Genug Platz steht für die Teilnehmer auf dem Areal vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum zur Verfügung.
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Genug Platz steht für die Teilnehmer auf dem Areal vor dem Murnauer Kultur- und Tagungszentrum zur Verfügung.

Am Samstag in Murnau

Friedlicher Protest mit Abstand: Knapp 150 Besucher bei Kulturdemo

Rund 150 Besucher kamen am Samstag zur Kulturdemo nach Murnau. Das Motto lautete „Kultur braucht wieder Raum“.

  • Die Kulturdemo des Westtor-Vereins lockte am Samstag knapp 150 Interessierte an.
  • Die Protestveranstaltung lief vollkommen friedlich ab.
  • Die Band Gamskampler hatte ihren ersten Auftritt seit Oktober 2019.

Murnau – Es war ein Protest der anderen Art. Einer, der ohne Hasspredigten, Querdenker und grundsätzliche Systemkritik auskam. Stattdessen gab es Musik, Geselligkeit mit Sicherheitsabstand und gute Laune. „Es wäre schön, wenn jede Veranstaltung so friedlich und organisiert ablaufen würde“, sagte der Murnauer Polizeichef Joachim Loy über die Kulturdemo, die am Samstag von der Riedhauser Westtorhalle auf die Beine gestellt wurde. Am Ödon-von-Horváth-Platz in Murnau zählte Loy knapp 150 Besucher – so viele waren auch maximal erlaubt. Unter dem Motto „Kultur braucht wieder Raum“ trat die Ammertaler Band Gamskampler auf. Das Trio spielte vor einer Kulisse aus zusammengebauten Schildern mit aufgemalten Botschaften wie „Westtor bleibt“ oder „Drama baby! Die Kunst stirbt“. Zudem präsentierte Frank Vogler klangliche Untermalung mitsamt Lyrik. Der Murnauer ist normalerweise nicht als Solokünstler, sondern mit der Band „Die Zeitzeugen“ unterwegs. Das Ziel des Ganzen: Auf die prekäre Situation der freischaffenden Künstler aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass kulturelle Veranstaltungen trotz Corona stattfinden können. Letzteres hat man laut dem Westtor-Vorsitzenden Jakob Hamburger bei diesem kreativen Protest „eindrucksvoll bewiesen“.

Vorbildliche Besucher

Die Besucher hielten sich vorbildlich an die Abstandsregeln, nahmen auf Kreisen am Boden Platz oder verteilten sich vor dem Kultur- und Tagungszentrum. Viele Passanten und Radfahrer kamen spontan hinzu. Obwohl weder Tanzen noch lautes Mitsingen (der Aerosole wegen) erlaubt war, herrschte eine lockere Atmosphäre. Man merkte den Besuchern an, dass dieses einstündige musikalische Intermezzo eine Sehnsucht stillte. Viele wippten mit den Füßen im Takt – und sogar die Polizisten ließen sich zu einem Kopfnicken verleiten. Für die Musiker war es ebenfalls ein emotionales Erlebnis: „Wir hatten unseren letzten Auftritt im Oktober 2019. Es ist besonders, nach so langer Pause wieder zu spielen“, erklärte Gamskampler-Sänger Manuel Herz. Auch Loy bekannte, dass er die Vorstellung durchaus genossen habe: „Ich mag die Musik.“ Dem konnten Hans-Dieter und Christa Necker nur zustimmen. Sie kamen extra aus Iffeldorf, um die Demo zu besuchen. „Wir waren schon oft zu Gast in der Westtorhalle und wollten die Sache unterstützen“, sagten sie.

Dinosaurier sorgt für Heiterkeit

Ebenfalls im Publikum befand sich Dr. Robert Roithmeier, Vorsitzender des Vereins Menschen helfen, der im Ort alljährlich das Benefiz-Open-Air-Festival Kulturknall organisiert. Er lobte nicht nur die Disziplin von Veranstaltern und Gästen, sondern zeigte sich auch überglücklich: „Es tat richtig gut, mehrere Menschen und ein Kulturprogramm zu sehen.“ Zu guter Letzt sorgte ein Dinosaurier für Schmunzler. Er sammelte mit einem Obstpflücker Spenden für die Musiker. Fazit: Man kann seine Forderung nach Veränderung auch friedlich und einfallsreich öffentlich machen.  

co

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