War vielseitig aktiv: Hermann Stademann.
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War vielseitig aktiv: Hermann Stademann.

Verdienter Kommunalpolitiker

Eine prägende Persönlichkeit: Hermann Stademann mit 86 Jahren gestorben

  • Roland Lory
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Er war ein politisches Urgestein: Nun ist Murnaus früherer Vizebürgermeister Hermann Stademann mit 86 Jahren gestorben.

  • Murnaus früherer Vizebürgermeister Hermann Stademann ist mit 86 Jahren gestorben.
  • Er war eine der prägendsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte.
  • CSU-Politiker würdigen den verdienten Kommunalpolitiker.

Murnau – Anlässlich seines 80. Geburtstags 2014 schaute Hermann Stademann mit großer Zufriedenheit zurück. „Wir haben vieles auf den Weg bringen können, was jetzt gut geworden ist.“ Stademann nannte dabei die Entlastungsstraße, die Fußgängerzone und den Kemmelpark. An diesen Projekten war er selbst maßgeblich beteiligt, drückte Murnau seinen Stempel auf. Nun ist Hermann Stademann, der von 1978 bis 2008 für die CSU im Marktgemeinderat saß und von 1996 bis 2008 Vizebürgermeister war, im Alter von 86 Jahren gestorben.

Bürgernah und gesellig

Der Installateurmeister war ein geselliger Mensch, hielt sich gern unter Menschen auf. „Er war sehr bürgernah und sehr beliebt in der Bevölkerung“, sagt sein Sohn Uwe. Die Vereine, in denen sein Vater aktiv war, vermag er gar nicht alle aufzuzählen, der Sohn nennt ein paar wichtige: TSV, Motorsportclub, Skiclub, Verschönerungsverein, Kolpingfamilie, Trachtenverein und Golfclub. „Er war ziemlich aktiv.“ Auch beim Bergwandern war Hermann Stademann anzutreffen oder auf dem Rücken von Pferden. Im Ski-Weltcup fuhr er in der Herren-Abfahrt mit.

Trauer beim CSU-Ortsverband

„Er war ein fürsorglicher und liebender Vater“, sagt Uwe Stademann. Im vergangenen August war Hermann Stademanns Ehefrau Elisabeth gestorben. Das machte ihm schwer zu schaffen. Dass er nun selbst für immer die Augen geschlossen hat, löst in Murnau Trauer aus. Auch beim CSU-Ortsverband. „Ich habe ihn nicht nur als Kollegen und Amtsträger gesehen“, sagt der Vorsitzende, frühere Murnauer Bürgermeister (2002 bis 2014) und Vizelandrat Dr. Michael Rapp. „Er war für mich ein Mentor, ein ganz loyaler Wegbegleiter und ein Freund.“ Stademann habe entscheidenden Anteil an der Entwicklung des Ortes über Jahrzehnte. Rapp charakterisiert ihn als einen, der sich immer „mit unermüdlichem Einsatz den Sorgen der Bürger angenommen hat. Er war engagiert, besonnen, herzlich, stets bescheiden – und manchmal lautstark.“ Seit 1976 war Stademann in der CSU. Rapp weiß: „45 Jahre Mitglied zu sein in einer Partei, das ist nicht immer einfach.“ Die CSU und er, Rapp, „trauern um einen lieben Menschen“. Sein Tod hinterlasse „eine große Lücke“.

Große Unterstützung

Dem kann der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn voll und ganz zustimmen. „Hermann Stademann war eine der prägendsten Persönlichkeiten der Murnauer Kommunalpolitik in den letzten Jahrzehnten.“ Die Marktgemeinde habe ihm viel zu verdanken. „Er war ein Glücksfall für Murnau.“ Kühn, Rathauschef von 1996 bis 2002, hat ihn als „guten Berater erlebt und als väterlichen Freund“. Der Verstorbene „hatte eine Vorstellung von grundsätzlichen Fragen der Ortsentwicklung“ und sei diesbezüglich „eine große Hilfe und Unterstützung gewesen“. Stademann hatte nach Kühns Worten „immer den Blick über den Tag hinaus“. Er nennt ihn einen „wichtigen Weggefährten“. „Es war eine ausgezeichnete Zusammenarbeit.“

Mann der klaren Worte

Der Handwerksmeister war auch ein Mann der klaren Worte, erhob seine Stimme, wenn ihm etwas nicht passte. „Er war ein Mensch mit Ecken und Kanten“, sagt Kühn.

Beuting würdigt den Verstorbenen

Auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) würdigt die Verdienste des Kommunalpolitikers: „Mit viel Energie, Freude und Herzblut hat er sich den Themen seiner Zeit gestellt. Wir werden seine freundliche und ausgleichende Art sehr vermissen.“ Der Installateurmeister saß nicht nur lange im Marktgemeinderat, sondern war von 1984 bis 2008 als Kreisrat auch an der Entwicklung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen beteiligt.

Mit gutem Gefühl aufgehört

2008 zog er sich aus dem politischen Geschehen zurück. „Wenn ich noch einmal kandidieren würde, müsste ich ja bis 80 weitermachen“, sagte er damals. Er sei „gesundheitlich etwas angeschlagen, aber das ist nicht der einzige Grund“, tat er kund. „Ich habe jetzt auch genug für die Allgemeinheit getan.“ Er höre „mit einem guten Gefühl“ auf – obwohl ihm der Schritt nicht leicht fällt. „Die Politik ist ein Teil meines Lebens. Ich habe das immer gerne gemacht.“

Elterlichen Betrieb übernommen

Neben seinem Engagement für Murnau gab es den Beruf. 1970 übernahm er den elterlichen Betrieb. 1984 kaufte er den Ölwartungsbetrieb der Esso AG hinzu und gründete die Stademann und Schrod GmbH. Unter seiner Federführung entstand auch eine Autowaschanlage an der Weilheimer Straße.

Vielfach geehrt

Nebenher bekleidete er zahlreiche Ehrenämter. So war er Tischtennis-Abteilungsleiter, TSV-Vorsitzender, Obermeister der Innung Oberland Heizung-Sanitär-Spenglerei und ehrenamtlicher Verwaltungsrichter. Für seine Leistungen wurden ihm unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Murnauer Bürgermedaille sowie der Ehrenring des Marktes verliehen. Er hinterlässt drei Söhne, drei Enkel und einen Urenkel.

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