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Beliebt: Murnaus Fußgängerzone.

Das sind die Ergebnisse der Studie

Einzelhandel in Murnau: Mehr Läden, steigende Umsätze

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Murnaus Einzelhandel geht es im Großen und Ganzen gut. Doch auf den Erfolgen ausruhen darf sich die Branche nicht. Dies ist das Ergebnis einer Studie.

Murnau – Der Markt Murnau hat in den vergangenen Jahren als Einkaufsort nicht an Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil: Er konnte sogar seine Position als wichtiger Einzelhandelsstandort im Oberland festigen. Die Anzahl der Läden, die Größe der gesamten Verkaufsfläche und die Höhe des Umsatzes zogen an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Augsburger Fachbüros Dr. Heider Standort- und Wirtschaftsberatung, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Das über 140-seitige Gutachten, das eine Fülle an Statistiken, Analysen und Empfehlungen beinhaltet, wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt und abgesegnet. Das Einzelhandelsentwicklungskonzept, so der offizielle Titel, ist als ein Wegweiser für künftige Entscheidungen zu verstehen. Es kann in vielen Fragen der Ortsentwicklung eine wertvolle Hilfe sein – beispielsweise wenn es darum geht, neue Verkaufsflächen auszuweisen.

Der Chef der Beratungsfirma, Dr. Manfred Heider, stellte die Ergebnisse – die Daten wurden 2015/2016 erhoben und mit älteren aus dem Jahre 2003 verglichen – vor. Demnach sind in Murnau 161 Ladengeschäfte ansässig, die zusammen einen Jahresumsatz in Höhe von 128 Millionen Euro erzielen. Der Großteil befindet sich in der Ortsmitte. Das Heider-Papier spricht von einem „vielfältigen und abwechslungsreichen Branchenmix“. Lücken gibt es nur bei spezialisierten Anbietern, beispielsweise fehlt ein Biolebensmittelmarkt. „Leerstände bestehen kaum, der gesamte Standortbereich ist als weitgehend intakt und mehr als funktionsfähig zu bewerten“, heißt es.

Verbesserungsbeispiele: Einheitliche Öffnungszeiten und Ortsmarketing 

Doch die Konkurrenz wächst, vor allem im Online-Handel, der von den niedergelassenen Geschäftsleuten als große Bedrohung empfunden wird. Es gibt laut der Studie eine Vielzahl an Verbesserungsmöglichkeiten, um den Einkaufsort Murnau zu stärken – angefangen bei einheitlichen Ladenöffnungszeiten bis hin zu einem Ortsmarketing. Die Augsburger Fachleute raten der Gemeinde, zusätzliche Frequenzbringer zu schaffen – und denken dabei etwa an ein Nutzungskonzept für das alte Postamt in der Bahnhofstraße. Außerdem sollten Leerstände frühzeitig erkannt und wieder mit Läden besetzt werden. Interessant auch: Den Arztpraxen im Ortskern kommt eine besondere Bedeutung zu. Eine Abwanderung würde einen Frequenzrückgang bedeuten.

„Wir müssen schauen, dass die Fußgängerzone ein Einkaufsbereich bleibt“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Er verwies in diesem Zusammenhang auf das üppige Angebot an Gastronomie und das Bestreben vieler Dienstleister, sich ebenfalls in Murnaus „guter Stube“ niederzulassen. Nach Ansicht Beutings müsste man auch stärker im Bereich des Stadtmarketings aktiv werden. Es fehle eine „zentrale Stelle“, die die verschiedenen Interessen bündelt.

Vertreter der CSU-Fraktion verwiesen im Verlauf der Diskussion auf die Verkehrssituation. Den Schwarzen sind bekanntlich Überlegungen ein Dorn im Auge, die Fußgängerzone im Untermarkt zu verlängern. „Diese Verkehrsachse muss geöffnet bleiben“, sagte Michael Hosp. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Untermarkt ausblutet. Diesen Aspekt wollte jedoch Heider auf Drängen der CSU nicht in sein Gutachten aufnehmen. Der Punkt sei nicht Gegenstand des besagten Entwicklungskonzepts, erklärte er.

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