Viel Platz ist auf dem Areal nördlich der Reschstraße vorhanden. Aktuell stehen dort sechs Häuser mit insgesamt 30 Wohnungen; Murnau.
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Viel Platz ist auf dem Areal nördlich der Reschstraße vorhanden. Aktuell stehen dort sechs Häuser mit insgesamt 30 Wohnungen. 

Debatte über Zahl der Geschosse

Ein großer Wurf: Bima plant in Murnau umfangreiches Wohnbauprojekt

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima, will in Murnau viel neuen Wohnraum schaffen. Wie das aussehen könnte, haben zwei Architekturbüros am Donnerstag im Marktgemeinderat gezeigt.

  • Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben will in Murnau an der Reschstraße deutlich mehr Wohnungen schaffen, als es bis dato dort gibt.
  • Im Marktgemeinderat wurde das Großprojekt am Donnerstag vorgestellt.
  • Eine Entscheidung für einen der Entwürfe ist noch nicht gefallen.

Murnau – Die Gemeinde einzubinden – „das ist für uns oberstes Credo“, sagt Karin Missio-Däumling, Portfoliomanagerin bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima. Diese hat in Murnau Großes vor. Nämlich mehr Wohnraum zu schaffen auf dem Areal an der Reschstraße. Dort stehen derzeit sechs Gebäude mit 30 Wohnungen. Doch die Objekte Baujahr 1936 sind nicht mehr zeitgemäß.

Areal ist rund 10 000 Quadratmeter groß

Rückblende: Am 21. September 2018 fand im Bundeskanzleramt der Wohngipfel statt. Beschlossen wurde dabei eine gemeinsame Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Kommunen. Dabei geht es darum, den Wohnungsbau zu erleichtern, dem Mangel an Bauland zu begegnen und den Anstieg von Preisen bei Bauland, Baukosten und Mieten zu dämpfen. Für die Bima bot es sich an, auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal an der Reschstraße aktiv zu werden. Zunächst hatte die Marktgemeinde Interesse bekundet, die Fläche zu erwerben. Für die Bima kam zwar ein Verkauf nicht in Frage, allerdings machte sie deutlich, dass sie selbst auf dem Gelände etwas machen will. Aus einem Planungswettbewerb ging das Murnauer Architekturbüro Kottermair Rebholz als Sieger hervor, dicht gefolgt vom Büro PSA Pfletscher und Steffan (München).

Büros stellen Ideen vor

Beide stellten ihre Ideen am Donnerstagabend im Marktgemeinderat vor. In beiden Entwürfen wird der Altbestand abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Bei Kottermair Rebholz kommen unterm Strich 87 Wohnungen verschiedener Größe heraus, bei PSA 108.

Drei- oder viergeschossig bauen?

Für Debatten im Gremium sorgte die Frage, ob man viergeschossig oder niedriger bauen sollte. Für Marktbaumeister Klaus Tworek ist dies eine fundamentale Frage. Denn man schafft einen Bezugsfall. Viergeschossig zu bauen „würde Murnau nicht schaden“, meinte Michael Hosp (CSU). In der näheren Umgebung seien die Häuser ohnehin relativ hoch, sagte er sinngemäß. Zur Zurückhaltung riet hingegen Welf Probst (Freie Wähler). „Wenn wir den Charakter Murnaus erhalten wollen, müssen wir in der Richtung bleiben, wo wir jetzt sind.“ Für Phillip Zoepf, Fraktionssprecher von Mehr Bewegen, stellt sich die Frage, „was am besten zu Murnau passt. Das darf nicht allein an der Menge der Wohnungen festgemacht werden.“ Bima-Mitarbeiterin Missio-Däumling ist im Hinblick auf die Zahl der Stockwerke „hin und her gerissen“, wie sie dem Tagblatt sagte. „Ich hätte aber kein Problem, bei drei zu bleiben.“ Wichtig sei, „dass es was Schönes wird, dass die Natur eingebunden ist“.

Mehrere Abschnitte

Die Wohnungen sind für Bundes-, Landes. und Kommunalbedienstete gedacht. Doch wenn welche übrig sein sollten, können sie auch an andere Interessenten vermietet werden. Man gehe nicht über die Untergrenze der ortsüblichen Mieten hinaus, sagt Missio-Däumling. Die Pläne sollen nach und nach umgesetzt werden, so dass keiner der Mieter auf der Straße stehen wird.

Noch keine Entscheidung

Eigentlich war geplant, dass sich der Gemeinderat für einen Entwurf entscheidet. Doch auf Anregung von CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider wurde beschlossen, dies später zu tun. Nun soll das Großprojekt in einem Monat noch einmal auf die Tagesordnung kommen. Missio-Däumling hat kein Problem damit: „Bedenkzeit ist immer gut.“ Eins ist klar: Das Vorhaben wird sich über Jahre ziehen.

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