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Bald Geschichte: der Staffelseebus.

Sollte Einspruch nicht fruchten, will die Gemeinde klagen 

Bus-Misere: Schwaigen wehrt sich

Der Gemeinderat Schwaigen sieht das Dorf ab 8. Dezember vom öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) praktisch abgehängt. Die schlechtere Anbindung trifft unter anderem die Schüler des Dorfs massiv. Schwaigen nimmt das nicht hin.

Schwaigen – Der Staffelseebus ist demnächst Geschichte und Schwaigen schlechter an Murnau angebunden – der neue Busfahrplan sieht ungünstigere Fahrzeiten für Schüler vor. Diese Entwicklung, erklärte Erster Bürgermeister Hubert Mangold in der Sitzung des Gemeinderats, treffe neben den Schülern vor allem behinderte und ältere Menschen. Schwaigen brauche aber eine gute Anbindung an das regionale Zentrum Murnau, so Mangold.

Die Schülerbeförderung in die Marktgemeinde gibt es zwar weiterhin, allerdings laut Mangold mit erheblichen Nachteilen für die Schüler. Da die Busse morgens früher abfahren, ergäben sich bei den beiden Bussen Wartezeiten von 20 Minuten oder einer Stunde vor der Öffnung der Schulen. Auch bei der Rückfahrt am Mittag entstünden längere Wartezeiten. Bei einem Unterrichtsende um 13.45 Uhr sei der Bus des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) für die Rückfahrt, der um 13.50 Uhr vom Murnauer Bahnhof startet, nicht zu erreichen. Nach 13.50 Uhr gebe es überhaupt keine Fahrmöglichkeit mehr, was ein weiteres Problem darstelle: Schüler, die am Nachmittag noch Unterricht haben, kämen überhaupt nicht mehr mit dem Bus nach Schwaigen – eine schwierige Situation für die jungen Leute.

Auf die Deutsche Bahn auszuweichen, stellt nach Einschätzung der Gemeinderäte keine Lösung des Problems dar, da der Bahnhof zum einen etwa drei Kilometer von Grafenaschau entfernt ist, zum anderen kein sicherer Fußweg dorthin existiert.

Mangold machte in der Sitzung dem Regionalverkehr Oberbayern den Vorwurf, er bekomme zwar das Geld für die Schülerbeförderung, vernachlässige die Gemeinde Schwaigen aber. Auch am Landratsamt übte der Bürgermeister Kritik. Dort setze man sich nicht für die politisch geforderte Chancengleichheit für den ländlichen Raum ein. So müssten jetzt Eltern, deren Kinder in Murnau Nachmittagsunterricht haben, diese selbst aus der Schule abholen.

Nach längerer Diskussion stimmten die Gemeinderäte geschlossen dafür, gegen die Konzessionserteilung an den RVO durch die Regierung von Oberbayern Widerspruch beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen einzulegen, wenn der Fahrplan nicht verbessert werde. Das Landratsamt übermittelt als Sachaufwandsträger sämtliche Einsprüche an die Regierung von Oberbayern. Nachdem der Rechtsanwalt, der die Gemeinde Schwaigen vertritt, ein Schreiben an das Landratsamt geschickt hat, will Mangold die Reaktionen von Regierung, Kreisbehörde und RVO abwarten. Gegebenenfalls werde die Gemeinde dann gegen die Konzessionserteilung klagen.

Alfred Schubert

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