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Marode, aber eventuell auch künftig nicht nutzlos: die Eschenloher Olympia-Tunnel.

Feuerwehr meldet Interesse an

Eschenloher Tunnel: Darum sind die maroden Röhren heiß begehrt

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Als Verkehrsbauwerke haben die Eschenloher Olympia-Tunnel wohl in absehbarer Zeit ausgedient. Bei Vertretern der Feuerwehr stehen die Röhren hoch im Kurs - auch wenn sie marode sind. 

Eschenlohe – Diese seltene Gelegenheit lässt man nicht verstreichen. Wenn wie in diesen Tagen Wartungsabeiten im Farchanter Tunnel laufen und kein Verkehr durch die Bauwerke fließt, rücken Feuerwehrkräfte aus zu Übungen in den Röhren. Der Check läuft in der Regel zweimal pro Jahr. Dann bietet sich die Chance zu trainieren, wie ein Feuer im Tunnel bekämpft wird. Das Vorgehen ist nicht zu vergleichen mit dem bei einem Hausbrand: „Das ist eine ganz andere Taktik, und die müssen alle verinnerlichen“, sagt Thomas Joner, Erster Kommandant der Farchanter Wehr. Deshalb sollten Portal-Feuerwehren, also solche, die einen Tunnel in ihrem Zuständigkeitsgebiet haben, „regelmäßig üben“. Und über Wissen verfügen. Die Farchanter etwa ließen sechs Ausbilder 2016 an der International Fire Academy in der Schweiz schulen. Diese geben ihr Wissen nun an Atemschutzgeräteträger in den eigenen Reihen weiter.

Im Landkreis fehlt es häufig an Möglichkeiten für realitätsnahe Einheiten – und es gibt keine spezielle Ausbildungsstätte. Deshalb rücken die maroden, denkmalgeschützten Eschenloher Olympia-Tunnel, 220 und 230 Meter lang, nun in den Fokus. Diese werden als Verkehrswege entbehrlich, sobald das B2-Bauprojekt mit den Autobahn-Halbanschlussstellen in Weghaus umgesetzt ist; aktuell läuft das Genehmigungsverfahren. Wie die über 80 Jahre alten Halbkreisgewölbe dann weiter genutzt werden, ist offen. Kreisbrandrat Johann Eitzenberger, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Bayern, sieht in ihnen eine „ideale Übungsmöglichkeit. Das ist ein sehr ernst zu nehmendes und zu diskutierendes Thema, das wir in nächster Zeit vorantreiben werden“. Man stehe am Anfang – „doch es schaut gut aus“. Dabei handelt es sich in Eitzenbergers Augen nicht nur um ein lokales Anliegen, sondern um eines von landesweiter Bedeutung. In Geretsried, Würzburg und Regensburg, den Standorten der bayerischen Feuerwehrschulen, gebe es keinen Übungstunnel, wie ihn etwa Tirol (in Telfs) vorweisen kann. Eitzenberger sagt: „Wir sehen Bedarf, dass man eine solche Ausbildungsstätte findet.“ Die Frage nach dem Wo kam auf Kreisverbandsebene aufs Tapet – im Arbeitskreis Tunnelbrandbekämpfung, den Farchants Kommandant Joner leitet und dem Vertreter der Portal-Feuerwehren angehören. Man sehe, so Eitzenberger, dass sich „für die Zukunft da etwas tun muss“.

Das Thema gewinnt in der Region enorm an Bedeutung – weil die Zahl der Röhren steigt, die geplant und gebaut werden. Für Eitzenberger geht es darum, ein Komplettpaket Tunnelbrandbekämpfung voranzutreiben, um in ein paar Jahren nicht nur eine Übungsmöglichkeit, sondern auch einen Lehrgang auf diesem Gebiet an Feuerwehrschulen anbieten zu können. Eschenlohe, das verkehrsgünstig liegt, spielt bei diesen Überlegungen eine zentrale Rolle. „Es ist vorstellbar, dass man diese Tunnel zunächst für die Landkreis-Feuerwehren als Übungsmöglichkeiten hat. Und dann könnte man auch daran denken, sie als überörtliche Ausbildungsstätte und Übungsmöglichkeit anzubieten. Wir sind dran“, sagt Eitzenberger. Natürlich, schränkt er ein, gelte es zu sehen, was der Unterhalt der Tunnel koste.

Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) hat die Verkehrssicherungspflicht im Blick. Werden die Tunnel zur Übungsanlage, darf auch künftig kein Material von der Decke fallen. Die Eignung für diesen Zweck, meint Kölbl vorsichtig, gelte es zu überprüfen. Wehr-Verantwortliche brennen bereits für die Idee. Arbeitskreis-Leiter Joner steht dem Vorschlag „positiv gegenüber. Ich wäre froh, wenn das käme – das wäre ein Mehrwert.“ Auch Eschenlohes Kommandant Franz Steffl ist Feuer und Flamme für eine flexibel verwendbare Trainingsmöglichkeit vor Ort – und eine „sinnvolle weitere Nutzung der Tunnel“. Hier ließe sich nicht nur das Löschen üben, meint er. Schon bisher nutzte man die Röhren in Sperr-Phasen. Ansonsten muss sich die Eschenloher Wehr mit der rund 50 Meter langen Unterführung an der Höllensteinstraße behelfen. „Aber die“, sagt Steffl, „lässt sich nicht mit einem echten Tunnel vergleichen.“

Lesen Sie dazu auch: Marode, aber von historischem Wert - Eschenloher Tunnel unter Denkmalschutz

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