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Nicht immer zu vermeiden: Baumfällaktionen – wie auf diesem Archivbild an der Weilheimer Straße in Murnau. Das Staatliche Bauamt musste dort heuer mehrere kranke Exemplare entfernen lassen.

Diskussion über Baumschutzverordnung

Murnaus „Grüne Lungen“ bewahren

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Braucht Murnau eine Baumschutzverordnung? Die Ortspolitik meint: Nein – und lehnte im Ausschuss für Energie, Umwelt und Verkehr einen Antrag des Bund Naturschutz ab. Tenor: Im Ort werde bereits sehr viel für den Erhalt der Hölzer unternommen.

Murnau – Es steht außer Frage: Die Bedeutung der Bäume ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sie spenden Schatten, bieten einen Lebensraum für Vögel, Insekten sowie andere Kleintiere und erfüllen wichtige Funktionen für den Klimaschutz und die Luftqualität. Vor allem Kommunen, die stark wachsen und einem hohen Baudruck ausgesetzt sind, erlassen daher häufig Baumschutzverordnungen – mit dem Ziel, das Grün auf Dauer zu sichern. Beispielsweise haben München und Gemeinden im Umland der Landeshauptstadt solch ein Regelwerk. Dann können Bäume ab einer gewissen Größe nicht mehr so ohne weiteres gefällt werden.

In Murnau flammt die Diskussion, ob man hier ebenfalls eine solche Vorgabe braucht, immer wieder auf. Der Bund Naturschutz (BN) fordert diese – und schickte einen Antrag an die Gemeinde. Damit beschäftigte sich jetzt der Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss.

Die Gemeinde kümmere sich sehr gewissenhaft um den Baumbestand, räumt der BN-Ortsvorsitzende Dr. Rudolf Nützel (Ortsgruppe Murnau und Umgebung) ein. Ihm gehe es vor allem um die Flächen, die sich in privater Hand befinden. Nur ein Teil des Baumbestandes sei dort durch die Bebauungspläne geschützt. Es mache schon Sinn, dass sich zuerst ein Fachmann einen Baum anschaut, wenn dieser entfernt werden soll – und bei Bedarf ein Veto einlegt. „Alle Bäume sind etwas Besonderes“, sagt der Forstwirt. Es sei eine „moralische Verpflichtung“, mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen.

Die Ausschussmitglieder halten jedoch eine Baumschutzverordnung für nicht notwendig – und stimmten in der Sitzung gegen den Antrag. Sie folgten der Argumentation der Rathaus-Verwaltung, die darauf verwies, dass sich der Markt seiner Verantwortung für den Erhalt des Baumbestandes bewusst sei und hierfür einen hohen Aufwand betreibe. Beispielsweise werde bereits ein gemeindlicher Baumprüfer eingesetzt. Laut Umweltreferat erfolgen Pflegeschnitte und Fällungen nur im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. In besonders kritischen Fällen werde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Marktgemeinde übernehme mit diesem „wertschätzenden und nachhaltigen Umgang“ eine Vorbildfunktion, heißt es in einer Stellungnahme. Und auch die Bürger gingen verantwortungsbewusst mit den Bäumen auf ihren Grundstücken um. Dies zeige sich bei den Beratungen.

Auch Gemeinderat und Baumreferent Welf Probst (Freie Wähler) hält nichts von der besagten Verordnung. „Ich sehe keine Sinnhaftigkeit“, erklärte er. Das Ganze wäre nur eine Gängelung.

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