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Kein schöner Anblick: Gelbe Säcke vor Fröhlichs Wirtshaus.

Großweiler Gastwirt stinkt‘s

Abtransport-Stau bei den Gelben Säcken

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In Großweil blieben Gelbe Säcke tagelang bei Sommerhitze und Regen liegen, weil das zuständige Unternehmen einen Fahrzeugausfall beklagte. Das Problem zog einen Rattenschwanz nach sich und tangierte auch Murnau sowie Mittenwald.

Großweil – Benjamin Fröhlich stinkt’s. Und er dürfte nicht der Einzige sein, der in Großweil zuletzt die Nase rümpfte: Tagelang lagen im Dorf bei Sommerhitze und Regen die Gelben Säcke am Straßenrand – nicht abgeholt, weil das zuständige Unternehmen einen Fahrzeugausfall beklagte und sich die Reparatur hinzog. „Und das in der Hochsaison“, ärgerte sich Gastwirt Fröhlich. Erst am Montag lief der Abtransport wieder an. Doch das Problem zog einen Rattenschwanz nach sich: In Murnau wartet man seit Samstag auf den Entsorgungs-Lkw. Und am Montag fiel der Abtransport der Säcke ausgerechnet in Mittenwald aus, wo gerade der Bozner Markt, ein Top-Ereignis, über die Bühne geht.

Alles begann in Groß- und Kleinweil: Die Gelben Säcke stapelten sich am vergangenen Donnerstag, dem regulären Abholtermin, an Straßenrändern, und auch noch am Montagvormittag. Das Dorf „erstickt im Müll“, kritisierte Fröhlich. Denn bei den Gelben Säcken, in denen Leichtverpackungen entsorgt werden, blieb es an vielen Stellen nicht: „Es wurde von Tag zu Tag schlimmer: Die Leute schmeißen einfach Abfall auf die Haufen“, betonte der Betreiber von Fröhlichs Wirtshaus. Der Gastronom beklagte Gestank: „Mein Kellner rümpft schon die Nase, wenn er in den Biergarten muss.“ Das sei schlecht für Lokale und den ganzen Tourismus. Gäste genießen das Gebirgspanorama, fahren auf dem Weg zu Kochel- oder Walchensee aber an Verpackungsmüllbergen vorbei. Vor Fröhlichs Lokal stapelten sich besonders viele Säcke: Die Stelle nutzen auch Bewohner einer angrenzenden Privatstraße.

Den Wirt trieb das Problem um. Bei der zuständigen Firma Wittmann Entsorgungswirtschaft GmbH in Gräfelfing erfuhr er: Ein Fahrzeug war ausgefallen; am Samstag sollte die Tour nachgeholt werden. Es geschah: nichts. Fröhlich kontaktierte in seiner Not Bürgermeister Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft) und das Landratsamt. Am Montagmittag wandte er sich ansTagblatt.

Da standen die Zeichen in Großweil offenbar bereits auf Entspannung: „Wir sind gerade dabei, die Säcke abzuholen“, sagte ein Mitarbeiter der Firma Wittmann am Nachmittag auf Anfrage. Er bestätigte: Ein Fahrzeugausfall war die Wurzel allen Übels. Die Reparatur habe länger gedauert als gedacht. Zudem sei ein Ersatzfahrer im Einsatz, der sich nicht so gut auskenne.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Großweil. Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen, erklärt, dass in Murnau die Gelben Säcke am Samstag liegen geblieben sind. Die Abfuhr soll „zeitnah nachgeholt“ werden. Am Montag warteten die Mittenwalder vergeblich. Es sei, so Scharf, auch nicht ganz sicher, dass dort der Abtransport am Dienstag  klappe. Den Behördenmitarbeitern sind hier die Hände gebunden: „Das Landratsamt hat keinen Einfluss.“ Die Ausschreibung laufe übers Duale System Deutschland (DSD). Dorthin habe sich die Behörde wegen der aktuellen Probleme auch gewandt. „Der eine oder andere Bürger“, so Scharf, nahm Kontakt zum Landratsamt auf. Die Leute blieben auf ihren Gelben Säcken sitzen – und manchem stank das wie Benjamin Fröhlich.

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