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Neuer „Spaziergang“ ruft Impfbefürworter auf den Plan - Polizei schreitet ein

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Von: Roland Lory

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Beim „Spaziergang“ gegen eine Impfpflicht schlängelt sich der Demonstrationszug durch den Obermarkt.
Beim „Spaziergang“ gegen eine Impfpflicht schlängelt sich der Demonstrationszug durch den Obermarkt. © Wilz

Mehrere Versammlungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben am Montagnachmittag in Murnau die Polizei beschäftigt. Sie erteilte drei Personen einen Platzverweis. 

Murnau – Es ist kurz nach 16.30 Uhr, als sie am gestrigen Montag am Murnauer Kultur- und Tagungszentrum losziehen. Diesmal sogar mit Anmeldung. In den vergangenen Wochen war dies bei „Spaziergängen“ gegen die geplante Impfpflicht nicht der Fall gewesen. Stattdessen war zwischen Weihnachten und Neujahr auf einem Plakat zu lesen, dass man „1989“ auch nicht angemeldet habe, womit die Trägerin offenbar auf die Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 in der DDR anspielte. Die Frau wähnt sich also heute in einer Diktatur. In einer solchen dürfte sie ihre Meinung jedoch nicht frei äußern.

Zeigt Flagge: Gisela Lücke-Wegmann.
Zeigt Flagge: Gisela Lücke-Wegmann. © Wilz

Am gestrigen Montag waren laut Polizeiangaben bei einem „Spaziergang“ von Gegnern der Impfpflicht rund 400 Menschen auf den Beinen. Sie liefen mit Kerzen mehrfach durchs Ortszentrum. „Wir sind nicht gegen etwas, wir sind für eine freie Impfentscheidung“, sagte die Anmelderin, die anonym bleiben möchte. Teilnehmer seien „Leute, die sich Sorgen machen“. Sie kenne niemanden, „der rechts ist“. Allerdings marschierte eine AfD-Politikerin ungehindert mit. Die Anmelderin erklärte, die distanziere sich von rechten und rechtsradikalen Teilnehmern.

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Werbung fürs Impfen

Unterdessen warben vor dem Rathaus 35 Menschen fürs Impfen. Angemeldet hatte die Versammlung Gisela Lücke-Wegmann von der Frauen-Union. „Wir appellieren an jeden einzelnen ungeimpften Menschen: Überwinden Sie Ihr Misstrauen. Tragen Sie mit einer Impfung dazu bei, die Situation zu entschärfen.“ Lücke-Wegmann warb zudem dafür, „seriösen Quellen“ zu vertrauen.

In der Fußgängerzone postierte sich zudem Petra Daisenberger, Ortssprecherin der Grünen, mit 30 Gleichgesinnten. „Wir stehen hier für unsere Demokratie.“ Und: „Wir wenden uns gegen die Instrumentalisierung durch die Nazis.“ Es gab Zwischenfälle: So wurde etwa vor dem Rathaus drei Personen ein Platzverweis erteilt, weil sie die dortige Versammlung stören wollten.

Setzen ein Zeichen: Dorothea Monthofer (l.) vom Werdenfelser Bündnis und Birgit Hammer (Grüne).
Setzen ein Zeichen: Dorothea Monthofer (l.) vom Werdenfelser Bündnis und Birgit Hammer (Grüne). © Wilz

Bereits am Donnerstag hatten sich Gegner der geplanten Impfpflicht in Murnau versammelt. Angemeldet war die Aktion nicht. Von der Werdenfelser Kaserne zogen die Teilnehmer – nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 400 – Richtung Ortszentrum. Wie Daniela Hippe mitteilt, stellvertretende Leiterin der Inspektion Murnau, handelte es sich um „bürgerliches Klientel“, teilweise seien Familien mit Kindern unterwegs gewesen. Aus ihrer Sicht war das „nicht ungefährlich“, denn die Teilnehmer marschierten vorwiegend auf dem Bürgersteig entlang der Weilheimer Straße/B 2. Über Telegram-Kanäle war für den „Spaziergang“ geworben worden. Laut Hippe hatte auch eine AfD-Vertreterin zu der Versammlung aufgerufen. Sie verlief friedlich.

Mahnwache im Ortskern

Dies trifft auch auf den „symbolischen Gegen-Spaziergang“ zu, den Gemeinderätin und Kreisrätin Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) am Donnerstag in der Ortsmitte veranstaltete. Die Mahnwache richtete sich gegen Holocaust-Vergleiche, Verschwörungserzählungen und „Spazieren neben Rechten“. Das Werdenfelser Bündnis gegen Rechts schloss sich an. Nach Polizeiangaben nahmen 35 Personen teil.

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