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„Einer der sichersten Orte in Deutschland“: Murnauer Polizei zieht Bilanz

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Von: Roland Lory

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Präsentieren die Zahlen: (v.l.) Joachim Loy, Rudolf Schedler, Clemens Schmitz, Jürgen Kettl, Daniela Hippe und Georg Öttl.
Präsentieren die Zahlen: (v.l.) Joachim Loy, Rudolf Schedler, Clemens Schmitz, Jürgen Kettl, Daniela Hippe und Georg Öttl. © Lory

Die Pandemie wirkt sich auch auf die Statistik der Polizeiinspektion Murnau aus. Die Zahl der Straftaten ging im vergangenen Jahr deutlich zurück. Darüber hinaus verzeichneten die Beamten weniger Verkehrsunfälle.

Murnau – Es ist kein Geheimnis: Im Raum Murnau lebt es sich sicher. So lautet auch seit Jahren der Tenor, wenn die Polizeiinspektion Murnau ihre Zahlen vorlegt. Das hat sich nicht geändert, beziehungsweise „es wird immer noch besser“, wie PI-Chef Joachim Loy am Mittwoch bei der Vorstellung der Statistik für das Jahr 2021 betonte. Man sei „rundum glücklich und zufrieden“. Murnau sei „einer der sichersten Orte in Bayern und damit auch in Deutschland“.

So fielen im abgelaufenen Jahr insgesamt 891 Straftaten an. Dies bedeutet einen Rückgang um 173 Taten im Vergleich zum Vorjahr. Loy führt dies auch auf Corona zurück, denn die Leute seien daheimgeblieben. Wirtschaften hatten geschlossen, so dass sich dort auch niemand betrinken und eine Straftat begehen konnte. Die Aufklärungsquote liegt bei 70 Prozent.

Verdacht gegen Ärztin

Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten auf 100 000 Einwohner gerechnet, ist niedrig. Sie beträgt 2776 (Vorjahr: 3296), in ganz Bayern 4138, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 4012. Der Spitzenwert im PI-Bereich wurde in Bad Kohlgrub erreicht (5108). Dies hängt mit einer Ärztin zusammen, die im Verdacht steht, falsche Gesundheitszeugnisse ausgestellt zu haben. „Es ist Anklage erhoben“, sagte Loy, „es ist aber noch kein Urteil gefallen.“

586 Tatverdächtige konnten die Murnauer Beamten ermitteln. Davon waren 138 Nichtdeutsche. „Wir haben keine Ausländerkriminalität“, sagte Loy. Knapp 20 Prozent der Tatverdächtigen gingen unter Alkoholeinfluss zu Werke.

Bei den Sexualdelikten kamen 13 Fälle zur Anzeige, die mit dem Verbreiten pornographischer Schriften zu tun haben. Die Zahlen beziehen sich auf Vorfälle an Schulen, im Klassenchat etwa.

Wohnungseinbrüche sind weiterhin auf einem niedrigen Niveau, was Loy auf die Pandemie zurückführt, aber auch auf die Präsenz der Schleierfahnder. „Das nutzt uns wahnsinnig viel.“

Schmierereien: Noch kein konkreter Verdacht

Was die Beamten seit 2021 ebenfalls beschäftigt, sind Schmierereien und Graffiti an Gebäuden und sonstigen Flächen. Es gebe noch keinen konkreten Verdacht, sagte der Jugendbeamte Georg Öttl. Allerdings seien die Fälle deutlich zurückgegangen, seitdem die Coronaregeln gelockert wurden.

Gefragt waren die Beamten auch, als Versammlungen und Aktionen gegen die Coronamaßnahmen stattfanden. Etwa bei einem nicht angemeldetem Flashmob in der Murnauer Fußgängerzone, an dem 300 Personen teilnahmen. Zu erwähnen sind zudem die „Spaziergänge“ genannten Demonstrationen und teilweise parallel laufende Gegenveranstaltungen. Dies bindet Kräfte. Denn es gingen in vielen Orten Menschen auf die Straße, so dass die PI Murnau keine Unterstützung von anderen Dienststellen erhielt. „Vereinzelt kam es zu Verstößen, die konsequent verfolgt wurden“, heißt es in der Statistik.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist unterdessen weiter auf 746 gesunken (minus 1,7 Prozent). Sie war bereits 2020 im Vergleich zu 2019 um 12,8 Prozent zurückgegangen. Drei Unfälle endeten 2021 für vier Beteiligte tödlich. Im April 2021 kollidierte ein Pkw bei Schwaiganger mit einem anderen Wagen. Eine Frau und ein Mann starben in der Folge. Seinen Verletzungen erlag im Juli auch ein Motorradfahrer in Eschenlohe. Ein Traktorfahrer hatte ihn übersehen. Im September starb eine Frau in Murnau an der Reschstraße. Sie wurde von einem Lkw überrollt.

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