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Steht seit 2016 am Schuleingang: ein Denkmal zu Ehren von Christoph Probst.

Freiheit und Frieden statt Hass

Christoph-Probst-Schule gedenkt Murnauer NS-Widerstandkämpfer 

Vor 75 Jahren wurde das Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet. Ein Datum, das in der Murnauer Mittelschule, die nach Christoph Probst benannt wurde, Beachtung findet. 

Murnau – Am Tag, der sein Todestag werden sollte, ist Christoph Probst gefasst. „Innerlich bin ich ganz ruhig und harre der Dinge, die da kommen sollen“, schreibt der dreifache Familienvater am 22. Februar 1943 aus der Gefängniszelle an seine Frau Herta. Der gebürtige Murnauer wird am selben Tag zum Tode verurteilt und abends mit dem Fallbeil hingerichtet. Am 20. Februar war das Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose in Innsbruck festgenommen worden.

Leisteten Widerstand gegen das NS-Regime: Hans und Sophie Scholl mit Christoph Probst.

Anlässlich des 75. Todestags am Donnerstag, 22. Februar, gedenkt die Murnauer Christoph-Probst-Mittelschule seiner. Die Schulfamilie wird um kurz nach 8 Uhr mit einer Durchsage daran erinnert. „Ich bitte dabei die Schüler und Lehrer kurz in Gedanken inne zu halten“, teilt Rektor Peter Hälterlein mit. Als äußeres Zeichen werden anschließend die Klassensprecher aufgefordert, sich am Denkmal vor dem Schuleingang einzufinden und jeweils eine Kerze zu entzünden. Die drei Schülersprecher Joshua Nießner, Marie-Luise Barthel, Ezgi-Nur Mermertas und Hälterlein legen dazu vier weiße Rosen symbolisch in der Mitte ab. „Die Klassenlehrer werden dann geschichtlich auf das Datum 22. Februar 1943 im Unterricht eingehen“, sagt Hälterlein.

Doch auch während des Schuljahres ist das Thema präsent. Die einzelnen Jahrgangsstufen befassen sich mit den Begriffen Mut und Freundschaft, Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Zivilcourage und Solidarität. Die Ergebnisse werden im Eingangsbereich auf den dafür vorgesehenen fünf drehbaren Säulen vor dem Bild von Christoph Probst festgehalten. Dieser litt unter dem Rassismus der NS-Ideologie und unter dem Elend des Krieges. Der Entwurf für das siebte Flugblatt der Weißen Rose gilt als sein politisches Vermächtnis. Er klagte Hitler an, den „Sendboten des Hasses und des Vernichtungswillens“. Dagegen setzte er seine Hoffnung auf die Werte „Freiheit, Frieden und Familienglück“.

Wird eine Kaserne nach Probst benannt?

Unterdessen gibt es noch keine Entscheidung, ob eine Bundeswehr-Liegenschaft in Garching-Hochbrück künftig Probsts Namen trägt. Dort befindet sich das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München. Angehörige beschäftigen sich in der Einrichtung mit Pharmazie und Lebensmittelchemie. Angeblich stehen im Hinblick auf einen Kasernennamen drei Varianten zur Wahl: Sanitätsfeldwebel-Probst-Kaserne, Fröttmaninger-Heide-Kaserne und Theodor-Blank-Kaserne.

Probst gehörte im Zweiten Weltkrieg der Studentenkompanie der Medizinstudenten der Luftwaffe an. Diese war 1941/1942 in Straßburg, im Sommersemester 1942 in München und ab Winter 1942 in Innsbruck stationiert. Ein Praktikum absolvierte Probst im Luftwaffenkurlazarett am Eibsee.

Zuversichtlich in Sachen Kasernenname zeigt sich Jakob Knab, pensionierter Studiendirektor und Buchautor aus Kaufbeuren: „Es sieht gut aus, dass die Sanitätsfeldwebel der Weißen Rose jetzt Schritt für Schritt eine sinnstiftende und identitätsbildende Tradition in der Bundeswehr begründen.“ Knab selbst möchte sich stark machen, dass die Liegenschaft in Garching-Hochbrück zum 100. Geburtstag im November 2019 nach Probst benannt wird. Bereits am morgigen Freitag will der Kaufbeurer die Sanitätsfeldwebel der studentischen Widerstandsgruppe im Rahmen eines Vortrags an der Sanitätsakademie in München würdigen. Bei Probsts Sohn Vincent hat sich seitens der Bundeswehr bis dato niemand im Zusammenhang mit dem Kasernennamen gemeldet. Für den 76-Jährigen ist der 75. Todestag seines Vaters „ein eher trauriger Tag. Ich feiere lieber Geburtstage“. Er hat übrigens den Eindruck, dass Murnau Christoph Probst in spezieller Weise geprägt hat: nämlich bezüglich seiner Leidenschaft für die Berge und das Skifahren. „Ich denke, dass das Murnauer Einflüsse sein könnten.“

Roland Lory

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