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Murnaus Unfallklinik: Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für die Behandlung von Corona-Kranken.

Zwei Pflegestationen geräumt

Corona-Pandemie: Murnauer Unfallklinik ist gerüstet

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Seit Wochen laufen in der Murnauer Unfallklinik die Vorbereitungen auf die Corona-Pandemie. Die Vorzeige-Einrichtung fühlt sich bestens gewappnet –auch für die Behandlung einer größeren Anzahl schwer Erkrankter. Seit dem Wochenende wird ein Notfallpatient versorgt, der positiv auf das Virus getestet wurde.

Murnau – Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau (UKM) ist, wie der Name schon sagt, eigentlich auf die Behandlung von Unfallopfern spezialisiert. Dennoch bereitet sich das renommierte Traumazentrum seit einiger Zeit auf den befürchteten Corona-Sturm vor. Bereits vor rund drei Wochen wurde, wie die Presseabteilung auf Tagblatt-Nachfrage mitteilt, ein Krisenstab einberufen. Der Tenor: Die Klinik – mit rund 2200 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in der Region – sei auch für die aktuelle Herausforderung bestens aufgestellt.

„Das Haus verfügt über eine Isolierstation und ist medizinisch, pflegerisch und technisch gewappnet, um infektiöse Patienten auf höchstem medizinischen Niveau zu versorgen“, sagt der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Fabian Stuby. „Für uns gilt weiterhin der Murnauer Codex, dass kein Notfallpatient abgewiesen wird.“ Die Rettungsdienste seien zwar angewiesen, Menschen mit einer Covid-19-Infektion – so nennen Mediziner die Corona-Erkrankung – zunächst in die Häuser der Umgebung zu bringen. „Aufgrund der limitierten Intensivkapazitäten der umliegenden Kliniken rechnet die BG Unfallklinik Murnau aktuell jedoch damit, auch eine Vielzahl von an Covid-19 erkrankten Patienten zu versorgen“, sagt Stuby. Bislang ist dort lediglich ein Corona-Betroffener untergebracht, der aufgrund eines neurologischen Notfalls kam. Sein Zustand wird als klinisch stabil bezeichnet.

Es wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Dazu zählen: Seit rund eineinhalb Wochen gilt ein Besucherverbot, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Nur noch Mitarbeiter und Notfallpatienten dürfen die Klinik betreten. Entsprechend verwaist wirkt derzeit das UKM-Gelände. Es wurden alle Veranstaltungen und Teambesprechungen abgesagt und durch andere Kommunikationsformen ersetzt. Es wurden Operationen, die nicht dringend erforderlich waren, bis auf Weiteres verschoben. Auch ging die Anzahl der Aufnahmen deutlich zurück. Die Klinik ist derzeit nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Dies schafft zusätzliche Kapazitäten für Corona-Fälle. Für diesen Zweck wurden zwei Pflegestationen geräumt. Auf der Intensivstation verfügt das UKM im Normalbetrieb über 42 Betten. Hinzu kommen 18 Betten der so genannten Intensivüberwachungspflege („Intermediate Care“). Es stehen maximal 70 Beatmungsplätze zur Verfügung.

Dass das gesellschaftliche Leben in Deutschland weitgehend stillgelegt wurde, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, begrüßt Dr. Michael Ebenhoch, der den Fachbereich Hygiene, Klinische Infektiologie und Mikrobiologie leitet: „Meines Erachtens sind die Ausgangseinschränkungen alternativlos und die einzig wirkungsvolle Möglichkeit, die Infektionskurve abzuflachen. Das ist dringend notwendig, um unser Gesundheitssystem in Deutschland nicht zu überlasten, wie es aktuell in Italien oder Spanien der Fall ist. Nur so sind wir in der Lage, jeden Patienten bestmöglich zu helfen“, erklärt der Experte – und appelliert an alle, „die Regeln zu befolgen, solange es keine wirksame Therapie oder Impfung gegen das Virus gibt“.

Der Schutz des eigenen Personals und der Patienten stehe „an oberster Stelle“, sagt UKM-Geschäftsführerin Sarah Heinze. „Deshalb haben wir im Krisenstab sehr rasch weitreichende Sicherheitsmaßnahmen beschlossen.“ So seien zum Beispiel schwangere und immungeschwächte Mitarbeiter sofort von der Patientenversorgung distanziert oder Teambesprechungen umorganisiert worden, um Gruppenbildungen zu vermeiden.

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