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Bald Vergangenheit: Auf dieser Obstwiese sollen drei dreigeschossige Gebäude entstehen. Die Schwesternwohnheime – eines davon ist links zu sehen – will die Marktgemeinde Murnau um eine Etage aufstocken. 

Markt Murnau will aktiv werden

Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum: So sieht Beutings Drei-Jahres-Plan aus

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist mancherorts ein großes Thema. Auch Murnau ist davon betroffen. Die Gemeinde will unter anderem am James-Loeb-Haus Abhilfe schaffen. Das ÖDP/Bürgerforum stellte das Projekt vor.

Murnau – Bauprojekte können sich ziehen. Diese Erfahrung hat auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gemacht. „Es ist ein unglaublich zäher Prozess“, betonte der Rathauschef bei einer Veranstaltung seiner Gruppierung im Murnauer Innovationsquartier (IQ). Er zielte damit auf die drei großen Projekte ab, mit denen in Murnau bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll.

Erstens will die Marktgemeinde am Längenfeldweg aktiv werden. Zweitens schafft die Wohnbau Weilheim GmbH, bei der die Kommune Gesellschafter ist, Quartiere an der Eichendorff- und Adalbert-Stifter-Straße. Und drittens möchte die Gemeinde auf dem Areal um das James-Loeb-Haus (ehemaliges Gemeinde-Krankenhaus) auf der Basis einer Erbpachtregelung Grund zur Verfügung stellen, damit genossenschaftliches Wohnen verwirklicht werden kann.

„Ich kann das nicht wie in China einfach anordnen, dann kommen die Bulldozer und es wird gebaut.“

Rund 100 zusätzliche Einheiten sollen bei diesen Projekten insgesamt entstehen. „Wenn es gut läuft, innerhalb der nächsten drei Jahre“, sagte Beuting. Es dauert, bis Bebauungspläne aufgestellt, Genehmigungen erteilt und Fördergelder bewilligt sind. „Ich kann das nicht wie in China einfach anordnen, dann kommen die Bulldozer und es wird gebaut.“

Genossenschaftliches Wohnen, was heißt das überhaupt? Hierüber informierte Michael Manlik, Fraktionssprecher des ÖDP/Bürgerforums. „Man muss Genosse werden“, und man müsse Anteile erwerben. Manlik nannte eine Summe von 400 und 500 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung wären dann zwischen 28 000 und 35.000 Euro zu bezahlen. „Wer das nicht hat, kann von der KfW ein zinsgünstiges Darlehen bekommen.“ Die KfW ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Die Größe der Wohnungen, die am James-Loeb-Haus gebaut werden sollen, ist noch unklar. Beuting kann sich vorstellen, dass je ein Drittel kleine, Zwei-Zimmer-Wohnungen und große realisiert werden. Von Seiten der Zuhörer verlautete, dass unbedingt an Familien gedacht werden müsse. „Aus Singles werden Paare, aus Paaren werden Familien“, betonte eine der Anwesenden.

Die Marktgemeinde ließ bereits einen städtebaulichen Rahmenplan anfertigen. Damit wollte man abklären, was grundsätzlich auf dem Areal denkbar wäre. „Auf dieser Basis soll jetzt ein Bebauungsplan entwickelt werden“, erklärte Beuting. In dem Verfahren können sich Nachbarn einbringen.

Eines machte der Bürgermeister auch klar: „Es ist nicht Wille der Gemeinde, für Zuzug zu sorgen.“ Vielmehr ist ihm zufolge das Ziel, Murnauer Firmen eine Möglichkeit zu bieten, „dass ihre Leute zu bezahlbaren Preisen wohnen können“. Es soll also „vorzugsweise Wohnraum für Einheimische“ entstehen. Zwangsläufig wird dadurch mehr Verkehr generiert, „eine wichtige und große Frage“. Parkplätze sollen oberirdisch angelegt werden, aber auch unter der Erde, und zwar durch die Erweiterung einer Tiefgarage, die sich im Bereich der drei Schwesternwohnheime befindet.

Roland Lory

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