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Appell an die G7-Staatenlenker: „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ werden installiert

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Präsentieren die fest installierten Schilder im Kulturpark Murnau: (hi.v.l.) die Bürgermeister Aloisia Gastl (Spatzenhausen), Frank Bauer (Großweil), Markus Hörmann (Seehausen), Rolf Beuting (Murnau), Christian Scheuerer (Ohlstadt) und Andreas Weiß (Uffing) sowie (vo.v.l.) Martin Fortmaier (Eglfing), Initiator Johannes Volkmann und Bürgermeister Jörg Steinleitner (Riegsee).
Präsentieren die fest installierten Schilder im Kulturpark Murnau: (hi.v.l.) die Bürgermeister Aloisia Gastl (Spatzenhausen), Frank Bauer (Großweil), Markus Hörmann (Seehausen), Rolf Beuting (Murnau), Christian Scheuerer (Ohlstadt) und Andreas Weiß (Uffing) sowie (vo.v.l.) Martin Fortmaier (Eglfing), Initiator Johannes Volkmann und Bürgermeister Jörg Steinleitner (Riegsee). © Constanze Wilz

Die „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ vermitteln Werte. Anlässlich des G7-Gipfels werden sie in den Gemeinden des Blauen Landes aufgestellt.

Murnau – Wer in den nächsten Tagen im Blauen Land unterwegs ist, wird an dem ein oder anderen Schild nicht vorbeikommen. Was auf den ersten Blick wie ein ganz normales Verkehrszeichen wirkt, entfaltet beim genaueren Hinsehen eine tiefgreifende Botschaft. Ein Zebrastreifen in Regenbogenfarben, ein Stoppzeichen mit dem Zusatz „Umweltverschmutzung“ und ein Vorfahrtssignal mit einander reichenden Händen im Zentrum – 200 solcher „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ sind ab sofort zwei Wochen lang in allen neun Kommunen des Blauen Landes zu sehen.

Volkmanns Vision

Die Auftaktveranstaltung fand am Freitag vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum statt. Initiator Johannes Volkmann aus Riegsee, der das bekannte Papiertheater gegründet hat und 2021 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet worden war, brachte den Anwesenden seine Vision näher. Ihm zufolge stellen die Schilder viel mehr als reine Kunstobjekte dar. Sie dienen nicht nur der Betrachtung, sondern sollen in den Menschen etwas bewegen. Volkmanns Wunsch: „Dass die Schilder genauso universell angenommen werden wie die gängigen Verkehrszeichen.“ Dadurch könne man einen Beitrag zum Frieden auf der Welt leisten. Dieser Appell richtet sich insbesondere an die Teilnehmer des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. Die Aktion ist dem Treffen gewidmet. „Das ist ein Projekt der Bürger aus dem Blauen Land für die Staatenlenker. Diese Botschaften wollen wir ihnen mitgeben“, verkündete Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

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Im Zuge dessen installierte man zwei Schilder im örtlichen Kulturpark, die dort dauerhaft stehen sollen: ein Sackgassen-Schild, an dessen Ende das Wort „Krieg“ steht, und das Vorfahrts-Signal. An Letzterem haben die Riegseer Schüler Lorenz Mayr (15) und Bo Steinleitner (13) mitgewirkt. „Das Thema des Schildes ist Zusammenhalt“, erläuterte Mayr. Während der Konzeption befand er sich in Quarantäne, folglich wurde digital kommuniziert. „Wir haben aus verschiedenen Entwürfen ein Motiv ausgewählt“, sagte Steinleitner über den Prozess. Die Jugendlichen hoffen, dass ihre Botschaft viele Menschen erreicht. Denn: „Zusammenhalt ist ein zentraler Aspekt des Friedens.“

„Gemeinschaft herstellen“

Davon zeigte sich Großweils Bürgermeister Frank Bauer (FW) begeistert. Er gab an, dass Frieden nicht selbstverständlich und es im Anbetracht des Ukraine-Krieges besonders wichtig sei, darüber zu sprechen. „Kommunikation ist entscheidend. Wer miteinander redet, bekämpft sich in der Regel nicht.“ Darum findet Bauer es lobenswert, dass die Schilder-Aktion an Kindergärten und Schulen des Blauen Landes in Form von Veranstaltungen aufgegriffen wird. Volkmanns Kunst soll „Gemeinschaft herstellen und Menschen zusammenbringen“, brachte es Riegsees Rathaus-Chef Jörg Steinleitner (Wählergemeinschaft Riegsee) auf den Punkt. Darum war er sich mit den anderen Bürgermeistern sofort einig, das gesamte Blaue Land als „Spielfläche“ für jene Verkehrsschilder zur Verfügung zu stellen. Diese werden neben Murnau auch in Uffing dauerhaft montiert. Und zwar an der neuen Freizeitanlage an der Rigistraße, wie Bürgermeister Andreas Weiß (parteifrei) erklärte. Er findet das Projekt bedingungslos unterstützenswert: „Bei allen Schildern geht es um Werte“ – das sei gerade in diesen angespannten Zeiten von Bedeutung.

Wer die Schilder dauerhaft ausstellen will, kann sich ab Montag, 4. Juli, an die Tourist-Info Murnau wenden unter Telefon 0 88 41/47 62 40 oder eine E-Mail an Johannes Volkmann schreiben: Volkmann@dasPapiertheater.de.

Constanze Wilz

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