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Wieder befahrbar: die Schlossbergstraße. Damit ist der Untermarkt keine Sackgasse mehr.

Dauerthema Untermarkt

Viele Ideen, aber noch keine Lösung

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Murnaus Schlossbergstraße ist nach einer längeren Sperrung wieder geöffnet – und damit der Untermarkt keine Sackgasse mehr. Doch was soll aus dem verkehrstechnisch sensiblen Abschnitt im Ortszentrum werden? Die Meinungen gehen weit auseinander.

Murnau – Autofahrer, die von Süden her in den Murnauer Ortskern wollten, brauchten in der Vergangenheit starke Nerven. Denn aufgrund der Rathaus-Baustelle war die Schlossbergstraße seit Mitte 2016 komplett blockiert – und damit der Untermarkt eine Sackgasse. Seit gut einer Woche ist diese Route wieder geöffnet – zumindest in Richtung Osten. Die Schlossbergstraße wurde halbseitig für den Verkehr freigegeben. Allerdings kann es, wie die Verwaltung auf Nachfrage mitteilte, im Zuge der Arbeiten erneut zu vorübergehenden Schließungen kommen. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Im Laufe des nächsten Jahres soll die Rathaus-Sanierung abgeschlossen sein.

Die spannende Frage lautet: Wie geht es dann mit dem Untermarkt weiter? Seit Jahren wird an dieser Einkaufsmeile südlich der Fußgängerzone herumgedoktert, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Der Haken an der Sache: Jeder Eingriff in die Verkehrsströme schafft möglicherweise woanders neue Probleme.

Die Meinungen gehen bei Geschäftsleuten und Politikern weit auseinander. Die einen würden die Autos am liebsten ganz aus dem Untermarkt verbannen – oder zumindest massiv ausbremsen. Die anderen halten diesen für einen wichtigen Zubringer ins Zentrum, der unbedingt erhalten werden muss. Neue Erkenntnisse und belastbare Daten soll ein Verkehrskonzept bringen, das derzeit ein Fachbüro für den gesamten Markt erstellt. Im Rahmen dieser Studie werden auch verschiedene Varianten für den Untermarkt untersucht und deren Auswirkungen berechnet. Dazu zählen etwa eine verlängerte Fußgängerzone, eine Einbahnstraßen-Regelung oder ein so genannter „Shared Space“ („gemeinsamer Raum“). Darunter versteht man eine stark verkehrsberuhigte Zone, in der nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf und in der Fußgänger, Fahrräder und Kraftfahrzeuge gleichberechtigt sind.

Für diese Lösung – auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gilt als Anhänger der Idee – macht sich der Murnauer Einzelhändler Alexander Laskowski-Köninger stark, der dafür Unterschriften gesammelt hat. „Es geht darum, dass der Untermarkt attraktiver wird“, sagt er. Es werde zu schnell gefahren und wild geparkt. Ein „Shared Space“ wäre in seinen Augen ideal, weil dadurch der Verkehr weniger werde und trotzdem Murnaus „gute Stube“ gut erreichbar bleibe.

Auch SPD-Gemeinderat Felix Burger wünscht sich für den Untermarkt eine höhere Einkaufs- und Aufenthaltsqualität – ob nun in Form einer Fußgängerzone oder des „Shared Space“-Modells. Ihm sei es wichtig, das Areal zu beleben und ähnlich wie den Obermarkt zu nutzen. In anderen Gemeinden und Städten funktioniere das ja auch. Allerdings müsse man, so Burger weiter, zuerst das besagte Verkehrsgutachten abwarten. Und es müssten die betroffenen Bürger und Geschäftsleute mehrheitlich mitziehen.

Kein Freund dieser Konzepte ist Freie-Wähler-Chef Welf Probst, der am Untermarkt seinen Handwerksbetrieb hat. „Das A und O ist, dass das Ortszentrum erreichbar bleibt. Wir wollen, dass die Leute reinkommen“, betont er. Eine Position, die auch aus den Reihen der CSU zu hören ist. Er würde es, so Probst, bei der bisherigen Untermarkt-Regelung – es handelt sich um einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, in dem nur Tempo 20 gefahren werden darf – belassen. „Das ist ausreichend.“ Das Stichwort „Shared Space“ löst bei ihm Kopfschütteln aus. Dazu müsste man seiner Ansicht nach aus der Fahrbahn und den Gehsteigen eine Ebene machen. Probst: „Man müsste den ganzen Untermarkt aufreißen. Das ist irrsinng.“

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