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Bei Unfällen ist die Murnauer Wehr stets zur Stelle. 

Feuerwehr Murnau ist gut beschäftigt

Neuer Rekord bei Einsatzzahlen

Bei der Murnauer Feuerwehr war heuer gut was los. Die Einsatzzahlen sind rekordverdächtig. Den Arbeitgebern wird viel abverlangt, denn sie müssen oft auf ihr Personal verzichten. Zudem schrumpft die Freizeit der Ehrenamtlichen.

Murnau – Schon im November war Florian Krammer, dem Ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Murnau, klar: Bei den Einsatzzahlen erreicht man heuer einen neuen Rekord. Normalerweise kommen rund 250 im Jahr zusammen. Doch in diesem November haben die Ehrenamtlichen schon die 300er-Marke erreicht. Bis zum Jahresende werden die Zahlen wohl noch weiter steigen. „Die Aufgaben und Einsätze steigen, die Freizeit sinkt“, fasst Krammer zusammen. Der Kommandant kann in der Feuerwehrgeschichte von Murnau keine so hohen Einsatzzahlen finden.

Die Kräfte mussten heuer neben weiteren Einsätzen bereits zu 36 Bränden, 15 Sicherheitswachen, 48 Fehlalarmen, 26 Straßenreinigungen nach Unfällen, 49 Sturmschäden, 4 Hochwassereinsätzen und 100 sonstigen Einsätzen ausrücken. Davon waren 68 Einsätze außerhalb von Murnau zu bewältigen. Summa summarum kamen 3820 ehrenamtlich erbrachte Einsatzstunden zusammen (Stand 26. November). Eine Erklärung hat Krammer für den starken Anstieg nicht. Kreisbrandrat Johann Eitzenberger bestätigt die Tendenz für den ganzen Landkreis. Nach Jahresende wird alles zusammengetragen und ausgewertet.

Wie Krammer verdeutlicht, war bei den bisherigen Einsätzen alles geboten, was im Feuerwehrwesen vorkommt. Von einer kleinen Ölspur, diversen Vermisstensuchen, Klein- und Großbränden, Drehleitereinsätzen für den Rettungsdienst, Amtshilfen, Wohnungsöffnungen bei akuter Gefahr, Verkehrsunfällen und Sturmschäden bis hin zu gefährlichen Tieren wie Schlangen im Gebäude.

Er will aber ganz klar anmerken, dass sie bei der Wehr nicht stolz auf die vielen bewältigten Einsätze sind. Sie werden abgearbeitet, wie sie kommen. Stolz ist Krammer dagegen auf seine Mannschaft. Auf sie ist Verlass, wenn der Piepser geht. Egal zu welcher Tag- und Nachtzeit: Die Männer und Frauen eilen herbei, um ihren ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zu leisten.

Krammer erklärt, dass dies für die Kräfte, die alles in ihrer Freizeit für null Euro machen und Tag und Nacht für andere Menschen da sind, schon eine Belastung bedeutet. Die Familie, der Beruf und auch die Freizeit müssen zurückstehen. Hinzu kommt auch noch die wöchentliche Übung der Wehr. Aber auch den Arbeitgebern wird dieses Jahr viel abverlangt, da die Mitarbeiter mehrmals pro Woche in der Arbeit fehlen, wenn sie zu Einsätzen gerufen werden. Folge: Die Arbeit bleibt liegen oder muss von Kollegen aufgefangen werden. Gemäß dem Bayerischen Feuerwehrgesetz kann aber der Arbeitgeber den Ausfall bei der Gemeinde geltend machen. Beim Markt Murnau weiß man es zu schätzen, dass Firmen großzügig sind und die Ehrenamtlichen zum Einsatz lassen. Schon bei einem kleinen Unfall oder Fehlalarm muss man mit mindestens 30 bis 45 Minuten Aufwand rechnen.

Murnaus Polizeichef Joachim Loy bestätigt übrigens steigende Einsatzzahlen, zudem gebe es eine erhöhte Anzahl an Straftaten in der Region. Die endgültige Statistik wird nach dem Jahresabschluss veröffentlicht.

Dominik Bartl

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