Seit Monaten im Fokus der Debatten: das Murnauer Umspannwerk.
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Seit Monaten im Fokus der Debatten: das Murnauer Umspannwerk.

Verlagerung des Umspannwerks

Der letzte Versuch: ÖDP/Bürgerforum und Grüne wollen Flächen nochmals prüfen

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Zwei Murnauer Ratsfraktionen bringen das Thema „Verlagerung des Umspannwerks“ erneut auf die Agenda. Flächen nahe der Grüngutdeponie sollten ihrer Meinung nach noch einmal geprüft werden.

  • Die Verlagerung des Murnauer Umspannwerks war eigentlich gestorben.
  • Doch jetzt wollen ÖDP/Bürgerforum und Grüne gewisse Flächen nochmals prüfen.
  • Der Standort südlich der Grüngutdeponie ist aus ihrer Sicht zu schnell aufgegeben worden.

Murnau – Bis Januar 2021 wollte das Bayernwerk wissen, wo in Sachen Murnauer Umspannwerk die Reise hingeht. Der Netzbetreiber begehrte eine Entscheidung des Marktgemeinderats für eine der Verlagerungsvarianten. Doch dazu kam es nicht. Die Kommunalpolitiker legten die Pläne Mitte Dezember mangels eines Standorts ad acta.

Verhandlungen wieder aufnehmen

Allerdings ist möglicherweise noch ist nicht aller Tage Abend. Die Fraktionssprecher Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) und Hans Kohl (Bündnis 90/Die Grünen) möchten die Flinte nicht ins Korn werfen. Sie wollen, dass Grundstücke südlich beziehungsweise südöstlich der Grüngutdeponie Weindorf noch einmal geprüft werden, um dort eine eingehauste Anlage zu errichten. „Die Verwaltung soll die dazu erforderlichen Verhandlungen wieder aufnehmen“, schreiben die beiden Fraktionssprecher in ihrem Antrag. Der Arbeitskreis Umspannwerk müsse in die Arbeitsprozesse und Abstimmungen wieder eingebunden werden.

Zu schnell aufgegeben

Den genannten Standort halten die beiden für „gut geeignet, da hier die drei Trassen gut angeschlossen werden können“. Weitere Vorteile, die sie anführen, sind welche, die Befürworter einer Verlagerung schon früher nannten: Befreiung der Siedlungsbereiche Hauserberg/Hofangerweg/Längenfeldleite sowie des Ostens von Murnau von 110 kV-Freileitungen, die Schaffung von gesunden Wohnverhältnissen in diesen Bereichen, bauliche Entwicklungsmöglichkeiten am Gelände des jetzigen Umspannwerks und östlich des Längenfeldweges sowie Verzicht auf Erhöhung der Abfangmasten auf 36 Meter. „Die Beeinträchtigung des Blicks aus dem Ortsteil Froschhausen durch ein neues Betriebsgebäude ist unserer Meinung nach zu verschmerzen.“ Leider sei dieser Standort, auch aufgrund des Drucks betroffener Bürger und in Aussicht gestellter neuer Standorte, zu schnell aufgegeben worden beziehungsweise sei gar nicht zur Abstimmung gekommen, bedauern Kohl und Manlik.

Bemerkenswerte Kooperation

Bemerkenswert ist, dass ÖDP/Bürgerforum und Grüne gemeinsam die Initiative ergreifen. Zuletzt hatte man den Eindruck, dass sich diese Fraktionen in Sachen Umspannwerk nicht grün waren. Auch innerhalb der Grünen-Fraktion gab es unterschiedliche Ansichten. Daraus macht Kohl kein Hehl. „Doch wir haben diskutiert, bis wir uns einig waren.“ Der Grünen-Sprecher ist überzeugt, dass es die meisten Gemeinderäte schade finden, dass die Verlegung nicht klappte „und dass wir doch noch einmal einen Versuch machen sollten“. Bei einer „so wichtigen Sache“ sei dies angebracht, betont Kohl.

Wichtiges Ziel

Auch Welf Probst von den Freien Wählern will nicht aufgeben, die Verlagerung noch nicht zu Grabe tragen. Die Verlagerung ist seines Erachtens „ein wichtiges Ziel für den Ort, so dass man alles Mögliche versuchen sollte“. Probst sprach sich jüngst dafür aus, dass sich der Gemeinderat noch einmal zusammensetzt.

Knackpunkt Grundstücke

Die Standorte, die Kohl und Manlik ins Gespräch bringen, werden seiner Meinung nach bei den Anliegern jedoch „auf wenig Gegenliebe“ stoßen. Zudem verweist Probst auf die Grundstücksthematik. Dabei gehe es nicht um die Fläche, wo man das Umspannwerk hinstellt, sondern um den Weg dorthin. Also Überleitungsrechte. „Die meisten würden mitmachen“, weiß Probst, aber manche eben nicht. Auch Kohl ist klar, dass die Grundeigentümer „das Hauptproblem“ bei der Sache seien. Aber er hegt die Hoffnung, dass sich welche umstimmen lassen.

Transparenz pro und contra

Manlik macht deutlich: „Es sind nicht alle gefragt worden.“ Der Fraktionssprecher des ÖDP/Bürgerforums lehnt außerdem „völlige Transparenz“ in dieser Angelegenheit ab, denn „da kann man keine Verhandlungen mehr führen“. Grünen-Fraktionssprecherin Veronika Jones plädiert hingegen für „maximale Bürgerbeteiligung“.

Spielt Bayernwerk mit?

„Es ist ein Versuch“, sagt Manlik. Ob es der letzte ist? „Das kommt drauf an, wie lang das Bayernwerk mitspielt. In meinen Augen ist Januar nicht der letzte Termin.“ Das Bayernwerk will, wenn es mit der Verlagerung nicht klappt, den vorhandenen Knotenpunkt an der Dr.-Schalk-Straße erneuern.

Rathauschef hält sich zurück

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wollte im Vorfeld der Beratungen im Gemeinderat inhaltlich keine Stellung nehmen. „Mein Vorschlag wäre, dass der Arbeitskreis Umspannwerk in diesem Kontext noch einmal einberufen wird und alle eingegangenen Anträge und Stellungnahmen sammelt und prüft. Das wäre meiner Meinung nach eine gute Arbeitsgrundlage.“

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