Während des Ladens kann man sein Auto an der Lederergasse mit Parkscheibe abstellen. Ansonsten müssen Besitzer von E-Autos inzwischen in Murnau fürs Parken zahlen wie jeder andere auch.
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Während des Ladens kann man sein Auto an der Lederergasse mit Parkscheibe abstellen. Ansonsten müssen Besitzer von E-Autos inzwischen in Murnau fürs Parken zahlen wie jeder andere auch.

Mobilität und Energiewende

Parken für E-Autos nicht mehr kostenlos: Murnauer kritisiert Ratsentscheidung

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Bereits seit Anfang des Jahres können Elektro-Autos in Murnau nicht mehr kostenfrei abgestellt werden. Ein Bürger kritisiert diesen Schritt. 

  • Bereits seit Anfang des Jahres können Elektro-Autos in Murnau nicht mehr kostenfrei abgestellt werden.
  • Ein Bürger kritisiert diese Entscheidung des Marktgemeinderats. 
  • Damit beseitige die Gemeinde zu einem frühen Zeitpunkt einen Anreiz, E-Autos zu benutzen.

Murnau – Bereits seit Anfang des Jahres können Elektro-Autos in Murnau nicht mehr kostenfrei abgestellt werden. Der Gemeinderat beschloss diesen Schritt im Zuge der neuen Verordnung über die Parkgebühren. Die Entscheidung ist jedoch nicht unumstritten. Ein Murnauer E-Auto-Fahrer, der namentlich nicht genannt werden möchte, kann nur den Kopf schütteln. Er ist der Meinung, dass die Gemeinde damit zu einem frühen Zeitpunkt einen Anreiz beseitigt, E-Autos zu benutzen. „Die Botschaft passt nicht.“ In zwei Jahren das kostenfreie Parken zu streichen, hätte er in Ordnung gefunden. Aber jetzt, wo es gerade anläuft mit der E-Mobilität? Der Mann versteht’s nicht. Die Gemeinde habe eine „ÖDP-Regierung“. Für den Murnauer passt das „nicht zusammen“.

Gemeinde: Regel konnte nicht für immer aufrecht erhalten werden

Damit konfrontiert, äußert sich Rathaussprecherin Annika Röttinger wie folgt: „Das kostenfreie Parken war anfangs ein Anreiz um die E-Mobilität zu fördern.“ Die Gemeinde unterstütze und fördere die Elektromobilität weiterhin durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur. „Während des Ladens ist auch das Parken kostenfrei.“ Der Anteil der E-Autos steige rasant an, weshalb es klar gewesen sei, dass diese Regelung nicht für immer aufrecht erhalten werden könne. Nach Auffassung von Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sollte der Ansatz einer nachhaltigen Mobilität sein: Verkehre vermeiden, indem man die Anzahl und Länge der Wege reduziert; Verkehre verlagern, indem man Bahn, ÖPNV, Radwege und Sharing-Modelle ausbaut; Verkehre verträglich abwickeln, und zwar durch den Einsatz alternativer Antriebe. „Daraus lässt sich erkennen, dass das Ziel sein sollte, den motorisierten Individualverkehr möglichst zu reduzieren, und nur, wo nicht anders möglich, auf alternative Antriebe umzustellen.“

Pittrich stimmte dagegen

Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum), einer der Umweltreferenten, hat nach eigenen Angaben gegen eine Aufhebung der Gebührenfreiheit für Elektro-Autos gestimmt. Er vertritt diese Meinung immer noch. „Ich finde kostenfreie Parkplätze und steuerliche Vorteile als Anreiz für den Kauf und die Nutzung von Elektro-Fahrzeugen sinnvoll.“ Grundlegend ist er der Ansicht, dass der innerörtliche Verkehr in Gänze abnehmen sollte, ganz gleich ob mit Elektro- oder Verbrennungsmotor. Das Ortszentrum sollte vom Auto-Verkehr verschont und für Fahrradfahrer attraktiver gestaltet werden. Mit dem im Gemeinderat gefassten Beschluss sollten nach Pittrichs Worten die Parkgebühren innerorts angehoben, das Parken damit weniger attraktiv werden und dafür zentrale, große Parkplätze kostenfrei genutzt werden können (zum Beispiel am Volksfestplatz).

Raab: Innerörtlichen Verkehr vermeiden

Auch Dr. Josef Raab (Grüne), der zweite Umweltreferent, findet: Das Ziel muss sein, innerörtlichen Verkehr zu vermeiden. „Da sind sich die Stadt- und Verkehrsplaner einig, so weit ich das beurteilen kann.“ Parkgebühren für E-Autos hält er für eine „nachrangige Geschichte, die nicht wesentlich für die Verkehrssteuerung ist“.

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