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Wieder daheim: Ingo Nommsen (l.) beim Dreh am Staffelsee; er spricht über sein Buch und die Murnauer Zeit.

Noch heute besucht er Murnau gerne

TV-Moderator Ingo Nommsen schreibt Buch über „Erfolgsmenschen“: Darum spielt Siegfried Rauch eine wichtige Rolle

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Prominente gehören zu seinem Alltag – und er zählt längst zu ihnen. 18 Jahre und über 3000 Sendungen lang steht der Journalist, Schauspieler und Fernseh-Moderator Ingo Nommsen (47) in Diensten des ZDF. Als er in Murnau lebte, erhielt er die Initialzündung für seine Karriere - nachzulesen in seinem neuen Buch.

Murnau – Seit Oktober 2000 ist er unter anderem Gesicht des TV-Morgen-Formats „Volle Kanne“, in dem er immer wieder mit Stars frühstückt. Ingo Nommsen besitzt selbst Promi-Status, zählt zum Interessenskreis des Boulevards. Was das breite Publikum nicht weiß: Die ersten Wurzeln dieses Erfolgs liegen in Murnau. Und ein bekannter Name aus der Region sorgte dafür, dass der kleine Keimling von einst Dünger bekam: Siegfried Rauch, der 2018 gestorbene Schauspieler aus Obersöchering. Er half Nommsen, der ab 1986 bis Mitte der 1990er Jahre in Murnau lebte und am Staffelsee-Gymnasium Abitur machte, maßgeblich dabei, seinen Traum vom Film wahr werden zu lassen. Rauch vermittelte dem 17-jährigen Nommsen, der Rauchs Sohn Benedikt einst Gitarrenunterricht gab, den richtigen Kontakt.

Sigi Rauch wirkte mit bei Nommsens beruflichem Urknall. Es passt also, dass Nommsen mit Rauch thematisch auch in ein für ihn besonderes Projekt einsteigt: sein erstes, vor kurzem erschienenes Buch „Erfolgsmenschen: Was ich von meinen prominenten Gästen gelernt habe“, um das sich auch ein Beitrag in der Dienstags-Sendung von „Leute heute“ (ZDF, 17.45 Uhr) dreht. Nommsen traf sich für sein Buch abseits der Kamera mit bekannten Persönlichkeiten, „die ich nun alle länger kenne, die mich mit ihrer Geschichte faszinierten“ – und bei denen er merkte: Da steckt noch viel mehr Erzählenswertes dahinter. In seinem Erstlingswerk schildert er die Begegnungen, die verschiedenen Erfolgsrezepte: wie die Band Scorpions um Sänger Klaus Meine zur Rock-Legende wurde, wie Kellner-Anwärter Steffen Henssler zu einem der Top-Köche Deutschlands aufstieg – oder was es braucht, um wie Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann alles aus sich herauszuholen.

„Nicht quatschen – machen“ galt für Rauch. So ist das erste Kapitel überschrieben, das sich um ihn dreht. Er war die für Nommsen „prägendste“ Persönlichkeit im Buch, die „mir eine wichtige Tür öffnete“. Er sei „froh“, dass er Rauch habe „kennenlernen dürfen, einen so sympathischen und bodenständigen Menschen, den ich aufgrund dessen, was er erreicht hat und wie er geblieben ist, nur bewundern kann“.

Auch wenn sich die Geschichten um andere Promis drehen: Nommsen verrät viel Persönliches. Ins Rauch-Kapitel fließt manches aus seinen Berufsanfängen – unter anderem volontierte Nommsen bei Radio Oberland – und aus seiner Murnauer Zeit ein. Der Vater, ein Berufssoldat, war Kommandeur in der Werdenfelser Kaserne, die Familie zog oft um. Als die Eltern nach dem Abitur des Sohnes wiederum ihre Sachen packten, blieb Nommsen in Murnau. „Das ist der Ort, an dem ich die meisten Jahre meines jungen Lebens verbracht habe und dem ich immer verbunden bleiben werde.“ Noch heute kehrt der 47-Jährige, der drei Wochen pro Monat „Volle Kanne“ moderiert, gerne zurück. Bei jedem Besuch sei er wieder „begeistert, was sich alles getan hat: ob Fußgängerzone oder renoviertes Rathaus. Murnau ist ein Traum und wird immer schöner“. Nommsen schwärmt geradezu davon, „im Sommer in den Staffelsee zu springen, sich in den Markt zu setzen und zu ratschen. Es sind ja viele Schulfreunde zurückgekehrt“. Auch Silvester verbrachte der gebürtige Nürnberger bei einem: Christian Bär, Chef des Hotels Alpenhof.

Da hatte er den „heißen Ritt“ bereits hinter sich gebracht, im Laufe eines Jahres neben seinem Job noch rund ein Dutzend Prominente zu treffen und ein 200-seitiges Buch (Riva Verlag, 19,90 Euro) darüber zu schreiben. Er nennt es „meinen größten Erfolg im letzten Jahr. Die Arbeit daran hat großen Spaß gemacht. Als ich das Buch in den Händen hielt, war das schon ein sehr bewegender Moment“.

Diese langfristig angelegte Arbeit abseits vom schnellen Fernseh-Alltag hinterließ Spuren. „Mich ein Jahr intensiv mit so spannenden Menschen und Karrieren zu beschäftigen, hat auch meinen Blick auf das Thema Erfolg geschärft“, sagt Nommsen. Er weiß heute, wie wichtig es ist, sich nicht mit anderen zu vergleichen, Erfolg auf seine ganz eigene Weise zu definieren. Ingo Nommsen besitzt den Insider-Blick. Nach über 3000 ZDF-Sendungen ist er nicht nur Moderatoren-Promi. Sondern selbst Erfolgsmensch.

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