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Beliebt bei Einheimischen und Gästen: die Murnauer Bucht, hier eine Archivaufnahme.

Nach Treffen zum Dauerthema Murnauer Bucht

CSU-Kritik an Klosterklausur

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Zwei Tage lang waren Gemeinderäte und Rathaus-Vertreter im Kloster Irsee, um sich Gedanken über die Zukunft der Murnauer Bucht zu machen. Aus den Reihen der CSU-Fraktion, die nicht dabei war, wird nun Kritik an dem Auswärtstermin laut: Man hätte die Veranstaltung vor Ort abhalten sollen, findet Josef Bierling.

Murnau – Was soll aus der Murnauer Bucht werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Kommunalpolitik bereits seit vielen Jahren. Dem Areal in bester Lage am Staffelsee wird enormes Entwicklungspotential attestiert. Doch die ungelösten Probleme haben es in sich: Dabei geht es nicht nur um die Neugestaltung des Bade- und Freizeitbereichs, sondern auch um die Gastronomie und die Verkehrssituation. Um einen Schritt weiterzukommen, zogen sich Teile des Gemeinderats und der Verwaltung für ein Wochenende zur Klausur ins Kloster Irsee zurück.

Was dabei herauskam, ist noch geheim. Die Teilnehmer hätten sich darauf verständigt, dass zunächst alle Mitglieder des Gemeinderats in einer der nächsten Sitzungen informiert werden, erklärt Rathaus-Sprecherin Nina Herweck-Bockhorni auf Tagblatt-Nachfrage. „Erst danach werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.“ Das Treffen sei aber „sehr konstruktiv und in angenehmer Atmosphäre“ verlaufen. Bemerkenswert ist allerdings: Laut Herweck-Bockhorni nahmen Vertreter aller Gruppierungen teil – bis auf die CSU-Fraktion.

Bei den Schwarzen löst die Vorgehensweise, auswärts Ideen für ein Murnauer-Bucht-Konzept zu schmieden, Kopfschütteln aus. Nach Ansicht von CSU-Gemeinderat Josef Bierling sollte solch eine Veranstaltung „eigentlich zwingend“ in Murnau abgehalten werden – vielleicht im Strandbad-Restaurant, „um die Örtlichkeit, um die es geht, vor Augen zu haben“, argumentiert der Volksvertreter in einer Stellungnahme, die, wie er betont, nur seine Einzelmeinung wiedergebe. In Murnau habe man genügend Möglichkeiten – etwa das sanierte Rathaus, das Kultur- und Tagungszentrum oder Gaststätten – für derartige Zusammenkünfte, mit denen man obendrein die Gemeinde und ihre Betriebe stärken könnte. „Aber eine Kommune kann da wohl ,guten Gewissens‘ eine Ausnahme machen, so scheint es zumindest“, ärgert sich Bierling. Und weiter: „Ebenso wird von einigen politischen Gruppierungen der Umgang mit den Klimawandel angeprangert, da scheint es ja doch auch völlig unsinnig, wenn man für so ein Vorhaben Verkehr und Umwelt belastet.“ Außerdem könne sich nicht jeder für zwei Tage „verdrücken“. Schließlich hätten viele auch noch weitere Ehrenämter, einen Partner und Familie.

Herweck-Bockhorni verteidigt hingegen den Irsee-Ausflug: „Es gehört zum Konzept derartiger Klausuren, sich bewusst außerhalb des bekannten Wirkungskreises zusammenzusetzen.“ Die CSU habe im Vorfeld auch keine Bedenken geäußert.

Deren Fraktionschefin Regina Samm sieht indessen die Sache ganz nüchtern: Es habe „keine Pflichtanwesenheit“ bestanden, erklärt sie. „Also muss jeder Gemeinderat selbst entscheiden, ob er mitfährt oder nicht.“ Bei ihr habe es aus familiären Gründen nicht gepasst. Und welche Vorstellungen haben sie und ihre Kollegen bezüglich der Neugestaltung der Bucht? Samm hält sich bedeckt: „Die CSU-Fraktion kann momentan zur Murnauer Bucht noch keine Aussagen machen, da dieses Thema noch in Bearbeitung ist.“

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