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Die Kaserne heute: Viel hat sich in den vergangenen 60 Jahren getan, doch die Gebäude sind die Gleichen.

Werdenfelser Kaserne 

Murnauer Bataillon feiert 60. Geburtstag

Ein nicht alltägliches Ereignis feiert das Informationstechnikbataillon 293 in diesen Tagen: Vor genau 60 Jahren – und damit kaum zweieinhalb Jahre nach der Aufstellung der Bundeswehr – wurde das heutige Murnauer IT-Bataillon in Mittenwald aus der Taufe gehoben. Vor allem technisch hat sich seither einiges verändert.

Murnau – Alle Soldaten des Murnauer des Informationstechnikbataillons 293 (IT) sind in der vergangenen Woche auf dem Exerzierplatz der Werdenfelser Kaserne angetreten. Der Quartalsappell stand an, und Bataillonskommandeur Jürgen Eckert hatte etwas zu erzählen. „Unser Ur-Ur-Großvater, das Gebirgsfernmeldebataillon 8, wurde am 1. April 1958 aufgestellt.“ Das ist nun 60 Jahre her. „Rechnet man die Geburtshelfer, die Gebirgsbrigadefernmeldekompanie 104 und die Gebirgsfernmeldekompanie 8 mit ein, dann sind wir das älteste noch aktive ,Fernmeldebataillon‘ der deutschen Streitkräfte.“

25 Offiziere, 165 Unteroffiziere und 478 Mannschaften (aus Freiwilligen und Wehrpflichtigen), aufgeteilt in die Stabs- und Versorgungskompanie, die Fernsprechkompanie und die Funkkompanie bildeten laut einer Pressemitteilung das Personal der ersten Stunde. Schon im Herbst 1958 beteiligte sich das Bataillon im Divisionsrahmen an der großen NATO-Übung „WIG-WAG“. Für 1. März 1966 verzeichnet die Chronik die Verlegung von Mittenwald nach Murnau in die Werdenfelser Kaserne, die kurz zuvor noch Panzerjägerkaserne geheißen hatte.

Dass sich die Soldaten auch außerhalb des Kasernenzauns engagieren, belegen die Einsätze 1970, 1999 und 2005 bei den Hochwasserkatastrophen im Landkreis. „Einen noch größeren Einsatz zeigten die Kameraden bei den Olympischen Spielen 1972“, schildert Max-Joseph Kronenbitter, Oberstleutnant und Pressestabsoffizier. „Ihre Aufgabe war es, feldmäßige Fernsprech- und Funkverbindungen zu errichten und zu betreiben.“

Weil das Bataillon von der Fernmeldeschule und Fachschule des Heeres für Elektrotechnik Feldafing den Lehrauftrag erhielt, benannte man es 1991 in Gebirgsfernmeldelehrbataillon 8 um. Drei Jahre später sollte der nächste Namenswechsel erfolgen, und zwar in Gebirgsstabsfernmeldelehrbataillon 8. 1999 wurden circa 80 Soldaten nach Bosnien-Herzegowina abgestellt – der Auftakt für weitere größere Auslandseinsätze. Derzeit leisten Murnauer ihren Dienst in Mali, im Irak, Afghanistan, Kosovo und Litauen.

2004 sollte die Kaserne eigentlich geschlossen werden. Doch es kam anders. 2005 wurde das Gebirgsstabsfernmeldelehrbataillons 8 aufgelöst und kurz darauf als Führungsunterstützungsbataillon 293 aufgestellt. Doch das war nicht die letzte Umbenennung. Nachdem 2017 der militärische Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum (CIR) gegründet wurde, steht nunmehr Informationstechnikbataillon 293 auf dem Briefkopf.

Aufgabe der Soldaten ist es heute, sowohl sichere und verschlüsselte Datenverbindungen innerhalb der Einsatzgebiete der Bundeswehr, als auch die Datenverbindungen nach Deutschland sicherzustellen. „Dazu stehen den Murnauern hochmoderne IT-Systeme zur Verfügung“, betont Kronenbitter.

Die Höhepunkte aus der Historie zeigt eine kleine Ausstellung im Obergeschoss des Stabsgebäudes. Geplant ist, Teile davon auch am 9. Juni, dem Tag der Bundeswehr, zu präsentieren. Die Truppe erwartet zu dieser Großveranstaltung 12 000 Besucher.

Roland Lory

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