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Klimaschonenden Tourismus soll es künftig auf dem Staffelsee geben. Die Fahrgäste werden mit einem Elektroboot zur Camping-Insel Buchau und nach Uffing gebracht. 

EU-Förderprogramm Leader  

Elektroboot für die Staffelsee-Schifffahrt

Überraschend wurde der Leader-Geldtopf für die Region aufgefüllt. So ist der Weg frei für zusätzliche spannende Projekte. Zum Beispiel ganz neue Wege beim klimaschonenden Tourismus im Nordlandkreis.

Landkreis - E-Bikes kennt inzwischen jeder, und immer mehr Autos mit Elektromotor fahren auf den Straßen. Aber ein E-Boot für den Fahrgastbetrieb? Gibt es. Und demnächst auch auf dem Staffelsee. In den Augen von Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ist der Kauf eines solchen Schiffes im Sinne eines klimaschonenden, zukunftsorientierten Tourimuses „ein Leuchtturm-Projekt“. Dafür gibt es eine satte Förderung aus dem Leader-Programm.

Wie Torsten Grunwald von der Staffelsee Motorschifffahrt in der Sitzung des hiesigen Leader-Entscheidungsgremiums erklärte, liegt die geplante Investition bei 360 000 Euro. Für diese Summe kann ein Schiff für 50 bis 70 Personen angeschafft werden. Der 100-prozentige Elektroantrieb stellt dabei die Herausforderung dar. „Das ist gar nicht so einfach“, betonte Grundwald. „Schließlich muss er zehn Stunden funktionieren.“ Das neue Fahrzeug soll die Staffelsee-Linie zwischen Seehausen, der Camping-Insel Buchau und Uffing erweitern. Mit im Boot ist bei diesem Projekt auch die Gemeinde Seehausen. „Ein sehr guter Antrag“, sagte Speer im Entscheidungsgremium.

Das gab grünes Licht, den E-Boot-Kauf mit 110 000 Euro zu bezuschussen – was 40 Prozent der Gesamtsumme entspricht. Bei anderen Projekten ist ein höherer Zuschuss möglich. Aber nur dann, wie Leader-Manager Martin Kriner erklärte, wenn keine Einnahmen geniert werden. Die Staffelsee-Schifffahrt aber verdient Geld. Dass das Gremium an diesem Nachmittag überhaupt so viele Mittel freigeben konnte, ist einem glücklichen Umstand geschuldet. Denn eigentlich ist der Fördertopf für den Landkreis schon fast aufgebraucht. Die lokale Aktionsgruppe – kurz LAG – Garmisch-Partenkirchen spielt Kriner zufolge ganz vorne mit. Insgesamt bestehen 68 Aktionsgruppen. „Wir stehen an fünfter Stelle.“ Warum es in anderen Regionen so wenig Ideen für passende Projekte gibt, blieb dabei unklar. Ganz anders im Landkreis: Von den 1,5 Millionen Euro, die in der Förderperiode bis 2020 zur Verfügung stehen, ist ein Großteil schon verbraucht.

Da kommt eine gute Nachricht aus München gerade recht. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) gibt für die Aktionsgruppen zusätzlich jeweils 300 000 Euro an Sondermitteln frei. In dieser Woche ist sogar deshalb eine kleine Feierstunde geplant. „Das war uns nicht bekannt“, räumt Kriner ein. „Umso mehr haben wir uns darüber gefreut.“ Speer erklärte, Brunner schon mehrfach angesprochen zu haben, dass die Aktionsgruppe eine weitere Finanzspritze gut vertragen könnte. Mit einer positiven Reaktion. „Jetzt hat er sein Wort gehalten.“

Zusätzlich zu den frischen 300 000 Euro hat der Landkreis, der 250 000 Euro für die zukünftige Geschäftsstellenförderung bekommen sollte, diese Summe freigestellt. Auch sie kommt neuen Projekten zugute.

 Davon profitiert aktuell nicht nur die Staffelsee-Schifffahrt. Auch die Zugspitz-Region hat zwei große Anträge eingereicht. Zum einen fließen etwas mehr als 76 000 Euro in den „Spitzenwanderweg“, der durch den ganzen Landkreis führt und touristisch speziell beworben werden soll. 127 095 Euro Förderung werden zudem in die Beschilderung eines einheitlichen Radwegenetzes gesteckt. Das Projekt steht seit Jahren auf der Agenda der Zugspitz-Region. 2014 gab es für den damalige Tourismus-Chef Thomas Helldörfer eine politische Watschn im Kreistag – als er eine halbe Million Euro investieren wollte.

Die Politiker forderten eine Überarbeitung – was geschehen ist. Wie die heutige Regionalmanagerin Lisa Loth in der Sitzung vorrechnete, kosten Konzept und Schilder zusammen rund 327 000 Euro. Dafür gibt es eine satte Leaderförderung von 219 000 Euro.

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