+
Den Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker präsentiert Projektkoordinator Jens Noack.

Verein MakerLab im Innovationsquartier erlebt „gigantische Nachfrage“

Corona: Masken für Mund und Nase aus dem 3D-Drucker in Murnau

Der Kampf gegen Corona findet in Murnau derzeit über 3D-Drucker statt. Mit ihnen stellt der Verein MakerLab im Innovationsquartier sogenannte Faceshields her – Masken für Mund und Nase. 200 Stück pro Tag. Die Nachfrage ist enorm.

Murnau – Zwei Halterungen aus simplem Plastik, eine durchsichtige DIN-A4-Folie aus dem Drogeriemarkt oder dem Schreibwarenladen, ein handelsüblicher 3D-Drucker: Mit diesen Utensilien kämpft man derzeit in Murnau gegen das Coronavirus. Der im Innovationsquartier (IQ) im ehemaligen James-Loeb-Krankenhaus angesiedelte Verein MakerLab Murnau stellt mit diesen Mitteln über ehrenamtlich Tätige derzeit so genannte Faceshields her – Mund- und Nasenmasken mit dem Ziel, einer Infektion durch den gefährlichen Krankheitserreger vorzubeugen. „Wir stellen sie Krankenhäusern, dem Roten Kreuz, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und sonstigen Unternehmen und Personen kostenfrei zur Verfügung, die sich im beruflichen Alltag vor Infektionen schützen müssen“, sagt Projektkoordinator Jens Noack.

200 Schutzmasken täglich aus dem Innovationsquartier in Murnau: „Gigantische Nachfrage“

Im IQ arbeitet man auf Hochtouren: 200 Masken verlassen täglich die über das MakerLab in privaten Haushalten koordinierten Produktionsstellen. „Vor zwei Wochen haben wir angefangen, die Nachfrage ist gigantisch.“ Dabei ist Murnau nur Teil einer großen Kette. Im gesamten deutschsprachigen Raum ist die Resonanz enorm: Innerhalb weniger Tage hat sich ein Maker-Schwarm von 2500 Unterstützern gefunden, mittlerweile hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt“, informiert Alexander Klarmann, Sprecher der übergeordneten Initiative „MakerVsVirus“, für die auch das Murnauer Unternehmen tätig ist. Die auf Anfrage produzierten Teile würden kostenlos oder zum Unkostenbeitrag angeboten. Dezentral fertigt der Maker-Schwarm in privaten Hobbykellern oder in Vereinen wie „FabLabs“ und „Makerspaces“, wo mehrere dieser Geräte gemeinsam genutzt werden.

„Schulprojekte, Universitäten und professionelle Dienstleister mit verfügbaren Kapazitäten schließen sich der Aktion an. Von kleinen Spulen wird Plastik im 3D-Drucker Schicht für Schicht für die Kopfteile aufgetragen“, erklärt Klarmann. Folien werden in Lasercuttern und Schneideplottern, teilweise auch von Hand, geschnitten und zur Montage passend gelocht. Online-Kollaborationstools ermöglichen die zentrale Organisation, hier wird die Menge erst sichtbar.

Das könnte Sie auch interessieren:
Corona-Maskenpflicht: Erstes Bundesland beschließt Maßnahme - Weitere Forderungen werden laut

Verein MakerLab Murnau produziert für Deutschland und europäische Nachbarn - Appell an Unterstützer

50 000 Faceshields pro Tag werden zur Zeit in der Bundesrepublik produziert. Doch der Dienst ist auf Mithilfe angewiesen: „Wir bitten alle Betriebe oder Privatpersonen, die im Besitz von 3D-Druckern sind, uns zu helfen. Wir produzieren nicht nur für Deutschland, sondern auch für unsere europäischen Nachbarn, die von der Corona-Krise teilweise besonders hart getroffen sind“, lautet der Appell von Ulrich Bittlinger, Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde.

Neben Kunststoffteilen aus dem 3D-Drucker sowie Gummibändern zur Fixierung werden für die Gesichtsschilde große Mengen an Plastikfolie benötigt. Absehbar sei bereits, dass die benötigten Kunststofffolien nicht überall ausreichend verfügbar sind. Dabei werden klare Folien benötigt. In Druckereien, Werbetechnik-Unternehmen, Baumärkten sowie Verpackungsunternehmen sind solche Folien oftmals vorrätig. Doch genau die haben wegen der Coronakrise derzeit geschlossen.

Kontaktmöglichkeit unter info@makerlab-murnau.de

Rafael Sala

Das könnte Sie auch interessieren:
Corona-Krise: Experte warnt vor falschem Gebrauch von Stoffmasken

Auch interessant

Kommentare