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Fiel heuer aus: der Murnauer Novembermarkt. Foto: 

Debatte über abgesagten Novembermarkt

Dicke Luft im Murnauer Einzelhandel: Händler schreiben „offenen Brief“ an den Bürgermeister

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Unter Murnaus Einzelhändlern herrscht Unzufriedenheit: Einige Geschäftsleute beschweren sich in einem Brandbrief ans Rathaus, dass die Absage des Novembermarkts nicht rechtzeitig mitgeteilt worden sei. Überhaupt, so heißt es weiter, werde ihr Wirtschaftszweig nicht ausreichend gefördert.

Murnau – Die verkaufsoffenen Sonntage mit den Märkten sind fester Bestandteil im Murnauer Jahreskalender – und meist auch sehr gut besucht. Die Zuständigkeiten sind dabei klar geregelt: Die Gemeinde organisiert den Palm- und Michaelimarkt. Der Wirtschaftsförderverein ist für die Maidult und den Novembermarkt zuständig. Doch dieser – der Termin wäre der 11. November gewesen – fiel heuer ins Wasser. Man habe nicht ausreichend Fieranten – erforderlich wären mindestens zwölf gewesen – gewinnen können, heißt es zur Begründung.

Doch das Ganze hat ein Nachspiel. Neun Händler aus dem Untermarkt – namentlich genannt sind die Geschäfte Drogerie Müller, Holzkunst und Holzspiel, Galerie Kistenblick, Schön und gut, Mondlicht, Strickpunkt, Zauberhaft, Mode Inge Weinberg sowie der Jack-Wolfskin- Store – machen in einem „offenen Brief“ an Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der als Berater im Wirtschaftsförderverein tätig ist, ihrem Ärger Luft. Darin beschweren sie sich über die ihrer Ansicht nach misslungene Organisation und Kommunikation. Viele hätten die Nachricht, dass der Markt nicht stattfindet, erst „am Tag davor um cirka 13 Uhr aus diffusen, mündlichen Quellen erfahren“ – obwohl sie bereits Vorkehrungen getroffen hätten. So seien beispielsweise Ware eingekauft und Personal bestellt worden. „Es bedeutet durchaus einigen Aufwand, einen verkaufsoffenen Sonntag zu gestalten“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Die Verfasser sind generell enttäuscht: „Leider haben viele Einzelhändler in Murnau schon seit einigen Jahren das Gefühl, dass die Gemeinde diesen Wirtschaftszweig mit großer Unachtsamkeit und Desinteresse behandelt.“ Dabei gestalte dieser das attraktive Erscheinungsbild Murnaus maßgeblich mit und trage dazu bei, dass das Tourismusgeschäft wächst. Einen Seitenhieb verpassen die Händler dem Wirtschaftsförderer der Gemeinde. Es sei ja „schön“, ist zu lesen, dass sich Bittlinger um Projekte wie das Innovationsquartier kümmere. Aber: „Es gibt doch noch Kleinunternehmen, die viele Abgaben leisten und keinerlei ,Wirtschaftsförderung‘ genießen.“

Stefanie Fischer (Betten Federl) räumt ein, dass die Kommunikation in Sachen Novembermarkt „nicht die beste“ war. Das mag damit zusammenhängen, dass derzeit die Spitze des Wirtschaftsfördervereins schwach aufgestellt ist. Fischer leitet die Interessenvertretung nur kommissarisch. Im Dezember soll ein neuer Vorstand gewählt werden. Man habe die rund 140 Mitglieder und weitere Ladenbetreiber über die Absage informiert, berichtet Fischer – und seitens der Gemeinde sei dies per Aushang bekanntgegeben worden. Für Verwirrung habe aber wohl gesorgt, dass der Termin dennoch lange Zeit auf der Gemeinde-Homepage stand. Die Geschäftsinhaberin ärgert sich, dass viel kritisiert, aber wenig miteinander gesprochen werde. Dabei müssten doch alle Murnauer Händler an einem Strang ziehen. Und man dürfe nicht vergessen, fügt sie hinzu, dass der Wirtschaftsförderverein auf ehrenamtlicher Arbeit basiere.

Auch Rathauschef Beuting beschwört den Zusammenhalt: „Die Herausforderungen, mit denen sich der Einzelhandel konfrontiert sieht, können nur gemeinsam bewältigt werden. Deshalb setze ich auf eine starke Zusammenarbeit zwischen dem Markt Murnau und dem örtlichen Einzelhandelsverband.“ Nach Ansicht der Marktgemeinde gehört es zu den Aufgaben des Citymarketings, die Attraktivität des Ortszentrums zu steigern, um Kunden- und Besucherströme anzuziehen. Ein Bereich, den der neue Tourismus-Chef – die Stelle wird derzeit nachbesetzt – mit abdecken soll. Bemerkenswert: Beuting vertritt die Meinung, dass sich die Einzelhändler an Citymarketing-Aktionen finanziell beteiligen sollen.

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