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Mitglied der „Weißen Rose“: Im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum erinnert diese längliche Wandtafel an Christoph Probst. 

Ein Vorbild für die Jugend

Zum 100. Geburtstag von Christoph Probst: Gemeinde beschließt eine Reihe an Aktionen 

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Sein Mut, sich gegen das Unrechtsregime des Dritten Reichs aufzulehnen, war gigantisch: Mit einer Reihe an Aktionen will die Marktgemeinde an den gebürtigen Murnauer Christoph Probst, der Mitglied der „Weißen Rose“ war, erinnern.

Murnau – In Murnau hat sich in Sachen Christoph Probst (1919 bis 1943) in den vergangenen Jahren einiges getan. Mittlerweile wird an mehreren Standorten und auf unterschiedliche Weise die Erinnerung an den Widerstandskämpfer wachgehalten. Dieser kam am 6. November 1919 in Murnau zur Welt und schloss sich Anfang der 1940er Jahre der Münchner Studentengruppe „Weiße Rose“ um die Geschwister Scholl an, um den Nationalsozialisten die Stirn zu bieten. Dieses Engagement – im Mittelpunkt standen Flugblatt-Aktionen – bezahlte er mit dem Leben. Am 22. Februar 1943 wurde der Medizinstudent von den Nazis mit der Guillotine hingerichtet. Heute trägt zum Beispiel die Murnauer Mittelschule seinen Namen, vor der Bildungseinrichtung steht ein Denkmal, Gedenktafeln hängen am Christoph-Probst-Haus an der Kohlgruber Straße sowie im Kultur- und Tagungszentrum (KTM).

Jetzt kommen drei weitere Aktionen hinzu, für die sich der Gemeinderat in seiner Sitzung aussprach: Die Marktgemeinde veranstaltet demnach nächstes Jahr im November – der Anlass ist Probsts 100. Geburtstag – einen Festakt. Dazu sollen auch Mitglieder der Familie Probst eingeladen werden. Die Kommune vergibt außerdem künftig alle drei Jahre einen Demokratie-Preis. Und sie benennt den Saal 3 im KTM in „Christoph-Probst-Saal“ um. Die Vorschläge hatte das Werdenfelser Bündnis gegen Rechts eingereicht, das sich seit Langem dafür stark macht, dass das Vermächtnis des Widerstandskämpfers im Ort präsent bleibt.

„Der Markt Murnau würdigt mit dem Gedenken an Christoph Probst einen lange vergessenen Sohn der Marktgemeinde für sein besonders couragiertes und vorbildliches Verhalten“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Die Umbenennung des besagten KTM-Saals und die wiederkehrende Verleihung des Demokratie-Preises sorgten dafür, dass Probsts Zivilcourage, sein selbstloser Einsatz und sein Mut in die Gegenwart transportiert werden. Der Rathaus-Chef weiter: „Wir möchten so alle, aber besonders die jüngeren Bürger, aufrufen, sich aktiv für den unermesslichen Wert einer Demokratie, für ein friedliches und tolerantes Miteinander einzusetzen.“

Dorothea Monthofer vom Werdenfelser Bündnis ist mit dem Erreichten zufrieden. Ihr sei es wichtig, berichtet die pensionierte Lehrerin, „dass sich die Gemeinde verantwortlich fühlt“ und selbst aktiv wird. Ein großes Anliegen sei es, den unschätzbaren Wert der Demokratie lebendig zu halten. Hier seien in erster Linie die jungen Menschen gefragt. Dies sei in Zeiten, in denen der Rechtspopulismus wieder salonfähig wird, besonders wichtig. Einem Anliegen des Bündnisses kam allerdings die Kommune mit Verweis auf den Denkmalschutz nicht nach: Monthofer und ihre Mitstreiter hätten sich eine Gedenktafel am Rathaus gewünscht. Vielleicht, so Monthofer, lasse sich stattdessen ein Gedenkstein im Boden vor dem historischen Gebäude realisieren. Solch ein Verweis auf Probst im Herzen des Ortes wäre schon sinnvoll.

Murnaus Kulturreferentin und Gemeinderätin Dr. Elisabeth Tworek (SPD) legt besonderen Wert auf die Auszeichnung. Das genaue Prozedere für die Vergabe müsse man sich noch überlegen, sagt sie. Aber es würde sich anbieten, aktives und mutiges Eintreten für die Demokratie zu würdigen. Das könne ein Buch sein, ein Projekt oder eine besondere Tat im Sinne der Menschenrechte. Für Tworek steht fest: Probst sei aufgrund seiner aufrechten und klaren Haltung gegenüber dem NS-Unrechtsstaat ein Vorbild, gerade für die junge Generation.

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