Von einem Auto gebremst: die Kutsche nach dem Unfall.
+
Von einem Auto gebremst: die Kutsche nach dem Unfall.

70-Jähriger noch immer in kritischem Zustand

Dramatischer Unfall mit Pferdegespann in Murnau: Gemeinde steht zu Kutschfahrten

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
    schließen

Nach dem dramatischen Kutschenunfall in Murnau befindet sich der 70-jährige Führer weiter in einem kritischen, aber nicht akut lebensbedrohlichen Zustand.

Murnau  Mittlerweile seien einige Zeugen des Unfalls befragt worden, erklärt Florian Lindner, Leiter des Murnauer Polizei-Einsatzzugs. Dabei hat sich nichts ergeben, „was auf irgendeine Fremdursache“ hindeute, die dazu führte, dass die beiden vorgespannten Pferde durchgingen – ein hupendes Fahrzeug etwa oder eine andere akustische Störung. Die Rösser waren vor dem Kultur- und Tagungszentrum außer Kontrolle geraten und in einem Höllentempo den Burggraben abwärts gerast, der in die Entlastungsstraße mündet. Möglicherweise versuchte der Kutschenführer, Unheil zu verhindern und das Gespann nach rechts in den Parkweg zu leiten. Der 70-Jährige verlor die Kontrolle, wurde von der Kutsche, in der sich gerade keine Gäste befanden, geschleudert.

Kutschfahrten sind bei Murnauern und Gästen sehr beliebt

Er übernimmt als einziger Anbieter im Ort Fahrten für Gäste. Bei diesen wie bei Murnauern sei die Möglichkeit, sich mit einer Kutsche fortzubewegen, „sehr beliebt“, erklärt Rathaus-Sprecherin Annika Röttinger. „Vor allem durch das Murnauer Moos sind unter Umständen weitere Strecken zurückzulegen, weswegen das Angebot sehr gerne angenommen wird.“

Die Gemeinde als Sicherheitsbehörde sehe „aufgrund dieses einzelnen Vorfalls“ aktuell noch keinen Anlass, Maßnahmen zu ergreifen: „Die Arbeit mit Tieren ist immer ein Unsicherheitsfaktor“, sagt Röttinger. Der Grund für diesen Unfall werde noch ermittelt. „Pferde können immer in bestimmten Situationen reagieren.“ Beim Betroffenen handle es sich um einen „sehr erfahrenen Kutschenlenker“.

Auch nach dem Umzug der Froschhauser Leonhardifahrt 2012 war ein Pferdegespann durchgegangen, sieben Zuschauer hatten Verletzungen erlitten. „Es gab ab diesem Zeitpunkt viele Auflagen für die Reiter und Kutschen“, erklärt Röttinger. Unter anderem werden Sicherheitsbereiche an Engstellen als Fluchtweg freigehalten; nach der Feldmesse ist dafür gesorgt, dass sich die Menge langsam auflöst und Zuschauer sowie Teilnehmer getrennt voneinander den Bereich verlassen.

Lesen Sie dazu auch: Dramatischer Kutschenunfall mitten im Ort: Pferde gehen durch - und laufen Richtung Bahngleise

Unterdessen gab es auch ein Kran-Unglück in London - mit Toten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Die Anlieger haben die Nase gestrichen voll. Die öffentlichen Parkplätze am Schwarzenfeld vor ihren Häusern werden zunehmend als Campingplatz missbraucht.
Hunderte Touristen nutzen Privatparkplatz zum Campen: Anwohner verzweifeln - doch die Gemeinde ist machtlos
Nach Chaos in Urlaubsort: Gemeinde stellt sich gegen Corona-Ausflügler - Im Notfall wird der Berg gesperrt
Entlang der Straße verhindern Zäune das Parken in den Wiesen, die Schlupflöcher sind verbarrikadiert. Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl sieht bereits Verbesserungen.
Nach Chaos in Urlaubsort: Gemeinde stellt sich gegen Corona-Ausflügler - Im Notfall wird der Berg gesperrt
Sturmholz muss aus dem Wald: Forstarbeiten im steilen Gelände bei Grafenaschau
Noch rund zwei Wochen wird am Rißberg oberhalb von Grafenaschau gearbeitet. Fachleute holen Sturmholz aus dem Staatswald.
Sturmholz muss aus dem Wald: Forstarbeiten im steilen Gelände bei Grafenaschau
Tragisches Unglück am Pürschling: Wanderin hört seltsames Geräusch - dann sieht sie ihren Mann in den Tod stürzen
Ein trauriges Ende nahm am Mittwoch eine Bergtour im Ammergebirge. Vor den Augen seiner Frau stürzte ein Wanderer am Pürschling in den Tod.
Tragisches Unglück am Pürschling: Wanderin hört seltsames Geräusch - dann sieht sie ihren Mann in den Tod stürzen

Kommentare