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Präsentieren das innovative Filmfestival „Flimmerzeiten“: Veranstalter Dieter Kirsch (vorne l.) vom Theaterring Murnau mit den Kooperationspartnern Angelika Rebholz (vorne r.) sowie (hinten v. l.) Griesbräu-Kinobetreiber Georg Betzmeir, Alexandra Thoni (Tourist-Information), Christina Prager (Schlossgarten) sowie Edith Raim (Kuratorin Schloßmuseums-Ausstellung).  

Neue Kulturreihe im Juli und August

„Flimmerzeiten“: Schlosshof wird zum Open-Air-Kino

Murnaus Kulturleben erwacht nach der Corona-Zwangspause allmählich wieder zum Leben: Der Schlosshof wird im Juli und August zum Open-Air-Kino. Das Besondere an der Reihe „Flimmerzeiten“: Der Ton kommt über Bluetooth-Kopfhörer.

Murnau – Das kulturelle Leben in Murnau nach dem Lockdown wieder anzukurbeln, hat sich Dr. Dieter Kirsch vom Theaterring Murnau zum Ziel gesetzt. Im Zuge dessen rief er zusammen mit einigen Kooperationspartnern eine Filmveranstaltung der etwas anderen Art ins Leben: Der örtliche Schlosshof wird in der Zeit von Donnerstag, 2. Juli, bis einschließlich 29. August zum Open-Air-Kino umfunktioniert. Die Besonderheit liegt darin, dass die maximal 60 Gäste dem Filmerlebnis via Bluetooth-Kopfhörer beiwohnen können, um aus Rücksicht auf Anlieger den Lärmpegel gering zu halten. „Diese Technik ist eine Sensation. Das Konzept findet so zum ersten Mal in Murnau statt“, betont Kirsch im Rahmen eines Pressegesprächs.

Unter dem Motto: „Flimmerzeiten“ laufen in besagtem Zeitraum jede Woche von Donnerstag bis Samstag ab 21 Uhr genreübergreifende Streifen. Als Projektionsfläche dient eine zwölf Quadratmeter große Leinwand. Zum Auftakt wird der amerikanische Thriller „The Tourist“ präsentiert. Außerdem gibt es am Samstag, 4. Juli, einen Beitrag des deutschen Regisseurs Jürgen Flimm zu sehen, der Beethovens einzige Oper „Fidelio“ inszenierte. Darüber hinaus werden am Freitag, 10. Juli, zwei Episoden der BR-Kultserie „Löwengrube“ präsentiert.

Insgesamt sind 27 Filmabende anberaumt. Das jeweilige Wochenprogramm wird auf Postkarten gedruckt, die an vielen Stellen im Ort ausliegen. Zum Beispiel in Geschäften, an der Tourist-Information, der Gemeindebücherei, im Kultur- und Tagungszentrum oder am Bahnhof. „Ich habe die Filmauswahl so getroffen, dass sich verschiedene Gruppen der Murnauer Gesellschaft angesprochen fühlen. Es ist für jeden etwas dabei“, erklärt Kirsch.

Für die technische Umsetzung ist der Betreiber des lokalen Griesbräu-Kinos, Georg Betzmeir, zuständig. Er sieht das Ganze als Chance, um der Bevölkerung ein Stück Normalität zu bieten. Ihm zufolge leiden viele Unternehmer im Ort unter der herrschenden Zurückhaltung – so auch das Griesbräu-Kino. „Man muss die Menschen langsam aus der Corona-Paranoia herausholen“, findet Betzmeir.

Dem kann sich Kooperationspartnerin Angelika Rebholz, Geschäftsinhaberin der gleichnamigen Parfümerie im Obermarkt, nur anschließen. In ihren Augen nimmt die Veranstaltung eine Vorreiterfunktion ein, weil sie anderen Organisatoren einen Anstoß gebe, das Kulturprogramm wieder aufzunehmen. „Viele lassen sich von den strengen Hygienevorschriften abhalten. Das war auch für uns eine Herausforderung und wir haben ein Konzept erarbeitet“, berichtet Rebholz. Demzufolge herrscht eine Maskenpflicht außerhalb des eigenen Sitzplatzes, innerhalb des Zuschauerraumes gilt ein Einbahnstraßensystem, Handdesinfektionsmittel ist vorhanden, und Sitzgruppen werden mit dem vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern aufgestellt. „Die Vorführung im Freien ist bei der Umsetzung von Vorteil“, sagt hierzu Rebholz.

Die Kuratorin der aktuellen Ausstellung des Schloßmuseums („Es kommen kalte Zeiten“), Edith Raim, sieht in jener Realisierung sogar einen wertvollen historischen Aspekt: „Früher war Kino eine ambulante Angelegenheit. Wir bewegen uns mit dieser Inszenierung also zurück zu den Anfängen.“ Ferner hoffen die Organisatoren, dass „Flimmerzeiten“ in der Bevölkerung Anklang findet und die Gastronomie im Ort durch die Besucher Zulauf erfährt. „Es ist erschreckend, wie ausgestorben die Fußgängerzone abends ist. Es wäre schön, wenn die Kino-Besucher den Filmabend mit einem Gang ins Restaurant verbinden würden“, meint Rebholz. Unterstützt wird das Open-Air-Kino außerdem durch die Gemeinde sowie Wiesendanger Medien.

Der Eintritt pro Abend kostet 15 Euro. Insgesamt sind 27 Filme in der Zeit von 2. Juli bis 29. August (jede Woche donnerstags bis samstags) zu sehen. Beginn ist jeweils um 21 Uhr. Einlass ab 20 Uhr. Eine Reservierung ist notwendig und erfolgt über das Griesbräu-Kino unter Telefon 0 88 41/51 75 oder per E-Mail an die Adresse info@kino-im-griesbraeu.de.

Constanze Wilz

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