Einst hieß der Bau Kurgästehaus, heute trägt die Immobilie den Namen Kultur- und Tagungszentrum.
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Einst hieß der Bau Kurgästehaus, heute trägt die Immobilie den Namen Kultur- und Tagungszentrum.

Haushaltsberatungen in Murnau

Kultur- und Tagungszentrum: Ein Kandidat für die Prioritätenliste

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Mehrere Murnauer Marktgemeinderäte finden, dass das Kultur- und Tagungszentrum (KTM) auf die Prioritätenliste gesetzt werden sollte. Allerdings liegen neue Konzepte für die Bücherei und das KTM bis dato noch nicht vor.

  • Mehrere Murnauer Gemeinderäte finden, dass das Kultur- und Tagungszentrum (KTM) auf die Prioritätenliste sollte..
  • Konzepte für die Bücherei und das KTM liegen bis dato jedoch noch nicht vor.
  • Die Kämmerei übt sich in Zurückhaltung.

Murnau – Wie geht es mit dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum (KTM) weiter? Diese Frage ist jetzt in den Haushaltsberatungen aufgeploppt. Grünen-Fraktionssprecherin Veronika Jones schlug vor, das Gebäude „aufzupimpen“ und betonte, die Gemeinde solle Dinge, die man mal beschlossen hat, auch umsetzen. Die Fraktionssprecher Maria Schägger (Freie Wähler) und Phillip Zoepf regten an, das KTM auf die Prioritätenliste zu setzen. „Damit wir es nicht aus den Augen verlieren“, sagte Zoepf. Wenn es auf der Prioritätenliste steht, wisse man, was das Ganze kostet, argumentierte Schägger.

Skepsis in der Kämmerei

Zurückhaltend äußerte sich der stellvertretende Kämmerer Josef Brückner. Sprach vom „Wünschenswerten und Machbaren“. Er könne sich nicht vorstellen, „dass wir uns eine größere Investition leisten können“, ohne einen Kredit aufzunehmen oder die Steuern zu erhöhen. „Da reden wir von Millionen“, betonte Brückner.

Stimmen aus der CSU-Fraktion

Franz Neuner (CSU) fand es zwar richtig, das Thema KTM im Auge zu behalten. Er merkte jedoch an, dass keiner wisse, wie sich im Zuge der Corona-Pandemie das Tagungsgeschäft entwickelt. Dies sollte man seiner Meinung nach abwarten. Lorenz Brey (CSU) ergänzte: „Wir sollten erst in eine Planung einsteigen, wenn wir das nötige Kleingeld haben.“

Beschluss von 2019

Rückblende: Die Fraktion von Mehr Bewegen stellte im April 2019 zusammen mit Kulturreferentin Dr. Elisabeth Tworek (damals SPD-Fraktion, heute bei Mehr Bewegen) einen Antrag. Dieser sah eine Neukonzeptionierung der Gemeindebücherei vor. Zudem regten die Antragsteller ein neues Raumkonzept für das KTM an. Hauptverwaltungsausschuss und Marktgemeinderat votierten im Mai 2019 grundsätzlich dafür. Die neue Büchereileitung bekam den Auftrag, ein neues Konzept zu erarbeiten. „Es können dabei die frei werdenden Räumlichkeiten einbezogen werden, soweit sie auch touristisch genutzt werden können“, hieß es. Damit war die Tourist-Info gemeint, die Mitte 2019 ins Rathaus umzog. Die Räte entschieden damals zudem, dass auch ein Konzept zur Neuausrichtung des KTM erstellt beziehungsweise untersucht werden soll. Ebenfalls von 2019 datiert ferner der Vorschlag von Hans Kohl (Grüne), die Bücherei in das alte Postgebäude auszulagern. Ob das KTM auf die Prioritätenliste kommt, ist noch nicht entschieden. Fest steht: Weder ein Konzept für die Bücherei, noch eines für das KTM insgesamt liegen bis heute vor. „Wir haben beides auf dem Schirm und bleiben dran“, sagte gestern Rathaussprecherin Annika Röttinger.

Zoepf sieht Potential für Nebensaison

Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte laut Zoepf in der Vergangenheit bereits Entwicklungsbedarf sowohl für die Bücherei, als auch für das KTM festgestellt. Der Mehr-Bewegen-Fraktionssprecher erinnert daran, dass es vor einigen Jahren die Namensänderung von „Kurgästehaus“ in „Kultur- und Tagungszentrum“ gegeben hat. „Nämlich genau vor dem Hintergrund, die Zweckbestimmung für das Gebäude deutlicher zu machen. Eine bessere Auslastung bei Tagungen und Kongressen wirkt sich automatisch sowohl auf die Hotel- und Gastrobranche, als auch auf den Einzelhandel aus.“ Gerade für die Nebensaison sieht Zoepf Entwicklungspotential. „Meiner Meinung nach ist das eine rentierliche Investition, die Potential für Murnau hat.“ Vielleicht sogar gerade für die Zeit nach der Pandemie, „um die lokale Wirtschaft zu fördern“.

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