Petra Daisenberger.
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Sie sind sich grün: die Murnauer (v.l.) Bernd Weber, Thomas Stärz und Petra Daisenberger.

Aufstellungsversammlung für Oktober geplant

Bundestagswahl: Gleich drei Murnauer Grüne peilen Direktkandidatur an

  • Silke Reinbold-Jandretzki
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Drei Murnauer Grüne streben nach höheren politischen Weihen: Petra Daisenberger, Thomas Stärz und Bernd Weber ringen um die Bundestags-Direktkandidatur ihrer Partei im Wahlkreis. Die Murnauer werden nicht unter sich bleiben: Weilheim-Schongau wird wohl ebenfalls drei Bewerber aufbieten.

  • Gleich drei Murnauer Grüne wollen bei der Bundestagswahl 2021 Direktkandidaten ihrer Partei werden.
  • Auch im Landkreis Weilheim-Schongau, der zum Wahlkreis zählt, gibt es bereits drei Bewerber.
  • Die Murnauer Interessenten respektieren einander und unterstützen sich.

Murnau – In der Politik kämpft man bisweilen mit harten Bandagen; mancher teilt auch Tritte unterhalb der Gürtellinie aus – speziell, wenn prestigeträchtige Ämter zu vergeben sind.

Murnauer Grüne: Die Konkurrenten betonen ihr gutes persönliches Verhältnis zueinander

Die drei Murnauer Grünen, die nun in Konkurrenz zueinander treten, sind sich allerdings grün – und heben das auch in einer gemeinsamen Pressemitteilung hervor. In dieser gehen sie mit deckungsgleichen Ambitionen an die Öffentlichkeit: Thomas Stärz (32), ehemaliger Sprecher des Ortsverbands, Petra Daisenberger (50), dessen Nachfolgerin auf diesem Posten, und Bernd Weber (51) betonen darin ihr gutes persönliches Verhältnis zueinander. Das Trio aus dem Kreisverband Garmisch-Partenkirchen will sich um die Grünen-Direktkandidatur im Wahlkreis 226 bewerben, zu dem auch Weilheim-Schongau zählt. „Wir senden mit unserer Kandidatur ein tolles, basisdemokratisches Zeichen“, sagt Daisenberger. Weber ergänzt: „Aus den paar Ökos von einst ist eine Volkspartei geworden.“ Die Bewerber und ihre Schwerpunkte zeigten, „wie vielfältig wir Grünen inzwischen aufgestellt sind“. Stärz bestätigt: „Wir respektieren und unterstützen uns untereinander.“ Jeder könne sich die anderen gut als Direktkandidaten vorstellen.

Grünen-Kreisverbände: Schon jetzt stehen sechs Bewerber fest

Der Grünen-Kreisverband Weilheim-Schongau wird bei der Aufstellungsversammlung im Oktober nach aktuellem Stand ebenfalls drei Anwärter – darunter seine Sprecherin Katharina von Platen – ins Rennen schicken; für die Qual der Wahl wird also gesorgt sein. Daisenberger findet das geballte Interesse bei Murnaus Grünen „super, ich freue mich total“. Die politische Entscheidung lebe davon, dass man sich zur Wahl stelle. „Und ich möchte hier etwas ändern“, sagt die Polit-Neueinsteigerin, die für Dr. Korbinian Freier in den Kreistag nachrückt. Im Ortsverband, dem 55 Mitglieder angehören, „wollen viele eine aktivere Politik“. Die Handwerksmeisterin und freiberufliche Fotografin legt ihre Schwerpunkte auf Verkehrspolitik, Bürgerbeteiligung und Wirtschaftsförderung.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will 2021 wieder antreten

Stärz, der an seiner Promotion in Japanologie arbeitet, richtet den Fokus auf Außen-, Verkehrs- und Tourismuspolitik. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels sieht er neben der Energie- eine rasche Verkehrswende als eine entscheidende Herausforderung. Gerade „für eine touristisch geprägte ländliche Region wie die unsere“ seien eine exzellente Bahnverbindung und ein funktionierender ÖPNV unerlässlich, „damit Tourismus ein Gewinn für die hiesige Bevölkerung bleibt und endlich naturverträglich wird“, wie Stärz in der Grünen-Pressemitteilung zitiert wird.

Digitalisierung und Wohnungspolitik sind indes zentrale Themen Webers, der als IT-Berater in Projekten der Bundesregierung arbeitet. Der Miet- und Immobilienmarkt sei für viele unbezahlbar geworden. Deshalb verließen vor allem junge Menschen und Familien ihre Heimat „und gerade auch unser schönes Oberland“. Er ruft unter anderem dazu auf, sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbau zu stärken.

Egal, ob ein Murnauer oder ein Weilheim-Schongauer Grüner bei der Aufstellung die erste Hürde nimmt – beim Kampf ums Direktmandat dürfte er im Wahlkreis auf prominente Konkurrenz treffen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, seit 2002 Bundestagsabgeordneter, will wieder antreten.

Lesen Sich auch: Corona-Paket: Grüne blitzen im Ferienausschuss ab

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