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Zeichen der Verbundenheit: Soldaten, die 2017 im Rahmen der „Resolute Support Mission“ vier Monate in Afghanistan ihren Dienst verrichten, erhalten ein Murnauer Ortsschild von Bürgermeister Rolf Beuting (im dunklen Anzug). 

Alexander Dobrindt spricht bei öffentlichem Abschieds-Appell

Murnauer Bataillon vor Großeinsatz am Hindukusch

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Den Kräften der Werdenfelser Kaserne steht ein großer Auslandseinsatz bevor. Insgesamt 117 Soldaten, ein Drittel des Murnauer Bataillons, werden von November an innerhalb eines Jahres nach und nach in Afghanistan ihren Dienst verrichten. Sie werden mit besonderem militärischen Zeremoniell öffentlich verabschiedet.

Murnau – Mit der Grundausbildung hat der Garnisonsort Murnau vor einem Jahr bis auf weiteres eine große militärische Tradition verloren: die öffentlichen Gelöbnisse. Ende Oktober 2018 bekannten sich vorerst zum letzten Mal junge Rekruten im Ort zu ihren Pflichten. Bataillons-Kommandeur Marc Richter hatte schon damals erklärt, dass „wir andere Gelegenheiten schaffen wollen“, um den Kontakt zwischen Soldaten und Bevölkerung zu stärken.

Nun kommt das angekündigte neue Format in einem öffentlichen Rahmen zum Tragen: Richter lädt fast genau ein Jahr nach dem letzten Gelöbnis für Mittwoch, 30. Oktober, zum „Einsatzverabschiedungsappell“ ins Kultur- und Tagungszentrum ein. Rund 150 Soldaten des Informationstechnik-Bataillons 293 werden zu dem militärischen Zeremoniell antreten, das letztlich als „Ersatz für die öffentlichen Gelöbnisse“ dienen und die Verbundenheit der Bundeswehr mit den Murnauern fördern sowie zeigen soll, sagt Presse-Offizier Jenny Henning.

Der Appell bietet sich in ihren Augen an, weil er einen besonderen Hintergrund besitzt. Den Murnauer IT-Spezialisten steht ab November ein über ein Jahr laufender großer Auslandseinsatz in Afghanistan bevor. Insgesamt 117 Murnauer Soldaten werden nach und nach an den Hindukusch verlegt: in die Nato-Feldlager bei Masar-e-Scharif und Kabul; von der Hauptstadt aus bedienen die Kräfte auch regelmäßig eine Außenstelle in Kunduz. Vier Monate bleiben die Soldaten im Schnitt. Momentan sind im Murnauer Bataillon 365 Dienstposten besetzt. Das bedeutet: Jeder Dritte wird zwischen November 2019 und November 2020 zeitweise einen Auslandseinsatz im Rahmen der Mission „Resolute Support“ absolvieren. Der Grund: Das Murnauer Bataillon fungiere in dieser Zeit in Afghanistan als „Haupttruppensteller im IT-Bereich“, sagt Henning. Es bildet also den harten Kern bei der Führungsunterstützung: den Betrieb der Informations- und Kommunikationssysteme der Bundeswehr im Einsatz. Das bedeutet einen entsprechenden personellen Aufwand. In der Regel meldeten sich Soldaten dafür freiwillig, sagt Henning. Ein Einsatz, der Risiken birgt: Aktuell geht man von einer mittleren Gefährdungsstufe aus. Die Sicherheitslage sei landesweit regional sehr unterschiedlich, sagt Henning. In den meisten urbanen Zonen gelte die Situation als „ausreichend kontrollierbar“. Aber: „Es kann zu Anschlägen kommen“, gibt Henning die Einschätzung wieder.

Beim Appell werden Redner den Soldaten alles Gute wünschen. Zugesagt hat unter anderem Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe in Berlin, den Kommandeur Richter eingeladen hat. Auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wird zum angetretenen Bataillon sprechen. Gelöbnisse seien öffentlicher Ausdruck des Selbstverständnisses der Bundeswehr, ein Teil der Gesellschaft zu sein, so Beuting. „Das sehen wir als Gemeinde auch als wichtig an.“ Der Verabschiedungsappell erfülle einen ähnlichen Zweck.

In den Monaten danach werden sich die Reihen in Murnau deutlich lichten: Die Kaserne werde „nicht mehr so dicht besetzt sein – vor allem IT-Feldwebel werden fehlen“, sagt Henning. Abstellungen für Übungen und Ähnliches seien dann „nur eingeschränkt möglich“.

Der „Einsatzverabschiedungsappell“, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, beginnt am Mittwoch, 30. Oktober, um 17 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum Murnau. Die musikalische Begleitung übernimmt das Gebirgsmusikkorps. Um 16 Uhr marschieren Soldaten des IT-Bataillons von der Werdenfelser Kaserne zum KTM. Dabei wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen.

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