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Ein wichtiges Thema: die Betreuung von Grundschülern wie hier im Hort des Gemeinde-Kindergartens „Drachennest“, dessen Leiterin Andrea Hutter ist. 

Diskussion über Offene Ganztagesschule

Grundschulen: Betreuung erweitern

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Es gibt einen breiten politischen Konsens darüber, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Seit 2016 ist daher die Offene Ganztagesschule auch an Bayerns Grundschulen möglich. In Murnau wird jetzt die Einführung dieses Angebots diskutiert.

Murnau – Rund 450 Kinder besuchen derzeit die beiden Murnauer Grundschulen (James Loeb und Emanuel von Seidl). Schätzungsweise die Hälfte davon ist am Nachmittag nach dem Unterricht in einem Hort oder in der Mittagsbetreuung untergebracht. Solche Angebote sind zweifelsfrei enorm wichtig, um Berufstätige zu unterstützen. In der Ortspolitik wurde in der Vergangenheit immer wieder die Diskussion angestoßen, welche Betreuungsform der Markt ausbauen soll. Als neue Variante wäre jetzt auch die Offene Ganztagesschule denkbar. An den weiterführenden Schularten ist dieses Nachmittagsprogramm gang und gäbe, für die Grundschulen wurde es erst im vergangenen Jahr geschaffen.

„Der Markt Murnau prüft derzeit die Möglichkeit, wie Schulkinder am besten betreut werden können, und erarbeitet auf Basis der gesammelten Informationen ein entsprechendes Konzept“, erklärt dazu die Verwaltung in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Für eine Entscheidungsfindung, welche Betreuungsform für Grundschülerinnen und -schüler ausgebaut werden soll, ist der Gemeinde die Meinung und der Wunsch der Eltern wichtig.“ Aus diesem Grund lädt sie für Montag, 22. Mai, zu einer Info-Veranstaltung ins Kultur- und Tagungszentrum ein (Beginn: 19.30 Uhr). Mit den Müttern und Vätern diskutieren Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sowie die beiden Grundschulleiterinnen Angelika Bader und Andrea Meder. Und Schulrat Markus Köpf stellt das Prinzip der Offenen Ganztagesschule vor.

Der Fachmann betont, dass die Einführung eine freiwillige Sache wäre: „Die Entscheidung liegt bei der Kommune, den Eltern und den Schulleitern vor Ort.“ Etliche Gemeinden im Landkreis nutzten bereits diese Betreuungsform, deren Kosten vor allem der Freistaat trägt. „Die Umstellung ist geräuschlos passiert. Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen“, erläutert Köpf.

Die Offene Ganztagesschule – die Anzahl der Nachmittage kann weitgehend frei gewählt werden – beinhaltet ein gemeinsames Mittagessen, eine Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten, beispielsweise Sport oder Musik. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es handelt sich um ein fundiertes pädagogisches Konzept, das von externen Fachkräften umgesetzt wird. Und das Ganze ist für die Eltern kostenlos. Aber es gibt auch einen Haken: Die Kleinen können nicht mehr nach Belieben gebracht und abgeholt werden. „Das ist eine schulische Veranstaltung“, betont Köpf. Und die bisherige Mittagsbetreuung würde wegfallen, denn: „Beide Formen schließen sich aus.“

In den Murnauer Grundschulen gibt es offenbar bereits erste Überlegungen, wie solch ein Angebot aussehen könnte. Eine Frage wird außerdem sein, welche baulichen Veränderungen nötig wären. Bei einer längeren Betreuung am Nachmittag müssten laut Rektorin Angelika Bader Räume und eine Mensa geschaffen werden. Eine Befürworterin der Offenen Ganztagesschule ist Schulreferentin und Gemeinderätin Anna Schlegel (ÖDP/Bürgerforum). „Ich finde, das ist was ganz Tolles.“ Sie selbst habe vor einigen Jahren in England mit einer ähnlichen Einrichtung sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder würden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Allerdings, das ist Schlegel wichtig, soll nichts übergestülpt werden. Es zähle der Elternwille.

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