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Lieblingsplatz war für Emanuel von Seidl sein Badehaus, das Gloriettl, das direkt an einem der Weiher lag.

Zum 100. Todestag des Architekten

Emanuel von Seidls Badehaus soll wieder errichtet werden

Es war sein Lieblingsplatz: Am Badehaus am Weiher verbrachte Emanuel von Seidl viele Stunden. Zu sehen ist vom so genannten Gloriettl nicht mehr viel. Das soll sich ändern.

Murnau – Nahezu malerisch, dennoch voller Leichtigkeit und Quell von Lebensfreude: Es ist absolut nahvollziehbar, warum gerade dieser Ort der Lieblingsplatz von Emanuel von Seidl war. Sein Badehaus am Weiher, genannt Gloriettl. An das schlichte wie schöne Häuschen – wie alle seine Bauten mit grünen Fensterläden versehen – erinnern heute nur mehr Betonreste und das Fundament. Das möchte der Förderkreis Murnauer Parklandschaft ändern. Bis zum 100. Todestag Seidls im kommenden Jahr soll das Badehaus wieder aufgebaut werden. Freilich mit völlig neuer Funktion.

Wie Ehrenvorsitzender Dieter Wieland in Erinnerung rief, „war Emanuel von Seidl einer der größten Architekten seiner Zeit“. Der im Landkreis – etwa mit der Strauss-Villa in Partenkirchen – vor allem aber in Murnau seine Spuren hinterlassen hat. Wie sehr der Seidlpark dem Verein am Herzen liegt, machte Wieland im Leader-Entscheidungsgremium deutlich. Und verband seine Ausführungen mit einer Bitte. Er beantragte einen Zuschuss für die Planung eines ganz besonderen Projekts: den Wiederaufbau des Gloriettls.

Mehr ist nicht übrig: Das Fundament und Betonreste erinnern ans Gloriettl.

„Es ist leider nicht mehr da“, sagte Wieland mit Blick auf das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Badehaus. „Aber wir haben Fotos.“ Sie zeigen ein weißes Häuschen. „Ein kleiner Raum mit Tür und drei Fenstern.“ Davor eine Terrasse mit gemütlicher Sitzbank. Dort genoss Seidl laue Sommernächte mit Freunden und wusste auch Feste zu feiern. Für kühle Getränke brauchte es, wie Wieland in der Sitzung erklärte, in direkter Nachbarschaft einen Eiskeller.

Der Keller aus dem Jahr 1903 war in den vergangenen Jahrzehnten völlig dem Verfall preisgegeben und bot, mit Graffiti beschmiert, einen traurigen Anblick. 2017 konnte er nach großem Engagement des Vereins in ursprünglichem Zustand wiederöffnet werden. 83 000 Euro kostete die Sanierung – „die uns ruiniert hat“, sagte Wieland nicht ganz ernst gemeint. Der Großteil der Summe konnte über Spenden zusammengebracht werden.

Wie teuer der Wiederaufbau des Badehauses wird, sagte der Ehrenvorsitzende im Leader-Gremium nicht. Für die Vorplanungen sind 5000 Euro angesetzt. Einstimmig wurde beschlossen, dies mit 1000 Euro aus dem EU-Fördermitteltopf zu unterstützen. Auch wenn Wieland in seiner charmanten Art „androhte“, beim Gremium auch für den eigentlichen Bau noch mal vorstellig zu werden.

Mehrwert hätte das neue Gloriettl auf jeden Fall. Das Häuschen ist nämlich nicht mehr als privater Rückzugsort vorgesehen, sondern darf mehr in der Öffentlichkeit stehen. „Es soll in Zukunft bei Aufführungen und Konzerten als Mittelpunkt dienen und für kleine Ausstellungen genutzt werden“, erklärte Wieland. Damit würde die einstige Lebensfreude an den Weiher im Seidlpark zurückkehren.

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