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Hat schon bessere Zeiten gesehen: die Hagener Leite im Osten Murnaus.

Debatte über Straßenbau

Hagener Leite: Anlieger finden Gehör

Die Planung für die erstmalige Herstellung der Hagener Leite wird erwartungsgemäß abgespeckt. Darauf hat sich der Murnauer Bauausschuss verständigt. Auf den Ausbau des Lindenburgwegs verzichtet man erst einmal.

Murnau – Die Zahl der Zuhörer im Murnauer Bauausschuss ist normalerweise überschaubar. Am Montagabend war das anders, rund 30 Bürger bevölkerten den Raum Staffelsee im Kultur- und Tagungszentrum. Der Grund: Es ging ums Geld. Geld, das die Anlieger der Hagener Leite für die erstmalige Herstellung ihrer Straße bezahlen müssen. Die bisherige Planung war den Bürgern deutlich zu aufwändig und zu teuer. Daher drängten sie auf eine abgespeckte Variante nach Vorbild der Straße Am Eichholz.

Die Hagener Leite ist in einem „schlechten Zustand“, es gibt einen „Haufen Schäden“. Das machte Markus Schmidbauer vom Tutzinger Ingenieurbüro Ott Sobotta Schmidbauer (OSS) deutlich. 2018 will die Marktgemeinde das Vorhaben anpacken. Dabei muss der Straßenunterbau laut Schmidbauer erneuert werden. Da der Boden nicht sickerfähig sei, müsse das Straßenwasser über die Kanalisation abgeleitet werden. Mehrere, teils geschädigte Bäume im östlichen Teil der Route sollten nach Dafürhalten des Planers gefällt und dafür neue gepflanzt werden.

Der Bauausschuss beschloss letzten Endes einstimmig, dass die Anlieger die abgespeckte Variante bekommen sollen. Wesentliche Bestandteile davon sind eine Fahrbahnbreite von fünf Metern, eine so genannte Weilheimer Kante sowie ein Magerrasen auf dem Seitenstreifen. Die Kosten wurden mit 420 000 Euro angegeben, wobei noch Entsorgungskosten von etwa 200 000 Euro hinzukämen. Es handelt sich um Nettoangaben. Nötig ist ein Bodenaustausch. Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, beim Bodengutachter nachzuhaken, um die Kosten eventuell noch einmal zu drücken. Johann Scherrer (CSU) fand hingegen, dass man bei der Auskofferung nicht sparen sollte. „Die Frostsicherheit muss gegeben sein.“ Im Vorfeld war von einer Million Euro Gesamtkosten die Rede gewesen, wobei es sich aber um einen Brutto-Betrag handelte. Das letzte Wort hat der Marktgemeinderat. Voraussichtlich im Januar wird das Gremium sich zu diesem Thema beratschlagen.

Die Planung sei „noch nicht in Beton und Asphalt gegossen“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Bei der nächsten Anliegerversammlung will die Verwaltung jedem Betroffenen mitteilen, welche Ausgaben ungefähr auf ihn zukommen.

Anders liegen die Dinge beim benachbarten Lindenburgweg. Die Kommune verzichtet erst einmal auf den Ausbau der Strecke. Vor zehn Jahren dachte man in der Verwaltung noch, dass auch diese Route erstmalig hergestellt werden muss. Doch nach Recherchen der Marktkämmerei ist man nun anderer Ansicht. Will heißen: Der Ausbau des Lindenburgwegs fällt nicht unter die Erschließungsbeitragssatzung, sondern unter die Ausbaubeitragssatzung. Nachdem im Bayerischen Landtag gerade intensiv darüber diskutiert wird, wie man die Straßenausbaubeiträge künftig handhabt, nimmt die Kommune erst einmal Abstand davon, im Lindenburgweg tätig zu werden. Der Beschluss war einstimmig. „Es ist naheliegend, dass man erst einmal darauf verzichtet“, sagte Marktbaumeister Klaus Tworek.

Roland Lory

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