Entspannte Atmosphäre: Besucher genießen 2019 im Murnauer Kulturpark das Festival. Über den Tag verteilt kommen damals rund 2000 Menschen
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Entspannte Atmosphäre: Besucher genießen 2019 im Murnauer Kulturpark das Festival. Über den Tag verteilt kommen damals rund 2000 Menschen.

Organisatoren hoffen, dass sich Corona-Lage entspannt

„Murnow“-Festival: Neuauflage für September geplant

Vieles wird abgesagt, das „Murnow“-Festival in Murnau nicht. Es soll im September eine Neuauflage erleben.

  • Das „Murnow“-Festival soll am 4. September eine Neuauflage erleben.
  • Erstmals gibt es jetzt einen künstlerischen Leiter: Nikolaus Gerold.
  • Welche Bands auftreten werden, steht noch nicht fest.

Murnau – Als Student der Humangeografie hat Nikolaus Gerold gelernt, Mensch und Raum zusammenzubringen. Diese Eigenschaft, menschliches Handeln räumlich zu organisieren, kommt ihm nun als Künstlerischer Leiter des Festivals „Murnow“ zugute. Die Marktgemeinde Murnau hat für das große Familienfest erstmals eine solche Planstelle vorgesehen. „Das ist angewandte Humangeografie, wir bringen im Murnauer Kulturpark Mensch und Raum zusammen“, sagt der 35-jährige Doktorand. Das Festival geht am Samstag, 4. September, über die Bühne. Start ist um 14 Uhr. Bei all den Absagen ist dies eine bemerkenswerte Nachricht. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Corona-Lage entwickelt. 

Veronika Jones gehört zum rund 25-köpfigen Organisatoren-Team von „Murnow“, das erstmals 2017 in Murnau für Begeisterung sorgte. Auch in den Jahren danach fand das stets gut besuchte Festival statt – bis zur coronabedingten Pause in 2020. „Es gab immer eine ruhige Atmosphäre, es war immer entspannt und friedlich“, berichtet die Gemeinderätin von Bündnis 90/Die Grünen. „Das ist ein Baustein des Konzepts.“ Doch bei aller guten Laune und Harmonie merkten die ehrenamtlichen Organisatoren, dass ein Leiter dem Festival gut tun würde. „Wir sind an die Kapazitätsgrenzen gestoßen“, räumt Jones ein. Ziel sei es, das Fest zu etablieren, dazu müsse die Arbeit im Vorfeld professionalisiert werden. Mit Gerold fanden die Verantwortlichen nun einen Künstlerischen Leiter, der ein vielversprechendes Konzept vorlegte. „Wir können jetzt mit der Planung loslegen“, erklärt der Uffinger.

Konzertmuschel als Hauptarena

In erster Linie ist Gerold für das „Murnow“-Programm zuständig. Ganz wichtig: „Die Acts, der Kontakt zu den Künstlern“, sagt der Doktorand. Es wird – wie in den Anfangsjahren des Festivals – wieder kurze Auftritte geben. „Wir wollen vielen eine Bühne geben“, verspricht Gerold. Die Konzertmuschel dient als Hauptarena. Vorgesehen ist, dass während der Umbauphase am Schauplatz Nummer eins im Bereich der Skulpturen eine Nebenbühne entsteht, sodass der Zeitablauf keine Lücken enthält. „Die künstlerischen Beiträge sind auf hohem Niveau“, macht Gerold deutlich. Daneben sind Theateraufführungen vorgesehen, ein Clown treibt seine Späße, ein Geschichtenerzähler sowie Kunst-Mitmachaktionen runden das Programm ab. An den Marktständen werden Essen und Getränke verkauft.

Welche Bands beim Festival auftreten, steht noch nicht fest. „Die, die letztes Jahr hätten spielen sollen“, favorisiert Jones, die auch Wert darauf legt, dass die Vortragenden einen Bezug zu Murnau und dem nahen Umkreis haben, auch Schülerbands sind gefragt. „Es ist ein Fest für die ganze Familie“, sagt die Gemeinderätin. „Jeder kann die Picknickdecke und sein eigenes Bier mitbringen.“ Eine Voraussetzung braucht es für „Murnow“: stabiles Wetter. „Bei Regen fällt’s aus“, sagt Jones. „Es muss draußen sein.“ Die Marktgemeinde Murnau lässt sich das Festival 10 000 Euro kosten. Die Mandatsträger stimmten dem Zuschuss zu, der Betrag ist im Haushalt bewilligt.

Absage in 2020

Im vergangenen Jahr entschieden sich die Organisatoren dafür, das Fest abzusagen. „Zu unsicher“ war damals die Situation wegen der Pandemie. Das Hygienekonzept für das diesjährige „Murnow“ steht und basiert auf dem derzeitigen Stand. „Wir hoffen, dass sich die Lage bis September entspannt, dass wir noch lockern können“, sagt Jones. Online-Registrierung, begrenzte Besucherzahl, Regelungen für Getestete und Geimpfte – „schön wäre es, wenn wir das alles nicht mehr brauchen“, sagt die 40-Jährige.

Der neue Künstlerische Leiter rührt derweil die Werbetrommel, kümmert sich um Plakate und das Konzept. „Freier Zugang, familiäre Atmosphäre“ – das sind für den Musiker schon mal zwei Erfolgsgaranten. Für Gerold hat die bestmögliche Organisation oberste Priorität. „Was dann als Aufwandsentschädigung für mich rausspringt, stelle ich hinten an“, betont der Uffinger. Er weiß genau, auf was es ankommt: „Die Leute suchen die Atmosphäre, die nicht auf Kommerz angelegt ist, sondern auf Offenheit und Miteinander.“

Alexander Kraus

Hinweis

Wer sich am Festival beteiligen will, kann sich sich bei Nikolaus Gerold melden. Seine E-Mail- Adresse lautet nikolaus_marcel lus@hotmail.de.

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