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Im Wald: Försterin Silke Hartmann (l.), ihre Kollegin Catja Geyer sowie Max Kirschning, Hegeringleiter Werdenfels Nord, bei Außenaufnahmen nahe Waltersberg. 

Experten erstellen Vegetationsgutachten

Mit dem Meterstab in den Wald

Alle drei Jahre dasselbe Spiel: Heuer wird wieder das Vegetationsgutachten erstellt. Es ist die zentrale Grundlage für die Abschussplanung – also wie viel Rehe, Hirsche und Gämse die Jäger erlegen müssen.

Murnau – Silke Hartmann hat’s geschafft. Die Försterin war seit Ende März zusammen mit ihrer Kollegin Catja Geyer an hundert Stellen im Revier Murnau-Nord zugange. Ausgerüstet mit Meterstab, Wäscheklammern und Fluchtstab machten sie Aufnahmen für das Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung (Vegetationsgutachten). Nun ist die Arbeit getan. Die Daten, die in einem Toughbook – das ist ein robuster Laptop – abgespeichert sind, gehen an die Landesanstalt für Landwirtschaft.

Das Gutachten, das am Ende herauskommt und den Wild-Verbiss der nachwachsenden Bäumchen dokumentiert, dient als zentrale Grundlage für die Abschussplanung der nächsten drei Jahre – also wie viel Rehe, Hirsche oder Gämse die Jäger erlegen müssen. Seitens des Freistaats Bayern ist es gewünscht, dass alle Beteiligten, sowohl die Jäger als auch die Jagdgenossen als Grundstücksbesitzer, bei den Außenaufnahmen im Wald dabei sind. Bei Hartmanns Touren war dies der Fall. „Es gab nur drei Punkte, wo wir allein waren“, erzählt die Mitarbeiterin des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Einer, der mehrfach mitging, ist Max Kirschning, seit zwölf Jahren Hegeringleiter Werdenfels-Nord. Der Murnauer möchte persönlich sehen, was im Wald los ist. Auch weil er an der Abschussplanung beteiligt ist.

Von Teilen der Jägerschaft wird das Gutachten oft angezweifelt. Dafür hat Kirschning kein Verständnis. „Ich persönlich halte es als Planungsgrundlage für notwendig.“ Das Gutachten liegt noch nicht vor, aber eines kann Försterin Hartmann jetzt schon sagen. „Die Fichte und Buche kommen gut.“ Sorgenkinder sind ihr zufolge die Tanne und Edellaubholz wie Bergahorn, Esche, Kirsche, Walnussbaum oder auch die Ulme. Im Forstrevier Murnau-Nord, das von Rottenbuch im Westen bis Obersöchering im Osten reicht und von Seehausen/Uffing im Süden bis Oberhausen im Norden, sind die Erhebungen zwar beendet. Andernorts im Landkreis Garmisch-Partenkirchen geht es allerdings erst los. Denn in höheren Lagen können die Förster wegen des Schnees erst später anfangen. „Bis Ende Mai sollten die Arbeiten aber abgeschlossen sein“, sagt Markus Hildebrandt, Bereichsleiter Forsten beim AELF.

Beim letzten Vegetationsgutachten vor drei Jahren schnitt der Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht gut ab. In allen vier Hegegemeinschaften wurde die Verbissbelastung als „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“ bewertet. Für alle dort befindlichen Jagdreviere erstellen die Forstbehörden auch heuer so genannte ergänzende revierweise Aussagen. „Damit kann man einen präziseren Abschussplan machen“, erklärt Hildebrandt. Försterin Hartmann fühlt sich nach dem Ende der Außenaufnahmen „wie nach einer Prüfung“. An Arbeit mangelt es ihr aber nicht. „Es ist einiges liegengeblieben.“

Roland Lory

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