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Frau verweigert am Rande von Murnauer Corona-Demo Personalien - Durchsucht und abgeführt - Kritik an Polizeieinsatz

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Von: Roland Lory

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Präsent: Zwei Polizisten stehen auf diesem Symbolbild vor einer Absperrung, hinter der sich Gegner der aktuellen Corona-Maßnahmen versammelt haben.
Präsent: Zwei Polizisten stehen auf diesem Symbolbild vor einer Absperrung, hinter der sich Gegner der aktuellen Corona-Maßnahmen versammelt haben. © Daniel Vogl/dpa

Eine Murnauerin (64) bekommt Ärger. Denn sie weigerte sich, am Rande einer Corona-Demo ihre Personalien anzugeben. Der betreffende Polizeieinsatz ruft Kritik hervor.

Murnau – Die bayerische Polizei hat gerade gut zu tun. Schließlich gehen seit einigen Wochen in vielen Städten und Gemeinden Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Politik und eine etwaige Impfpflicht zu demonstrieren. Auch in Murnau sind die Ordnungshüter durchaus beschäftigt. So waren zum Beispiel für vergangenen Montag drei Versammlungen angemeldet.

Die Beamten griffen auch ein. So wurde mehreren Personen ein Platzverweis erteilt, weil sie die Aktion von Impfbefürwortern vor dem Rathaus stören wollten. Es gab allerdings noch weitere Vorfälle. So bekamen vier Personen eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Darunter ist eine 64-Jährige aus Murnau.

„Ortsbekannte Querdenker“

In der Fußgängerzone stand nach Angaben der stellvertretenden Inspektionsleiterin Daniela Hippe „eine größere Gruppe von ortsbekannten Querdenkern“, die offensichtlich an keiner der drei Versammlungen teilnahmen. Die Polizei habe „einen Teil der Gruppe gebeten auseinanderzugehen“. Denn es gibt pandemiebedingt Kontaktbeschränkungen. „Das haben sie nicht getan.“ So wurden sie kontrolliert und bekommen nun Ärger wegen einer Ordnungswidrigkeit.

Im Fall der 64-Jährigen habe es laut Hippe so ausgesehen, als würde sie zu dieser Gruppe gehören. Sie wurde ebenfalls kontrolliert, wollte aber ihre Personalien nicht angeben. Daraufhin wurde sie durchsucht und, als das nichts brachte, abgeführt.

Wie das Ganze ablief, missfällt dem Seehauser Joachim Lobewein, der als, wie er sagt, „unbeteiligter Beobachter“ in der Nähe stand. Er fand das Vorgehen der Polizisten „überzogen. Die Frau hat sich nach meiner Beobachtung nichts zuschulden kommen lassen. Sie saß da völlig friedlich und allein auf einem Mäuerchen an der Mariensäule.“ Sie sei von vier Polizisten kontrolliert worden. „Warum haben da nicht zwei gereicht“, fragt sich Lobewein. „Warum musste das so massiv sein? Soll das die Regel werden?“ Der Seehauser sagt, er kenne die Dame nicht persönlich.

Aufgeheizte Stimmung

Polizeihauptkommissarin Hippe verteidigt das Vorgehen der Kräfte. „Die Kollegen waren sehr besonnen und ruhig. Trotz der verbalen Angriffe aus der Gruppe heraus.“ Mit der erwähnten Frau hätten die Polizisten „ruhig“ gesprochen. Die Stimmung sei „aufgeheizt“ gewesen. Bezüglich der Durchsuchung der 64-Jährigen erklärt Hippe, dass die Polizei gar keine andere Möglichkeit hatte, an die Personalien zu kommen. Die Frau sei von zwei Beamtinnen durchsucht worden. Zur Beweissicherung wurden Videoaufnahmen gemacht.

Die 64-jährige Murnauerin ist nun jedenfalls mit zwei Anzeigen wegen einer Ordnungswidrigkeit konfrontiert: Zum einen wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, zum anderen, weil sie die Angabe der Personalien verweigerte.

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