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Möglicher Standort: Am Hechendorfer Schützenhaus könnte die EC-Halle entstehen.

Schwierige Standortsuche 

Eisstockclub: Hallenbau in Hechendorf?

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Die Suche des Murnauer Eisstockclubs nach einem geeigneten Standort für eine Halle ist eine unendliche Geschichte. Jetzt wird eine alte Idee wiederbelebt: Im Gespräch ist ein Neubau am Hechendorfer Schützenhaus.

Murnau – Die rund 60 Mitglieder des traditionsreichen Murnauer Eisstockclubs (EC), der in den 1970er Jahren sogar Jugend-Europameister war, können einem leidtun: Seit Jahren haben sie kein festes Zuhause. Das einstige Vereinsheim, das beliebte Drachenstüberl, musste 2008 der neuen Umgehungsstraße weichen. Seitdem fungieren Container am Trainingsgelände an der Kellerstraße als Übergangslösung – nicht gerade ein einladender Treffpunkt. Das Vereinsleben leide massiv unter dieser Situation, heißt es.

In der Vergangenheit wurden verschiedene Varianten diskutiert, wo ein neues Domizil entstehen könnte. Zuletzt hatten die Stockschützen – im Winter spielen die Aktiven in der Bayernliga, im Sommer in der Oberliga – den Neubau einer einfachen Halle mit mehreren Bahnen auf dem bisherigen Areal an der Kellerstraße ins Auge gefasst. Eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Doch jetzt ist dieses Vorhaben „vom Tisch“, wie der Zweite Vorsitzende Stefan Schalch auf Nachfrage erklärt.

Woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Schalch verweist auf das finanzielle Risiko. Der Untergrund an der besagten Stelle – es handelt sich um Gemeinde-Grund – ist nämlich alles andere als ideal. Früher befand sich dort eine Müllhalde. Möglicherweise, so die Befürchtung, muss man enorme Summen für ein stabiles Fundament ausgeben. Außerdem, so Schalch weiter, verlaufe dort eines Tages die Westtangente.

Die Idee, die jetzt wieder aufgegriffen wird, ist nicht neu: Im Gemeinderat wurde schon einmal vorgeschlagen, die besagte Halle am Schützenhaus in Hechendorf zu errichten. Der dortige Schützenverein hat auch eine Eisstock-Abteilung. Damals konnte sich der EC Murnau damit nicht so recht anfreunden. Der Standort wäre nicht mehr gut zu Fuß erreichbar, wurde argumentiert. Jetzt beurteilt man die Sache anders: „Das ist die beste Lösung“, sagt Schalch. Seinen Angaben zufolge gab es zwischen den Vorständen positive Gespräche. Nach Tagblatt-Informationen kursiert auch schon eine Zeichnung, auf der das mögliche Baufeld hinter dem Schützenhaus zu sehen ist.

Schalch ist Feuer und Flamme. Wenn alles glatt läuft, schätzt er, könnte die Halle nächstes Jahr hochgezogen werden. Seiner Ansicht nach würden beide Vereine von dem Projekt profitieren – eine Win-win-Situation.

In der Tat klingt das Konzept interessant: Der EC Murnau könnte abgespeckt und damit günstiger bauen, weil zum Beispiel ein Stüberl und sanitäre Anlagen bereits im Schützenhaus vorhanden wären und mitbenutzt werden könnten. Und die Hechendorfer bekämen im Gegenzug Unterstützung beim Betrieb ihres Vereinsheims und könnten dieses beleben. Manch einer träumt bereits von einem kleinen Sportzentrum.

Schalch rechnet mit Baukosten – die Fläche gehört dem Markt – in Höhe von bis zu 200 000 Euro. Der Vize-Vereinschef hofft, ohne Schulden auszukommen. Denn die Gemeinde habe einen hohen Zuschuss zugesagt – als eine Art Entschädigung für das „geopferte“ Drachenstüberl.

Hechendorfs Schützenchef Peter Neumayr gibt sich indessen zurückhaltend: „Ich bin nicht abgeneigt“, sagt er. Die Kooperation biete zweifelsfrei Vorteile. Aber zuerst müssten im Oktober die Mitglieder auf einer Generalversammlung zustimmen. Außerdem gebe es etliche Details zu klären, etwa bezüglich des Baurechts.

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