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An der Westseite der Tiefgarage am Gabriele-Münter-Platz sind die beiden Fernwärmerohre bereits zu sehen, die ab Mitte September in Richtung Ortszentrum weitergeführt werden. Helmut Hackl (l.) und Bernd Kroeker sind für die Planungen verantwortlich. 

Energieversorgung in Murnau

Fernwärme: Das Netz wächst

Die Murnauer Gemeindewerke planen den schrittweisen Ausbau des Fernwärme-Netzes. Im Herbst ist der nächste Bauabschnitt vorgesehen.

Murnau – Die Versorgung mit Fernwärme ist eine feine Sache – die Hauseigentümer brauchen sich um keinen Heizkessel, keine Öl- oder Gasversorgung zu kümmern, die Beheizung und Warmwasserversorgung erfolgt automatisch. Doch die Verlegung der hierfür nötigen Erdleitungen ist mit erheblichen Grabarbeiten verbunden. Nachdem das James-Loeb-Haus bereits an den Kessel in der Seidl-Grundschule angeschlossen wurde, hat die Fernwärmeversorgung in der Marktgemeinde Murnau im vergangenen Jahr ein weiteres Etappenziel erreicht. Bei den Arbeiten rund um das Kultur- und Tagungszentrum (KTM) wurden Fernwärmerohre für die Versorgung der Ortsmitte von Murnau verlegt – und damit eine Verbindung zwischen KTM, Postgebäude, Postgasse, Burggraben und der Tiefgarage am Gabriele-Münter-Platz hergestellt.

    Nun planen die Gemeindewerke, die für das Versorgungsnetz verantwortlich zeichnen, einen weiteren Bauabschnitt, der Mitte September beginnen soll. Die beiden Rohre, die nach dem Wanddurchbruch an der Westseite der Tiefgarage bereits zu sehen sind, werden zunächst an der Decke des Gebäudes weitergeführt, verschwinden im Bereich der Höllgasse im Boden, queren den Untermarkt und enden vorerst an der Kreuzung Schloßbergstraße/Lederergasse. Somit können das Rat- und das Strütthaus ab 2018 mit Fernwärme versorgt werden. „Wir haben diese Arbeiten ganz bewusst in den Herbst verlegt, damit wir die Urlauber nicht behindern“, sagt der Technische Werkleiter der Gemeindewerke, Helmut Hackl. „Wir hoffen, damit Ende Oktober fertig zu sein, und bitten alle Betroffenen um Verständnis wegen der zu erwartenden Beeinträchtigungen. Ohnehin muss die Straße am Untermarkt bis zum 6. November wieder hergestellt sein, damit die Leonhardifahrt ungehindert stattfinden kann.“

    Im kommenden Jahr soll dann über die Petersgasse und Am Kreuzfeld die Verbindung zum Kemmelpark realisiert werden. Sobald dieser Anschluss erfolgt ist, werden die beiden Gaskessel im KTM, die bisher für die Fernwärme in diesem Abschnitt zuständig sind, abgebaut, und das Gebäude vom Kemmelpark aus versorgt. „Mit diesem Verbund wird die Möglichkeit geschaffen, dass im Ortskern über den umweltverträglichen und regionalen Energieträger Holz aus dem Heizwerk im Kemmelpark geheizt werden kann“, sagt Bernd Kroeker vom Ingenieurbüro Stefan Sendl aus Peißenberg, das mit den Planungen beauftragt ist. Wer auf Fernwärme in den genannten Bereichen umstellen wolle, könne hierfür Fördergelder und Zuschüsse bewilligt bekommen.

    Interessenten an einem Fernwärmeanschluss können sich sich an die beiden Experten Hackl (Telefon 0 88 41/48 92 91 6) oder Kroeker (0 88 03/63 03 17) wenden. Die Gesamtkosten für den Teilabschnitt von der Tiefgarage bis zur Lederergasse schätzt Hackl auf etwa 300 000 Euro.

Heino Herpen

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