Eiskalt und atemberaubend schön: Extremsportler Matze Brustmann stürzt sich mit seinem Kajak einen isländischen Wasserfälle hinab.
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Eiskalt und atemberaubend schön: Extremsportler Matze Brustmann stürzt sich mit seinem Kajak einen isländischen Wasserfälle hinab.

Bayerisches Outdoor-Filmfestival 2021 findet statt

Filmfestival in Murnau: Eisiger Tanz mit dem Wasserfall

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Extremkletterer, Profisportler und Abenteurer geben sich in Murnau beim Bayerischen Outdoor-Filmfestival die Klinke in die Hand. Von Kajakfahrern, die sich todesmutig in eisiges Wasser stürzen, bis zu kultigen Bergfotografen ist das Film-Programm breit gefächert.

Murnau – „Boah!“ Heinz Zak muss auflachen. Laut. Es kommt tief und von Herzen. Zak glaubt seinen Ohren kaum. Gerade hat ihm Alexander Huber, Profibergsteiger und Extremkletterer, ein Kompliment gemacht, das den Scharnitzer fast aus den Socken haut. „Der Heinz ist der große Pionier der Fotografie in den großen Wänden“, meint Huber. Zak scheint fast schon verlegen. „Ach Alexander.“ „Ja is’ halt aso“, entgegnet er ihm. Zwei Berglegenden unter sich. Eine Leidenschaft, die sie eint: das Extreme. Und damit Geld verdienen zu können.

Huber hat Zak viel zu verdanken, wie bei jenem Interview im österreichischen Sender Servus TV deutlich wird. „Zak hat mich als erste Person darauf aufmerksam gemacht, dass ich meine Begeisterung fürs Klettern in eine Berufung, einen Beruf umwandeln kann.“ Hätte es Zak nicht gegeben, wären wahrscheinlich aus Tom und Alexander Huber nicht die bekannten „Huberbuam“ geworden, die man heute weltweit kennt.

Heinz Zak und Alexander Huber stehen erneut vor der Kamera

Nun stehen beide, Zak und Huber, wieder vor der Kamera. Doch ist diesmal der Scharnitzer Bergfotograf im Mittelpunkt. Die Dokumentation „Heinz Zak – ein Leben für die Freiheit“ ist exklusiv auf dem Bayerischen Outdoor Filmfestival 2021 (BOFF) zu sehen. Zak und Huber werden allerdings zur Premiere am 18. Juni ins Murnauer Griesbräu-Kino aufgrund der aktuellen Situation nicht kommen können. Damit flimmert zum ersten Mal seit über einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause ein BOFF-Werk über die große Leinwand.

Für Georg Betzmeir ist das „ein Zeichen des Aufbruchs in eine hoffentlich erfolgreiche Saison“. Der Betreiber des Kinos am Griesbräu freut sich auf die sechs Filme mit einer Spielzeit von etwa zweieinhalb Stunden. Wie in den Vorjahren werden alle Streifen moderiert und von einer Verlosung begleitet.

Filme entführen nach Island, Patagonien und Sibirien

Ein Film entführt ins mythenreiche Island, wo Kajakfahrer einen „eisigen Tanz mit dem Götterfall“ wagen. Extremkajakfahrer und Musiker Matze Brustmann ist von Filmemacher Olaf Obsommer begleitet und in Szene gesetzt worden. Atemberaubend: Im minuskalten Wasser in einem kleinen Plastikschiffchen 50 Meter tiefe Wasserfälle hinabzuspringen, um dann in der tosenden Gischt weiter zu paddeln, ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Ein Streifen „nix für Warmduscher“, stellt Obsommer klar. „Für den einen eiskalt – für den anderen normal.“ Beide werden ebenfalls bei der Premiere am 18. Juni in Murnau dabei sein. Dass ihr Film auf dem BOFF gezeigt wird, macht sie stolz. „Unsere tauben Finger sind der Meinung, dass er es auch verdient hat“, sagt Brustmann.

Andreas Prielmaier, Gründer und Leiter des BOFF, kann sich keinen besseren Ort für den Startschuss seines Festivals vorstellen. „Murnau als Tor zum Wetterstein ist ideal für den ersten Auftritt unseres neuen Programms.“ Neu ist heuer zudem, dass Prielmaier den Klimaschutz weiter in den Vordergrund rücken will. Deshalb gibt es heuer eine Kooperation mit der Umweltorganisation „Plant for the planet“. „Unsere Devise ist Handeln statt nur zu reden“, sagt Prielmaier. Deshalb wird ein großzügiger Teil des Eintrittspreises für den guten Zweck gespendet.

INFORMATION

Beginn des BOFF im Murnauer Griesbräu-Kino ist am 18. Juni um 20 Uhr. Alle Infos und das vollständige Programm gibt es auf der neuen Homepage www.boff-film.de.

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