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Sind angesichts der Fusion guten Mutes: Michaela Urban (l.) und Claudia Krüger-Werner von der Frauen-Union (hier mit Vize-Landrat Dr. Michael Rapp, CSU).

Ortsverbände Murnau und Ohlstadt fusionieren 

Frauen-Union: Vernunftehe sichert die Zukunft

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In erster Linie bilden sie eine Zweckgemeinschaft – doch spätere Liebe scheint nicht ausgeschlossen. Die Ortsverbände Murnau und Ohlstadt der Frauen-Union fusionieren. Der kleinere Partner Ohlstadt sichert dadurch seine Zukunft.

Murnau/Ohlstadt– Nein, die Brautleute stehen nicht in Flammen vor Liebe und Leidenschaft. Vielmehr gehen sie eine Art Vernunftehe ein: Sie kennen sowie schätzen einandern, wähnen sich auf einer Wellenlänge; das sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine glückliche gemeinsame Zukunft.

Die Ortsverbände Murnau und Ohlstadt der CSU-Frauen-Union (FU) sagen Ja – sie fusionieren: eine Premiere bei der Kreis-FU, die über 220 Mitglieder in künftig vier Ortsverbänden verfügt. Alle Beteiligten und Gremien haben der Zweckgemeinschaft zugestimmt, die rechtlichen Fragen sind geklärt. Die konstituierende Sitzung des neuen Ortsverbands „Murnau – Ohlstadt – Blaues Land“ folgt am Dienstag, 14. März, ab 19 Uhr (Griesbräu Murnau, Nebenzimmer).

Die Ohlstädter Organisation, die 35 Jahre bestand, ruht de facto seit Januar. Die Vorsitzende Doris Mayer hatte zuvor bekannt gegeben, nicht mehr zu kandidieren. Mayer war vor zwei Jahren FU-Urgestein Christl Zimmerer nachgefolgt, die den Ortsverband über 30 Jahre lang geführt hatte. Zimmerer starb im Frühjahr 2015. Mayer führt private Gründe für ihren Rückzug von der Spitze ins Feld: „Ich habe einiges an Verpflichtungen und Dinge, die mir wichtig sind.“ Zudem gelang es nicht wie erhofft, neue Mitglieder zu akquirieren. Die personelle Neuaufstellung nach Mayers Erklärung war offenbar nicht einfach beziehungsweise nicht tragfähig für die Zukunft. Der Verband umfasste nur 20 Mitglieder, viele gehörten der älteren Generation an. In Ohlstadt, bestätigt die Murnauer FU-Vorsitzende Michaela Urban, habe sich auch altersbedingt kein Vorstand mehr gebildet. Die FU suchte im Kreisvorstand nach einer Lösung und tat die Fusion auf. „Ein glücklicher Ausweg, der uns sehr entgegenkommt“, findet Mayer – auch weil in Ohlstadt weiter Aktivitäten stattfinden können. „Da gibt es keine Einschränkungen: Die Sache reißt nicht ab, sie wird nur anders organisiert.“ Mayer will im Vorstand des neuen Verbands, der aus Frauen beider Orte bestehen soll, mitarbeiten, wenn auch nicht in der ersten Reihe. „Aber ich unterstütze gerne im Teamwork.“

16 der zuletzt 20 Ohlstädter JU-Frauen machen nach Angaben Urbans die Fusion mit, eine Handvoll trat aus. Murnaus FU, die vor allem für soziales Engagement steht, bringt 55 Mitglieder ein, so dass der neue Verband rund 70 Personen umfassen wird. Urban findet die Lösung „auf alle Fälle positiv“. Ohlstadt („Dort sind weiter Veranstaltungen geplant“) wird nicht getilgt, sondern findet sich im neuen Namen wieder, der durch den Zusatz Blaues Land auch Frauen aus Seehausen und Uffing einbindet. Generell betont Urban: „Wir sind um jedes Mitglied froh.“ Je größer die FU vor Ort, desto mehr Mitsprache habe sie im Kreis. Urban will in der konstituierenden Sitzung für den Posten der Ersten Vorsitzenden kandidieren.

FU-Kreis-Chefin Claudia Krüger-Werner glaubt, dass sich letztlich auch in Ohlstadt eine neue Spitze gefunden hätte – allerdings im Bewusstsein, dass der Verband zwei Jahre später vor dem selben Problem gestanden wäre. „Da macht eine Zusammenlegung mehr Sinn.“ Krüger-Werner bringt die Argumente vor, die Fusionen stets begleiten: Synergieeffekte, effizienteres Arbeiten. „Gemeinsam ist man schlagkräftiger. Ich sehe das nur positiv.“

Schon heute, am Weltfrauentag, tritt der neue Ortsverband „Murnau – Ohlstadt – Blaues Land“ übrigens in Aktion: Er lädt zu After-Work-Party im Murnauer Angerbräu ein (17 Uhr).

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