Der geplante Standort: Die Eisstockhalle sollte direkt an das vorhandene Schützenhaus (l.) andocken. Dahinter ist der Wald zu sehen, ganz links die Bahnlinie.
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Der geplante Standort: Die Eisstockhalle sollte direkt an das vorhandene Schützenhaus (l.) andocken. Dahinter ist der Wald zu sehen, ganz links die Bahnlinie.

Hallenprojekt in Hechendorf

Die Odyssee des Eisstock-Club Murnau geht weiter: Behörde lehnt Rodung ab

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Sehr viel Geduld brauchen die Mitglieder des Eisstock-Club Murnau (ESC). Denn das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) lehnt eine Rodung ab, die für den geplanten Bau einer Halle im Ortsteil Hechendorf nötig wäre. Wie die Eisstockschützen in der Sache weiter verfahren, ist momentan unklar.

  • Der geplante Hallenneubau des Eisstock-Club Murnau wird zusehends zur Nervenprobe.
  • Denn das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) lehnt eine Rodung ab.
  • Wie es in der Causa weitergeht, bleibt abzuwarten.

Hechendorf – Vor anderthalb Jahren, im Juli 2019, sah es so aus, als ob die Odyssee des Eisstock-Club Murnau (ESC) vorbei sein könnte. Damals gab der Bauausschuss sein Einverständnis zum Bau einer Halle in Hechendorf. Diese sollte direkt an das vorhandene Schützenhaus andocken. Allerdings traute ESC-Chef Rupert Wintermeier seinerzeit dem Braten nicht so recht, wies darauf hin, dass man abwarten muss, wie das Landratsamt die Sache sieht.

Eingriff in den Seidlpark

Die Skepsis war berechtigt. Doch nicht die Kreisbehörde legte ihr Veto ein, sondern das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Der Grund: für den Bau der etwa 32 auf 19 Meter großen Halle müssten einige Bäume gefällt werden, die zum Seidlpark gehören. Martin Kainz, Abteilungsleiter für den Forstbereich beim AELF, spricht von einem „großflächigen Eingriff“. Tangiert wären „wichtige Waldfunktionen, die wir nicht ignorieren können“. Zum einen sei dies ein „Erholungswald der Stufe eins, das ist ein hoher Schutzgrad“. Zum anderen verweist Kainz auf den Faktor Lärmschutz. Kurzum: Das AELF lehnte eine Rodung ab. Der Abteilungsleiter macht aber deutlich: „Es ging nicht darum, das zu blockieren.“ Die Tür sei nach einer Begehung auch „nicht komplett zugeschlagen“ gewesen. Vielmehr habe das AELF einen Kompromiss vorgeschlagen, wie man den Eingriff minimieren könnte. Nämlich indem man das Gebäude verschiebt.

Wintermeier hat kein Verständnis

Wintermeier kann die Bedenken nicht nachvollziehen. „Aus meiner Sicht ist das ein wild aufgewachsener Wald.“ Eine Drehung der Halle sieht er skeptisch. „Das wird schwierig mit der Anbindung ans andere Gebäude. Ich kann es mir nicht recht vorstellen.“ Außerdem würde das Projekt damit teurer. Wintermeier ist genervt: „Mir steht es bis oben hin.“

Projekt auf Eis

Beim ESC liegt das Projekt jetzt erst einmal auf Eis. Wenn es coronatechnisch geht, soll eine Versammlung einberufen werden. Dabei soll geklärt werden, wie viele aktive Eisschützen es überhaupt noch gibt. Dann will man schauen, ob das Projekt in Hechendorf weiterverfolgt werden soll. „Es ist die Frage, ob das überhaupt Sinn macht“, sagt der Vorsitzende. Wenn nicht, könnte man „vielleicht ein paar Bahnen an der Kellerstraße herrichten“. Die Odyssee geht also weiter. Der ESC, der in den 1970er Jahren Jugendeuropameister war, hat seit mittlerweile rund 13 Jahren kein festes Zuhause mehr. Das Drachenstüberl, einstiger Vereins-Treffpunkt musste weichen, weil die Marktgemeinde den Grund für die Beseitigung des Bahnübergangs Kohlgruber Straße benötigte. Diverse Alternativstandorte wurden diskutiert. Letztlich kristallisierte sich Hechendorf heraus.

Bedenken der Seidlparkfreunde

Mit der vorgesehenen Rodung war auch der Förderkreis Murnauer Parklandschaft nicht einverstanden, der den Seidlpark betreut. „Ein ganz schöner Baumbestand“ hätte weichen müssen, sagt der Ehrenvorsitzende Dieter Wieland. Eine Verschiebung der Halle wäre dem Verein „viel lieber“.

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