Verein kann planen und Künstler buchen

Ein Jahr Aufschub: Westtorhalle 2019 gesichert

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Der Bestand der Riedhauser Westtorhalle ist für die nächsten eineinhalb Jahre gesichert. Die weitere Zukunft des Kulturzentrums bleibt aber völlig offen. Der gemeinnützige Trägerverein kann zumindest sein Programm für 2019 planen.

Riedhausen– Claus Auwärter sieht einen Anlass zum Durchschnaufen, aber längst nicht zum Aufatmen. Denn am eigentlichen Problem, das weiß der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Forum Westtorhalle, hat sich nichts geändert. Der Standort des beliebten Kulturzentrums am Rand des Kemmelparks auf Seehauser Flur, das der Gemeinde gehört und jedes Jahr tausende Besucher anzieht, ist in Gefahr, weil das benachbarte Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb), ein wichtiger Gewerbesteuerzahler im Dorf, gerne erweitern möchte und dafür das Areal fokussiert, auf dem sich das Gebäude befindet. Doch die Beteiligten kommunizieren, sitzen immer wieder an einem Tisch, auf der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung. „Ein schöner Weg, für den ich dankbar bin“, betont Auwärter. Als der Gesprächskreis mit Vertretern von Gemeinde, ifb und Forum Westtorhalle nun zum vierten Mal tagte, stand am Ende ein Ergebnis, das für den Verein zumindest eines bedeutet: Sicherheit für 2019. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Forum Westtorhalle könne vorerst bis Anfang 2020 im Gebäude bleiben, ebenso die Kreativwerkstatt, schreibt Auwärter im Namen des Vorstand in einer Blitzmeldung. Was danach passiert, steht weiter in den Sternen.

Die Gemeinde arbeite noch an mehreren Varianten und Lösungen, gibt Auwärter den Grund des Aufschubs wieder. Es gelte unter anderem, die Keller-Option auch rechtlich zu prüfen. ifb-Chef Hans Schneider hat dem Verein angeboten, die Einrichtung an gleicher Stelle im Untergeschoss eines neuen Bürobaus unterzubringen und großzügige Unterstützung für den Umzug angedeutet. Die Möglichkeit eines ifb-Baus auf den nördlich angrenzenden Wiesen soll ebenfalls abgeklopft werden. Instituts-Mitarbeiter rücken nach Angaben Auwärters „durch innerbetriebliche Umstrukturierungen erst mal enger zusammen, um diesen Aufschub zu ermöglichen“.

Das eröffnet dem Forum nun die Chance, Künstler für 2019 zu buchen. Das „Booking“ lag seit Monaten auf Eis. „Da hatten wir bisher einen leeren Kalender“, sagt Auwärter. „Ich bin froh, dass wir einfach wieder unsere Vereinsarbeit machen können: ein Programm auf die Beine stellen. Wir freuen uns sehr darauf.“

Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) bestätigt, dass der Verein 2019 die Halle noch nutzen kann. Ansonsten wäre „demnächst die Endphase eingetreten“, sagt Hörmann. Mit dem Aufschub habe man „ein bissl Druck rausnehmen können“.

Trotzdem: Auwärter bleibt am Ball, verliert mit seinen Mitstreitern das Ziel nicht aus den Augen – eines, für das fast 4000 Unterstützer unterschrieben haben. Sie wollen, dass die Halle an ihrem angestammten Platz bleibt, bis ein gleichwertiger Standort gefunden ist, an dem die Arbeit sich nahtlos fortsetzen lässt. Auwärter stuft die Zeit, die zur Verfügung steht, um eine Lösung zu entwickeln, trotz des Aufschubs als „sehr knapp“ ein. „Ich bin gespannt, was in dem Jahr passieren soll.“ Die Westtorhalle befinde sich weiter in akuter Gefahr – daran ändere ein Aufschub für den Auszug nichts. Und eine Lösung, die alle Seiten zufrieden stelle, sei nicht in Sicht.

Klar ist: Die Halle besitzt in der Region großen Rückhalt. Auch Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) stellte bereits klar, dass er die Einrichtung gern in seiner Gemeinde hätte. Es habe eine offizielle Unterredeung mit Beuting gegeben, so Auwärter in der Mitteilung; informelle Gespräche mit Murnau würden „lose geführt“.

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