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Noch leer: der bisherige Standort des Platzl am See in der Murnauer Bucht.

Imbiss-Angebot in der Murnauer Bucht wird umgestellt

Foodtruck von auswärts rollt an: Platzl-Gäste empört

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Die Container-Lösung liegt auf Eis – nun soll offenbar ein Foodtruck von auswärts anrollen, um den abgerissenen Kiosk Platzl am See bis auf Weiteres zu ersetzen. Der langjährige Pächter Kurt Höller kommt nicht zum Zug. Platzl-Stammgäste reagieren empört.

Murnau – Die Stelle gilt als eine der schönsten im Ort. Sobald die Witterung mitspielte, zog es Heidi Machnig im Sommer zum Platzl am See in die Murnauer Bucht. „Ich bin immer nach Feierabend dort gewesen“, sagt Machnig. „Für mich ist das ein Ort zum Entspannen und Abschalten.“

Momentan bringt das Thema das Blut vieler Stammgäste jedoch eher in Wallung. Ein aufgehübschter Container in Holzhausoptik sollte als Übergangslösung dienen für den teilweise gaststättenähnlichen Kiosk mit Biergarten, der im März abgerissen wurde. Irgendwann will man das Gelände dann komplett neu gestalten. Doch es zeigte sich: Bis der Container geliefert wird und in Betrieb gehen kann, vergehen Monate. Die Folge wären „in der Hauptferiensaison starke Beeinträchtigungen für die Badegäste“, erklärt Jan-Ulrich Bittlinger, zuständig für die Pressearbeit der Gemeinde. Also beschloss der Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung, einen Foodtruck für die Hauptsaison aufzustellen, der ein „typisches Imbiss-Angebot“ vorhalten soll. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Mischung aus oft stylischem Imbisswagen und mobilem Mini-Restaurant. Der Betreiber komme „angeblich aus Rosenheim“, sagt Kurt Höller. Er unterhält das Staffelsee-Freibad Lido samt Gastronomie und hatte auch das Platzl seit 2004 gepachtet, bevor er wegen der Umstrukturierungen einen Aufhebungsvertrag zum 1. Februar für den Kiosk unterzeichnete. Höller hatte der Gemeinde nach eigenen Angaben seine Intermezzo-Winterhütte angeboten, gegen den Foodtruck aber den Kürzeren gezogen.

Die Verwaltung äußert sich nicht näher zu dem Gastronomen, der den Zuschlag erhielt: „Die Beschlüsse wurden in nichtöffentlicher Sitzung gefasst. Eine Mitteilung der Betreiberdaten ist deshalb nicht möglich“, heißt es auf Tagblatt-Anfrage. Fakt ist: Höller geht leer aus – zunächst jedenfalls. Denn die Entscheidung gilt nach Angaben der Gemeinde nur für ein Jahr. Danach werde eine neue Vergabe ausgeschrieben.

Höller, der im Sommer bisher „vier Festangestellte und vier Teilzeitkräfte“ im Platzl beschäftigte, zeigt sich „enttäuscht“ und „nicht begeistert“ – zumal er befürchtet, dass der Mitbewerber, der ihn ausgestochen hat, Burger auftischen könnte. Damit würde ihm dieser bei einem Kerngeschäft seines nur 150 Meter entfernten Strandlokals („Beach & Burger“) in die Quere kommen. „Das wäre ein doppelter Affront“, findet Höller, der sich auch als Pächter für die Container-Lösung beworben hat, die nun auf Eis liegt.

Stattdessen kommt ein Foodtruck, dem Anschein nach von auswärts. Diese Entscheidung können so manche von Höllers Platzl- Stammgästen nicht nachvollziehen und solidarisieren sich mit dem Wirt. Dem Tagblatt liegen vier Briefe von empörten Gästen vor. Heidi Machnig etwa formuliert ihr Unverständnis so: „Es ist nicht zu begreifen, warum ein Auswärtiger herangezogen wird und unser Murnauer auf der Strecke bleibt.“ Die anderen Briefe klingen im Tenor ähnlich.

Wie es zu der Betreiber-Entscheidung kam? Die Gemeinde bleibt bei diesem Punkt nebulös: „Das Vergabeverfahren ist noch nicht abgeschlossen, folgt aber den allgemeinen Vergabebestimmungen.“ Dabei gilt: Die Verantwortlichen in den Kommunen wählen in der Regel den günstigsten Anbieter aus.

Was den vom Gemeinderat beschlossenen, aber nun nicht realisierten Container betrifft, ist wohl alles offen: „Über die Vergabe eines Containers“, sagt Bittlinger, „wurde noch nicht abschließend beraten.“

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